
Benjamin Reding (* 3. Januar 1969 in Dortmund) ist ein deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor und Autor.
Vor seinem Abitur im Jahr 1987 war Reding zunächst für zwei Jahre als Anti-Zensur-Referent in der AG Junge Presse Nordrhein-Westfalen aktiv, danach als freischaffender Plakatgestalter und von 1990 bis 1991 als Sänger der Dortmunder Crossover-Band ColeDress. Dann studierte er Archäologie und Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Ab 1990 arbeitete Reding als freier Journalist für den WDR und wurde Darsteller am Studententheater der Ruhr-Universität sowie am N.N.-Straßentheater in Köln. 1991 brach Reding sein Studium ab und wurde Regie-Assistent am Schauspielhaus Bochum, unter anderem unter Frank-Patrick Steckel und Andrea Breth. Ein Jahr später führte er erstmals selbst Regie für das Kinder- und Jugendtheater am Schauspielhaus Bochum. Nach ersten eigenen Erfahrungen als Darsteller auf der Bühne des Schauspielhauses begann Reding 1992 eine professionelle Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, die er 1995 mit dem Diplom abschloss. Direkt im Anschluss gehörte er noch dem Ensemble des Staatstheaters Stuttgart unter Friedrich Schirmer als Gast-Schauspieler an. Außerdem arbeitete Reding ab 1996 viele Jahre als Hörspielsprecher für verschiedene Rundfunkanstalten der ARD.
Von 1993 bis 1997 beteiligte sich Benjamin Reding an mehreren Kurzfilmen seines Zwillingsbruders Dominik Reding als Darsteller, Co-Regisseur und Co-Produzent. 1997 begann die Arbeit an dem Debüt-Spielfilm Oi! Warning. 1998 gründete Reding zusammen mit seinem Bruder dazu in Hamburg die Eye!Warning-Filmproduktion. Seither realisierte Benjamin Reding zwei Kinofilme als Autor, Regisseur, Produzent, Caster, Location-Scout und Set-Fotograf: Oi! Warning und Für den unbekannten Hund. Das Drehbuch zum Kinder- und Jugendkinofilm-Projekt Der Golem und die zweifache Welt blieb bisher unverfilmt. Daneben arbeitete er als Buchautor (Oi! Warning, ein Film auf eigene Gefahr) und schreibt regelmäßig als Kolumnist für das Architekturmagazin AIT. Von 2003 bis 2005 hatte Reding eine Lehrtätigkeit als Gastdozent an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin inne. 2006 war Reding für die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin Spitzenkandidat der satirischen Punk-Partei Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands/APPD. 1999 erhielt er den Förderpreis der Directors Guild of America, 2003 den Förderpreis Film- und Medienkunst der Akademie der Künste in Berlin. Seit 2008 ist Benjamin Reding Mitglied der Deutschen Filmakademie. Nach 2011 arbeitete Reding auch verstärkt als Foto-Künstler: Bildbeiträge von ihm wurden u. a. in Der Spiegel, der Los Angeles Times in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Variety, in Der Tagesspiegel oder der Folha de S. Paulo veröffentlicht. Seine visuellen Arbeiten waren darüber hinaus auch Cover-Motive von filmdienst, epd-Film und dem Film & TV Kameramann. Hinzu kamen in den letzten Jahren noch drei Buchveröffentlichungen mit 120 seiner Fotografien und Grafiken (Alles Office, Coming Home, Pretty Public), mehrere Plakat-Entwürfe, sowie eine raumgreifende Fotokunst-Ausstellung mit einem Zyklus von 43 großformatigen Werken in der ehemaligen französischen Botschaft in Saarbrücken unter dem Titel Kluft und Haut. Seit 2022 ist der Bilderzyklus Kluft und Haut Teil der Sammlung Kunst und Kunsthandwerk 20. und 21. Jahrhundert sowie der Dauerausstellung Handwerk und Medizin im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg.
Im Alter von drei Jahren erkrankte Benjamin Reding u. a. an insulinabhängigem Diabetes mellitus, Typ 1. Er ist seitdem schwerbehindert. Diese genetisch-bedingte, immunvermittelte und chronische Stoffwechsel-Erkrankung begleitet ihn zeit seines Lebens. Reding lebt offen queer und seit 2001 in Berlin-Neukölln.








| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Reding, Benjamin |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Regisseur |
| GEBURTSDATUM | 3. Januar 1969 |
| GEBURTSORT | Dortmund, Deutschland |