Statistischer Bezirk von Bern | |
|---|---|
| Koordinaten | 595535 / 200157 |
| Höhenbereich | 480–632 m ü. M. |
| Fläche | 4,244 km² |
| Einwohner | 14.162 (31. Dez. 2024) |
| Bevölkerungsdichte | 3337 Einw./km² |
| Ausländeranteil | 41.39 % (31. Dez. 2024) |
| Arbeitslosenquote | 2.7 % (31. Dez. 2024) |
| Arbeitsstätten | 540 (31. Dez. 2023) |
| BFS-Nr. | 351032 |
| Postleitzahl | 3018, 3020, 3027, 3032 |
| Stadtteil | Bümpliz-Oberbottigen |


Bethlehem ist ein statistischer Bezirk im Stadtteil Bümpliz-Oberbottigen (VI) im Westen der Stadt Bern. Zu Bethlehem gehören Riedern, Eymatt, Eichholz, Bethlehemacker, Altes Bethlehem, Untermatt, Blumenfeld, Ackerli, Tscharnergut, Brünnen, Gäbelbach und Holenacker. Die Bahnstrecke Bern–Neuenburg bildet die Grenze zu Bümpliz.
Im statistischen Bezirk betrug die Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2024 insgesamt 14.162 Personen.
Davon waren 49,1 Prozent Männer und 50,9 Prozent Frauen.
2024 wurden 132 Personen eingebürgert. 145 Geburten standen 119 Todesfällen gegenüber.
Es wurden 117 Ehen geschlossen und es gab 51 Scheidungen.
8301 Personen hatten die Schweizer Staatsbürgerschaft, 5861 waren Ausländer (die Ausländerquote beträgt 41.39 %).
Die Arbeitslosenquote betrug 2.7 %.
Die Zahl der bewohnten Gebäude war 916 und es befanden sich dort 540 Arbeitsstätten mit 7360 Beschäftigten (beides Stand: 31. Dezember 2023).
Die Gesamtbevölkerung ist nach Altersklassen in Jahren wie folgt aufgeteilt:
| Altersklasse | Anz. Einw. | Anteil in % |
|---|---|---|
| 0–6 (Vorschule) | 924 | 6.52 |
| 7–15 (Schule) | 1213 | 8.57 |
| 16–19 (Ausbildung) | 571 | 4.03 |
| 20–64 (Berufsphase) | 8828 | 62.34 |
| ab 65 (Rentner) | 2626 | 18.54 |
Aufgrund von Funden aus frühmittelalterlichen Gräbern lassen sich die ältesten Spuren menschlicher Aktivitäten in Bethlehem im 6.–7. Jahrhundert verorten.
Bethlehem war ein kleinerer Weiler auf dem heutigen Territorium von Blumenfeld und Altes Bethlehem. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Gegend landwirtschaftlich geprägt. Als altes Gemeindegebiet von Bümpliz befand es sich im Grenzgebiet zwischen Burgunden im Westen und Alemannen im Osten. Für die Namensherkunft (seit 1508 schriftlich belegt) gibt es vier Theorien:
1918 stimmen die Bümplizer mit 631 Ja gegen 17 Nein dem Eingemeindungsvertrag mit Bern zu, der 1919 vollzogen wurde; wirtschaftliche Gründe waren dafür massgeblich.
Wegen der Wohnungsnot während und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Wohnungsbau intensiviert. Es entstand eine «patchworkartige Anordnung unabhängiger Siedlungen». Auch der Bauboom in den Sechziger- und Siebzigerjahren änderte dies nicht. Die Grossüberbauungen erfolgten isoliert voneinander, sie waren jeweils nur in sich einheitlich gestaltet. Bümpliz-Bethlehem wurde zu einer Vorstadt von Bern mit heterogenem Charakter ohne klar zu erkennendes Zentrum. Mitte der Achtzigerjahre war im Grunde alles fertig gebaut. Es gibt kaum noch Möglichkeiten, grosse städtebauliche Veränderungen durchzuführen. Trotzdem fanden und finden einige Verdichtungen der Besiedlung statt. Da viele Gebäude denkmalgeschützt sind, ist ein Abriss und Neubau zumindest erschwert.
