
Bengt Erland Fogelberg (* 8. August 1786 in Göteborg; † 22. Dezember 1854 in Triest) war ein schwedischer Bildhauer und Sammler antiker Kleinkunst. Ab 1821 lebte er überwiegend in Rom, wo er Skulpturen zu mythologischen Themen sowie Darstellungen der altnordischen Götter schuf und mehrere öffentliche Denkmäler in Schweden entwarf.
Bengt Erland Fogelberg entstammte einer Handwerkerfamilie. Sein Vater, Erland Fogelberg, war Gelbgießer, bei dem er zunächst in die Lehre ging. Nach 1803 (nach Angaben von Ingmar Stenroth 1804) verließ er Göteborg, um sich beim Hofziseleur Fredrik Rung in Stockholm im Metallhandwerk weiterzubilden. Gleichzeitig begann er ein Studium an der Königlich Schwedischen Akademie der Künste. 1806 erhielt er seinen Gesellenbrief und entschied sich anschließend für eine Laufbahn als Künstler. 1811 erhielt er die höchste Medaille der Akademie. Er wurde von dem Bildhauer Johan Tobias Sergel gefördert, der bis 1812 die Professur für Bildhauerei innehatte. In Opposition zur Akademie gründete Fogelberg gemeinsam mit Johan Gustaf Sandberg und Johan Fredric von Breda das Sällskapet för konststudier (Gesellschaft für Kunststudium). In dessen Rahmen hielt Per Henrik Ling, ein Vertreter des Gotischen Bundes, Vorträge über altnordische Mythologie. Diese Vorträge und die Freundschaft mit Ling beeinflussten Fogelberg nachhaltig.

1819 erhielt Fogelberg das große Reisestipendium der Akademie. Aufgrund bereits übernommener Aufträge trat er die Reise jedoch erst 1820 an. In Paris studierte er Modellieren bei François Joseph Bosio und Zeichnen nach dem lebenden Modell bei Pierre Guérin. Zudem trat er in die Académie des beaux-arts ein. 1821 übersiedelte er nach Rom, wo er mit kurzen Unterbrechungen bis zu seinem Tod blieb. Zeitweise hatte er seine Werkstatt im Augustusmausoleum. In Rom hatte er Kontakt zu Bertel Thorvaldsen und anderen Künstlern der skandinavischen Künstlerkolonie. Er war Mitglied der Ponte-Molle-Gesellschaft und des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom. Ab 1842 war er korrespondierendes Mitglied des Institut de France und seit dem 21. Mai 1852 Mitglied der Accademia di San Luca.
Ein erster königlich-schwedischer Auftrag (Odin, 1828) gilt als Wendepunkt seiner Laufbahn. 1832 wurde Fogelberg in die Akademie der Künste in Stockholm aufgenommen und zum Hofbildhauer ernannt. 1833 folgte die Ernennung zum Vizeprofessor und 1839 schließlich zum ordentlichen Professor, wobei keine Aufenthaltspflicht in Stockholm mehr bestand. 1845 reiste er zur Enthüllung der Statuen der nordischen Götter zum ersten Mal seit 24 Jahren nach Schweden. Auf der Reise besuchte er Paris und größere Städte Deutschlands. Nach der Enthüllung des Reiterdenkmals für Karl XIV. Johann in Stockholm im Jahr 1854 starb er unerwartet auf der Rückreise nach Rom in Triest.
Bengt Erland Fogelberg trug eine Sammlung antiker Kleinkunst zusammen, die von Ludwig I. von Bayern erworben wurde. Die Werke, die er in seinem römischen Atelier zurückgelassen hatte, erwarb König Oscar I.; sie befinden sich heute im Nationalmuseum in Stockholm.

Zu seinen frühen Werken (bis 1820) zählen Medaillons, Porträtbüsten sowie dekorative und klassisch-mythologische Skulpturen. Dazu gehören die Büste des Generals Palmfelt (Gips, 1814; Ateneum, Helsinki), die Modelle der vier eisernen Löwen am Standbild Karls XIII. von Erik Gustaf Göthe sowie ein allegorisches Eisenrelief (Gerechtigkeit und Klugheit) für das Rathaus in Göteborg. Seine Akademiearbeiten waren überwiegend Reliefs mit antiken Motiven. Für das Jahr 1818 sind Skizzen bzw. Gipsstatuetten von Odin, Thor und Freya belegt. Sie gehen auf eine Ausschreibung des Gotischen Bundes zurück, wurden in einer von diesem veranstalteten Ausstellung gezeigt und befinden sich heute im Nationalmuseum Stockholm. Laut Thieme-Becker sind dies die ersten Werke der schwedischen Kunst, die die Götter der nordischen Mythologie plastisch darstellen.
In den ersten römischen Jahren entstanden neben Porträts auch mythologische Skulpturen, deren stilistische Nähe zu Thorvaldsen in der Literatur hervorgehoben wird:
Im Jahr 1828 erhielt Fogelberg vom König den Auftrag, Odin in Marmor auszuführen. Die Statue wurde 1830 vollendet und traf 1831 in Stockholm ein. Der Auftrag für die beiden anderen Götter folgte erst 1839, wobei Freya durch Balder ersetzt wurde. Als wahrscheinlicher Grund wird die bessere Vereinbarkeit mit christlichen Moralvorstellungen genannt Thor und Balder wurden 1844 vollendet und 1845 enthüllt. Alle drei Statuen befinden sich im Treppenhaus des Nationalmuseums in Stockholm.
Dort befinden sich außerdem das Kolossalstandbild Karls XIII. (Marmor, 1833), Apollon Kitharoidos und Venus mit dem Apfel (beide Marmor, 1838) sowie Amor und Psyche (Gips; die Marmorausführung von J. P. Molin ist im Museum in Göteborg zu sehen) und zahlreiche Modelle und Skizzen. Im Museum in Göteborg ist er mit einer marmornen Kolossalbüste Odins vertreten.
Während seines Besuchs im Jahr 1845 erhielt Fogelberg Aufträge für drei Denkmäler, die in München in Bronze gegossen und 1854 enthüllt wurden.
Die Postamente der Denkmäler von Birger Jarl und Karl XIV. Johan schuf Fredrik Wilhelm Scholander. Fogelberg beklagte, dass die Regeln der Kunst im Gegensatz zu den Forderungen von Stallmeistern und Kostümen stünden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fogelberg, Bengt Erland |
| ALTERNATIVNAMEN | Fogelberg, Benedict; Fogelberg, Benedikt |
| KURZBESCHREIBUNG | schwedischer Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 8. August 1786 |
| GEBURTSORT | Göteborg |
| STERBEDATUM | 22. Dezember 1854 |
| STERBEORT | Triest |