Benjamin Heyne

Benjamin Heyne (* 1. Januar 1770 in Döbra, Kurfürstentum Sachsen; † 6. Februar 1819 in Vappera, Madras, Britisch-Indien) war ein deutscher Missionar, Botaniker und Naturforscher, der als Erster den Crassulaceen-Säurestoffwechsel beobachtete. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „B.Heyne“.

Leben und Wirken

Benjamin Heyne erhielt seine Ausbildung in Dresden. Als Missionar der Herrnhuter Brüdergemeine kam er Ende 1791 in der dänischen Siedlung Tranquebar an. 1793 leitete Heyne die Plantagen der Britischen Ostindien-Kompanie bei Samalkot. 1799 begleitet er Colin Mackenzie (1754–1821) als Botaniker bei der Erkundung des Gebietes von Mysore. Von 1802 bis 1808 leitete er den Botanischen Garten Lal Bagh in Bangalore. 1806 war er Arzt in Cuddapah.

In einem an den Vizepräsidenten der Linnean Society of London Aylmer Bourke Lambert gerichteten Brief, der am 20. April 1813 verlesen wurde, beschrieb Heyne seine an der Goethe-Pflanze gemachten Beobachtungen: „Die Blätter von Cotyledon calycina […] sind des Morgens so sauer als Sauerampfer, wo nicht noch saurer. So wie der Tag weiter fortruckt, verlieren sie ihren sauren Geschmack und werden um Mittag geschmacklos; gegen Abend erhalten sie beinahe einen bitterlichen Geschmack.“ Es handelt sich hierbei um die erste Beschreibung der beim Crassulaceen-Säurestoffwechsel auftretenden Phänomene.

In Ostindien sammelte Heyne zahlreiche Pflanzen. Einige davon wurden später von Albrecht Wilhelm Roth in Novae Plantarum Species praesertim Indiae Orientalis (1821) beschrieben. Er beauftragt Einheimische mit dem Anfertigen von Pflanzenzeichnungen, die heute in Kew und der British Library aufbewahrt werden.

Ehrungen

Während seines kurzen Aufenthaltes in England wurde er 1813 in die Linnean Society of London aufgenommen.

William Roxburgh benannte ihm zu Ehren die Gattung Heynea der Pflanzenfamilie der Mahagonigewächse (Meliaceae). Ebenfalls nach ihm wurde die Euphorbienart Jatropha heynei benannt. Auch die Art Javanisches Patschuli (Pogostemon heyneanus) aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) ist nach Heyne benannt.

Schriften (Auswahl)

Bücher

Zeitschriftenbeiträge

Nachweise

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Eintrag beim Nationaal Herbarium Nederland (abgerufen am 18. November 2009).
  2. ↑ Benjamin Heyne: Über die Desoxydation der Blätter von Cotyledon calycina. In: Jahrbücher der Gewächskunde. Band 1, Nr. 2, Berlin / Leipzig 1820, S. 70–71 (online).
  3. ↑ George W. Pucher, Charles S. Leavenworth, Wanda D. Ginter, Hubert Bradford Vickery: Studies in the metabolism of Crassulacean plants: changes in the composition of Bryophyllum calycinum during growth. In: Plant Physiology. Band 22, Nr. 1, 1947, S. 1 (JSTOR:4257998).
  4. ↑ Hortus Bengalensis, or a Catalogue of the Plants Growing in the Hounourable East India Company's Botanical Garden at Calcutta. Serampore 1814, S. 33 (online).
  5. ↑ Heynea trijuga. Walnut-Like Heynea. In: Curtis’s Botanical Magazine. Band 42, London 1815, Tafel 1738 (online).
  6. ↑ Urs Eggli, Leonard E. Newton: Etymological Dictionary of Succulent Plant Names. Birkhäuser, 2004, ISBN 978-3-540-00489-9, S. 108.
Personendaten
NAME Heyne, Benjamin
KURZBESCHREIBUNG deutscher Missionar, Botaniker und Naturforscher
GEBURTSDATUM 1. Januar 1770
GEBURTSORT Döbra
STERBEDATUM 6. Februar 1819
STERBEORT Vappera, Madras