Benedikt Prevost

Benedikt Prevost, Abt des Klosters Disentis

Benedikt Prevost OSB (* 12. März 1848 in Müstair als Johann Anton Prevost; † 13. Juni 1916 in Disentis/Mustér) war ein Schweizer Ordensgeistlicher und Abt des Klosters Disentis.

Leben und Wirken

Prevost wurde als Sohn des Lehrers Ulrich Prevost und Maria Rosa Conrad geboren. Er war der Bruder von Karl Prevost (1840–1907, Kloster Muri-Gries). Sein Onkel war Bonaventura Foffa, Abt des Klosters Muri-Gries. Ein weiterer Onkel war der Missionar Chrysostomos Foffa OSB, Konventuale des Klosters Einsiedeln.

Benedikt Prevost besuchte ab 1861 das Gymnasium in Bozen, bestand dort 1869 die Maturitätsprüfung mit Auszeichnung und trat dann in das Stift Gries ein, wo er am 21. November 1870 die einfachen Ordensgelübde ablegte. Nach der Priesterweihe am 6. August 1871 feierte er am 15. August 1871 in der Stiftskirche Gries die Primiz, sein Bruder Karl hielt hierbei die Primizpredigt.

Anschliessend wirkte er von 1873 bis als Katechet in St. Georgen (Gries). Nach abgeschlossenem Studium war er zugleich Lektor der Philosophie und Theologie. Er bereitete sich zudem auf die Pfarrkonkursprüfung vor und bestand sie in Trient mit Auszeichnung. Von März 1878 bis 1880 bekleidete er das Amt des Novizenmeisters.

Im Herbst 1879 tagte die Schweizerische Benediktinerkongregation mit dem Ziel, über die Wiederbelebung des Klosters Disentis zu beraten. In diesem Rahmen wurde Benedikt Prevost von Abt Adalbert zum Prior für Disentis ernannt. Durch den Churer Bischof Franz Konstantin Rampa beauftragt, trat er dieses Amt im Sommer 1880 an. Mit der Eröffnung des Noviziats im selben Jahr wurde Benedikt zugleich Novizenmeister. Neben der Klosterleitung bereitete er zudem die Novizen und die Fratres für die Maturität und die theologischen Prüfungen in Chur vor.

Nach dem Eintritt vieler neuer Mitglieder in das Kloster wurde am 18. April 1888 ein Abt gewählt. Unter dem Vorsitz von Abt Basilius von Einsiedeln wurde Benedikt zum Abt gewählt. Die Benediktion erfolgte am 22. April in Disentis durch den Abt von Einsiedeln unter Anwesenheit der Kongregationsäbte. Disentis wurde wieder in die Kongregation aufgenommen, der Abt wirkte als deren Sekretär.

Der Abt von Disentis wurde 1891 von der Schweizer Benediktinerkongregation als Vertreter zur Festfeier zu Ehren des heiligen Gregor des Grossen nach Rom entsandt. Im Jahr 1894 vertrat er die Kongregation anlässlich der benediktinischen Versammlung bei der Grundsteinlegung des Anselmianus in Rom. Am 24. September 1895 hielt er als Gesandter der Kongregation in Gries die kanonische Visitation und feierte am 26. September das Pontifikalamt und Te Deum zur Feier des 50-jährigen Jubiläums.

Während seiner Regierungszeit im Kloster Disentis, als dessen geistlicher und materieller Neugründer er gilt, gelangte zum Beispiel 1885 der aus der Wallfahrtskirche Maria in der Rose bei Deggendorf stammende von Melchior Stadler geschaffene Hochaltar zu einem günstigen Preis nach Disentis als Ersatz für den 1799 zerstörten alten Hauptaltar von Johann Ritz von Selingen (1666–1729). Benedikt liess die Marienkirche erbauen, die 1899 vom Churer Bischof Johannes Fidelis Battaglia geweiht wurde. 1912 erfolgte die Einweihung und Eröffnung der Rhätischen Bahn Ilanz–Disentis. 1913/14 wurde die Restauration des Chores der Abteikirche samt Höherlegung des Hochaltares vorgenommen. Zum 1300-jährigen Jubiläum der Klostergründung wurde 1914 eine dreitägige Feier ausgerichtet.

1913 feierte Benedikt das Silberne Abtjubiläum. Im selben Jahr wurde er zum Vizepräses und zweiten Visitator der Schweizerischen Benediktinerkongregation gewählt.

Abt Benedikt starb nach einer unbeachteten Lungenentzündung am 13. Juni 1916 in der ersten Stunde nach Mitternacht.

Ämter

Literatur

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Einzelnachweise

  1. ↑ Rudolf Henggeler: Professbücher der Benediktinerabteien St. Martin in Disentis, St. Vinzenz in Beinwil und U. L. Frau von Mariastein, St. Leodegar und St. Mauritius im Hof zu Luzern, Allerheiligen in Schaffhausen, St. Georg zu Stein am Rhein, Sta. Maria zu Wagenhausen, Hl. Kreuz und St. Johannes Ev. zu Trub, St. Johann im Thurtal (= Monasticon-Benedictinum Helvetiae. Band IV). Zug 1956, S. 51–52.
  2. ↑ Urban Affentranger: Benedikt Prevost. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 16. August 2024, abgerufen am 21. Februar 2026. ist als Beruf des Vaters als "Bauer" angegeben.
  3. ↑ Rudolf Henggeler: Professbuch der fürstlichen Benediktinerabtei U. L. F. zu Einsiedeln (= Monasticon-Benedictinum Helvetiae. Band III). Zug 1933, S. 546.
  4. ↑ Ambros Trafojer: Das Kloster Gries (Bozen) – Vom Chorherrenstift in der Au und in der Burg zum Benediktinerkloster Muri-Gries. 2., neu bearbeitete Auflage. Bozen 1982, S. 118–119.
  5. ↑ Odo Lang: Die Säkularisation und die Schweizer Benediktiner. In: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige. Band 115, St. Ottilien 2004, S. 389.
  6. ↑ Unterlagen Professbuch P. Adelhelm Rast und Abt Dominikus Bucher, Zettelkatalog P. Adelhelm Rast im StiAMG Sarnen sowie digitalisierte und erweiterte Ausgabe des Professbuchs von P. Vinzenz Gasser im StiAMG Gries (Transkript P. Plazidus Hungerbühler).
Personendaten
NAME Prevost, Benedikt
ALTERNATIVNAMEN Prevost, Johann Anton (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Ordensgeistlicher und Abt
GEBURTSDATUM 12. März 1848
GEBURTSORT Müstair
STERBEDATUM 13. Juni 1916
STERBEORT Disentis/Mustér