Die Bebauung besteht zu einem Grossteil aus grossen Wohnblöcken (die ersten, die in der Schweiz gebaut wurden). Die bekanntesten Hochhaussiedlungen heissen Tscharnergut, Gäbelbach, Bethlehemacker und Holenacker. Da sie für die damalige Zeit wegweisend waren, sind einige der Gebäude heute geschützt, sie gelten als von denkmalpflegerischem Interesse. Ausserdem sind Ein- und Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser vorherrschend, die überwiegend auch aus der Nachkriegszeit stammen.
Bern-Bethlehem weist zusammen mit Bümpliz eine der bedeutendsten Architekturlandschaften der Nachkriegszeit der Schweiz auf. Als Bern nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals über 100’000 Einwohner zählte, musste dringend neuer Wohnraum geschaffen werden, und so kauften Baukonsortien und die Stadt Bern viele der grossen bernburgerischen Landgüter im heutigen Stadtteil VI auf, um auf ihnen zuerst grosse Ein- und Mehrfamilienhausquartiere wie z. B. den Bethlehemacker, die Meienegg, später auch grossflächige Wohnüberbauungen wie z. B. das Tscharnergut oder den Gäbelbach, zu errichten.
Die einzig mögliche Erweiterung erfolgte später nach Westen, Brünnen wurde auf vorher landwirtschaftlich genutztem Gebiet ab 2004 errichtet.
Unter dem Namen Chantier Bethlehem West wurde im November 2019 der Entwurf eines Masterplans vorgestellt, wie die Stadtentwicklung bis 2030 in Bethlehem geplant werden soll. Vor allem durch Innenverdichtung sollen 1'500 weitere Wohnungen für 3'000 Einwohner, dazu auch Gewerbe-/Dienstleistungsfläche und Einkaufsfläche gewonnen werden. 2000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.
Die Erweiterung von Bern (geplant sind bis 2030 17'000 neue Bewohner) soll auch im Westen erfolgen, indem neben einer Verdichtung (für Bethlehem) weitere Wohnungen «auf der grünen Wiese» gebaut werden sollen, vorgesehen scheint dafür Niederbottigen.
Bethlehem liegt im Westen der Stadt Bern. Im Norden wird Bethlehem durch den Grossen Bremgartenwald abgegrenzt, auf den die Eymatt folgt. Diese liegt südlich des Wohlensees, auf den wiederum Hinterkappelen folgt. Östlich von Bethlehem liegt das Quartier Neufeld, südöstlich der Stöckacker, südlich Bümpliz und südwestlich Oberbottigen. Im Westen – aber bereits direkt südlich des Quartierteils Gäbelbach – befindet sich der Entwicklungsschwerpunkt Brünnen mitsamt dem 2008 eröffneten Shopping- und Erlebniscenter «Westside». Der Stadtbach fliesst teilweise durch Bethlehem.
Bethlehem ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Neben mehreren Hauptstrassenanschlüssen hat Bethlehem eine eigene Autobahnauffahrt der A1 namens Bern-Bethlehem. Bethlehem selbst wird durch die Bernmobil Tramlinie 8 sowie die Postautolinie 101 bedient. Zudem fahren samstags und sonntags in den frühen Morgenstunden mehrere Moonlinerlinien Richtung Bethlehem und weiter.
Mit dem Bau der Siedlung Brünnen (Westside) hat seit dem Jahr 2009 auch das Gebiet um den Gäbelbach seine eigene S-Bahn-Station. Zudem wird der Bahnhof Bümpliz Nord im Süden von Bethlehem von mehreren S-Bahn-Linien bedient.

Die reformierte Kirche und das dazugehörige Kirchgemeindehaus wurden 1958–1960 durch den Architekten Werner Küenzi (1921–1997) als Teil der letzten Etappe der Siedlung Bethlehemacker I im Stil der Nachkriegsmoderne erstellt.
Jedes Jahr in der (Vor-)Weihnachtszeit richtete die Post in Bern-Bethlehem eine Sonderpoststelle ein, bei der Briefe vor Ort mit einem Sonderpoststempel abgestempelt werden konnten. Nach der Schliessung des Weihnachtspostamts war die Sonderpoststelle während einer Woche im Dezember im Quartierzentrum Tscharnergut eingerichtet. Ende 2019 öffnete auch diese zum letzten Mal. Der Stempel ist weiterhin via Stempelservice der Post erhältlich: Weihnachtspost kann künftig in der normalen Postfiliale Bern-Bethlehem aufgegeben werden, gestempelt werden auch an «3027 Bethlehem» eingesandte Briefsendungen.