Bernadette Baltis (* 1951) ist eine Schweizer Grafikerin und Briefmarkengestalterin.
Baltis erhielt ihre Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Zürich. Eine weitere Quelle nennt eine fünfjährige Ausbildung in der Fachklasse Grafik. Als Grafikerin arbeitete sie in der Werbeagentur ihres späteren Ehemanns Max Baltis; das Paar lebt in Uerikon am Zürichsee. Später war Baltis Mitinhaberin der Baltis Werbeagentur AG in Uerikon.
Neben dem Briefmarkendesign gestaltete Baltis unter anderem Erscheinungsbilder für Unternehmen und Institutionen sowie Stoffmotive für Fabric Frontline. Für Fabric Frontline zeichnete sie mehr als 40 Motive; ihre Entwürfe wurden auch für Krawatten und Seidenschals der Swissair-Crews verwendet.

Seit 1988 gestaltet Baltis Briefmarken für die Schweizerische Post. Ihre erste Marke entstand zum Jubiläum „100 Jahre Gemeinnütziger Frauenverein“. Bis 2006 hatte sie 38 Schweizer Briefmarken und zwei Blocks entworfen und realisiert, darunter Pro-Juventute-Ausgaben zu Bäumen und Pflanzen des Waldes, Pro-Patria-Marken zu Kulturgütern, Weihnachtsmarken sowie den Block zur Basler Taube von 1995. Bis 2017 gestaltete sie nach eigenen Angaben 52 Marken mit Motiven wie Schmetterlingen, Käfern, Bienen, Pflanzen, Brücken, Kirchen, Christbaumschmuck, Landschaften und Bergen.
Bei ihrer Arbeit verbindet Baltis Recherche, Beobachtung vor Ort und zeichnerische Reduktion. Ihre Entwürfe entstehen häufig zunächst in grösserem Format und werden anschliessend auf das kleine Briefmarkenformat übertragen. Nach eigener Darstellung arbeitet sie weitgehend analog mit Farbstiften, Schere, Pinsel und Klebstift. Baltis selbst ist keine Philatelistin.
Besondere Bekanntheit erlangte Baltis mit dem 2006 erschienenen Dreierstreifen „Eiger–Mönch–Jungfrau“ aus der Serie „Sehenswürdigkeiten der Schweiz“. Der Entwurf zeigt das Bergpanorama aus der Perspektive des Aussichtspunktes Chnubel bei Burgdorf mit Matten und Wäldern des Emmentals. Die Leser der Deutschen Briefmarken-Revue wählten den Dreierstreifen zur schönsten Briefmarke Europas 2006. Während der Renovation des Bundeshauses in Bern wurde das Panorama als grossformatige Reproduktion am Baugerüst gezeigt.
2008 gestaltete Baltis die deutsch-schweizerische Gemeinschaftsausgabe „Alte Rheinbrücke“ Bad Säckingen/Stein. Deutschland und die Schweiz hatten dafür gemeinsam einen Briefmarkenwettbewerb ausgeschrieben; die Jury entschied sich einstimmig für den Entwurf der Schweizer Grafikerin. Die Ausgabe zeigt die Holzbrücke Bad Säckingen, die als längste gedeckte Holzbrücke Europas gilt und Bad Säckingen mit Stein im Kanton Aargau verbindet. Baltis gestaltete in der Folge auch postalische Produkte zu dieser Ausgabe, darunter Stempel, Ersttagsblatt, Ersttagscouverts und Postkarten.
2011 entwarf Baltis mit dem Motiv einer Honigbiene die erste sechseckige Briefmarke der Schweiz.
Für die Pro-Patria-Serie „Kleinbauten“ gestaltete Baltis 2012 vier Sondermarken mit Verkaufszuschlag. Die Serie zeigte einen Löwenbrunnen in Uetendorf, einen Kornspeicher in Mézières, das Gartenhaus der Villa Abendstern in Wädenswil und einen Crot in Brusio. Das Gartenhaus der Villa Abendstern ist mit Robert Walsers Roman Der Gehülfe verbunden.
2017 erschien mit „Churfirsten“ erneut ein mehrteiliger Bergpanorama-Entwurf von Baltis. Die Sondermarken zeigen die sieben bekanntesten Gipfel der Churfirsten als zusammenhängendes Panorama, unterteilt in vier Briefmarken. Baltis wählte dafür den Blick von den Flumserbergen; Grundlage bildeten mehr als ein Dutzend Fotografien, die collageartig komponiert und mit Farbstiften überarbeitet wurden. Einen Teil ihrer frühen Kindheit hatte Baltis in Walenstadt verbracht; im Zusammenhang mit der Churfirsten-Ausgabe bezeichnete sie die Bergkette als Teil ihrer Heimat.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Baltis, Bernadette |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Grafikerin und Briefmarkengestalterin |
| GEBURTSDATUM | 1951 |