Berlin Document Center

Berlin Document Center in Berlin-Zehlendorf (1947)

Das Berlin Document Center (BDC) wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Berlin errichtet, um zentral Unterlagen aus der Zeit des Nationalsozialismus zu sammeln, die zur Vorbereitung für die Nürnberger Prozesse gegen Kriegsverbrecher benötigt wurden. Bis 1994 stand das BDC unter US-amerikanischer Verwaltung und wurde dann vom Bundesarchiv übernommen. Mikroverfilmte Kopien wurden für die National Archives and Records Administration angefertigt, wo der Zugang ungehindert vom deutschen Datenschutz möglich ist. Das BDC befand sich am Ende des Wasserkäfersteigs, südöstlich der Krummen Lanke, in größtenteils unterirdischen Gebäuden einer ehemaligen Abhörstation des Reichsluftfahrtministeriums mit Bunkeranlage. Nach der Übernahme durch das Bundesarchiv wurde das BDC zunächst als Außenstelle Berlin-Zehlendorf weitergeführt, ehe die Unterlagen 1996 in der neuen Außenstelle Berlin-Lichterfelde mit den Beständen der Abteilung Deutsches Reich zusammengeführt wurden.

Das BDC war mit insgesamt über 20 Millionen Akten bis zur Übernahme durch das Bundesarchiv eines der größten Personenarchive in der Bundesrepublik Deutschland.

Bestände

Unter bestimmten Voraussetzungen und bei entsprechender Legitimation können diese Unterlagen eingesehen werden.

Auffinden der NSDAP-Zentralkartei

Michel Thomas, der als Mitglied des Counter Intelligence Corps der 45. Infanterie-Division an der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau teilgenommen hatte, entdeckte am 20. Mai 1945 in der Papierfabrik Josef Wirth in München-Freimann 68 Tonnen Mitglieder-Karten der NSDAP-Zentralkartei, die dort eingestampft werden sollte. Hanns Huber, der Geschäftsführer der Papiermühle, verzögerte jedoch die Vernichtung. Die Kartei wurde dem US-Stadtkommandanten in München gemeldet und im Januar 1946 einschließlich der originalen Möbel ins Berlin Document Center gebracht.

Siehe auch

Literatur

Commons: Berlin Document Center – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Lageplan. In: maps.berlin-brigade.com, abgerufen am 24. November 2017.
  2. ↑ Berlin Document Center. Hintergründe zu Geschichte und Hauptbeständen. In: bundesarchiv.de. Abgerufen am 23. November 2018.
  3. ↑ Horst Ulrich, Uwe Prell, Ernst Luuk: Berlin Document Center (BDC). In: Berlin Handbuch. Das Lexikon der Bundeshauptstadt. FAB-Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-927551-27-9, S. 92.
  4. ↑ Discovery of Party Documents in the Josef Wirth paper mill in Freimann by 45th CIC Detachment, 20 May 1945. Weekly Counterintelligence Report #16. In: Seventh Army, Western Military District, Annex No 2, Part 4 of 8, CIC Reports/Reporting Section G-2, period 20 May-20 June 1945. NARA.
  5. ↑ Ulrich Raulff: Dein digitaler Schatten. In: Süddeutsche Zeitung. 25. September 2004.

Koordinaten: 52° 27′ 2,4″ N, 13° 14′ 2,8″ O