Die Berlin Debating Union e. V. (kurz: BDU) ist der deutsch- und englischsprachige Debattierclub der Berliner Hochschulen. Gegründet im Jahr 1999 hat sich der Verein mit heute rund 100 Mitgliedern zu einem der größten und national wie international erfolgreichsten Debattierclubs Deutschlands entwickelt. Die BDU wurde in den Jahren 2002, 2014, 2021, 2024 und 2026 Deutsche Meisterin, richtete die Meisterschaft 2001, 2008, 2014 und 2025 selbst aus, erreichte Finalrunden auf Europa- und Weltmeisterschaften und war der Ausrichter der Europameisterschaft 2006 sowie der Weltmeisterschaft 2013.
Die Berlin Debating Union begann mit regelmäßigen Debatten unter dem Namen „Streitzeit (Berlin Debating Union)“, gegründet von Jens Fischer und Kai Monheim im Herbst 1999 am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. In öffentlichen Foren wurden dabei Streitfragen mit dem Publikum debattiert. Das wettkampforientierte Debating im British Parliamentary Style hielt mit dem Umzug an die Humboldt-Universität zu Berlin Einzug. 2002 wurde die formale Gründung als Berlin Debating Union e. V. Debattierclub zu Berlin vollzogen. Im selben Jahr richtete der junge Verein die erste Deutsche Debattiermeisterschaft aus.
Von Beginn an pflegte die BDU sowohl ihr nationales als auch ihr internationales Profil. So war sie nicht nur von Beginn an auf der deutschsprachigen Turnierserie der Zeit Debatten erfolgreich und errang 2002 die Deutsche Meisterschaft, sondern initiierte andererseits auch das Central and Eastern European Debating Tournament (CEET) in Berlin und stellte auf der Europameisterschaft in Zagreb 2003 das beste deutsche Team und den besten deutschen Redner. Auch an der Weltmeisterschaft im südafrikanischen Stellenbosch 2003 nahm die BDU teil. Der Aufwärtstrend bei der Teilnahme an internationalen Turnieren setzte sich in Istanbul, Prag, Oxford, Vilnius, Dubrovnik, Cork, Rotterdam, Danzig und auf zahlreichen weiteren Wettbewerben fort. Zum CEET 2004 empfing die BDU etwa 80 Teilnehmer aus elf Ländern, zu den Berlin Open 2005 39 Teams aus 19 Ländern. Im Jahr 2006 richtete die Berlin Debating Union die European Universities Debating Championship, die Debattier-Europameisterschaft, und im Jahr 2008 erneut die Deutsche Meisterschaft aus.
Am 1. Januar 2011 bewarb sich die BDU vor dem Council der World Universities Debating Championship (WUDC) 2011 in Gaborone erfolgreich um die Ausrichtung der WUDC 2013 in Berlin. Hierbei handelte es sich um die erste Debattierweltmeisterschaft in Deutschland, die vom 27. Dezember 2012 bis zum 4. Januar 2013 in Berlin auf dem Gelände der TU Berlin ausgetragen wurde. Die 33. Auflage des Debattierturniers stand unter dem Motto „Embracing Dissent. Die Kraft des Widerspruchs“.
1.400 junge Menschen aus mehr als 70 Ländern beteiligten sich dabei als Redner, Juroren oder Helfer, darunter waren auch über 100 Freiwillige aus anderen Debattierclubs. Die 800 Redner konkurrierten um den Titel des Weltmeisters in drei Sprachkategorien: English as a Proficient Language (EPL), English as a Second Language (ESL) oder English as a Foreign Language (EFL). Die inhaltliche Ausrichtung des Turnieres durch die Themensetzung übernahmen die Chefjuroren Sharmila Parmanand (Philippinen) und Douglas Cochran (England) mit ihren Assistenten Victor Finkel (Australien), Isabelle Fischer (Deutschland) und James Kilcup (USA). Bei der Bewertung der Rednerleistungen wurden sie von 300 Juroren unterstützt.