Bernd Hanke (* 11. Juni1947 in Radebeul) ist ein deutscher Künstler. Er ist vor allem in den Bereichen Grafikdesign, Plakatgestaltung sowie Fotografik tätig.
Leben
Hanke kam in Radebeul zur Welt, wuchs jedoch in Radeberg auf, wo er bereits als Jugendlicher 1960 den Mal- und Zeichenzirkel von Rosso Majores besucht. Aus „gesellschaftspolitischen Gründen“ durfte Hanke nicht studieren, als Künstler ist er Autodidakt. Er absolvierte von 1965 bis 1967 zunächst eine Lehre als Technischer Zeichner mit Werkzeugmacherausbildung. Während des Grundwehrdienstes arbeitete er in der Armeedruckerei und war von 1968 bis 1979 nach erfolgreicher externer Ausbildung zum Werbeökonom bei der DEWAG Dresden tätig. Von 1979 bis 1982 arbeitete er als Grafiker beim VEB Elbnaturstein Dresden.
Hanke war von 1981 bis 1990 Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR. Dies ermöglichte es ihm, ab 1982 als freischaffender Künstler und Grafikdesigner tätig zu sein. Im Herbst 2003 war Hanke Stipendiat der Stadt Dresden in der Zygote Press in Cleveland, Ohio.
Hanke ist unter anderem seit 1990 Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), im Sächsischen Künstlerbund und im Künstlerbund Dresden sowie im European Designers Verband (BEDA). Bis 2002 war er zudem Mitglied im Berufsverband Deutscher Grafikdesigner (BDG) und bis zur Auflösung 2016 im Bund Mitteldeutscher Grafikdesigner (BMG). Er lebt und arbeitet in Dresden.
Wirken
Bernd Hanke – DENKMALnach, 1983
Bernd Hanke: Romeo und Julia (1983) und Peace Is Not a Deal (2025)
Hanke ist in den Bereichen Grafik und Grafikdesign, Plakat, Katalog und Buch, Markendesign (u.a. Logo, Signet) und Typografie sowie Fotografik tätig. Er steht dabei dem Konstruktivismus nahe.
Sein Plakat DENKMALnach! (Eigenschreibweise „DENKMALnach!“) gilt als „Klassiker der Dresdner Plakatkunst“ und „eines der besten Antikriegsplakate, die in der DDR entstanden.“ Es zeigte 1983 die Ruine der Frauenkirche, die „zum Symbol erhoben…“ wurde. DENKMALnach! (1983) und Remember! (1984) wurden neben weiteren Werken Hankes auf der X. Kunstausstellung der DDR ausgestellt. Sogenannte „Meinungsplakate“ sind noch immer Bestandteil seines heutigen Schaffens. Auf Einladung des Ōgaki Poster Museums schuf Hanke 2022 das Plakat Bomben treffen Zivilisten als Reaktion auf den Ukrainekrieg. Es war zusammen mit dem Werk Der dritte Weltkrieg hat keinen Namen aus dem Jahr 1986 Teil einer Ausstellung in Japan.
Hanke war 2011 mit Gert Wunderlich, Jochen Fiedler, Ulrich Strube und Sylke Wunderlich Mitbegründer des internationalen Projekts plakat-sozial, dessen Signet er auch entwarf. Ziel der Internet-Plattform ist es, „mit den Mitteln der Plakatkunst auf die sozialen Probleme der Gesellschaft aufmerksam zu machen und darüber hinaus die visuelle Kultur zu fördern“. Bis 2023 wurden sechs internationale Plakatausstellungen umgesetzt.
Mit dem Cover für die Amiga-LP Weißer Blues aus dem Jahr 1981 nahm Hanke 1982 an der IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden teil. Das LP-Cover Ströme (1984) wurde 1985 auf der 11. Kunstausstellung des Bezirkes Dresden gezeigt. Hanke schuf weitere LP- und CD-Cover, darunter für Gruppen wie Berluc (Hunderttausend Urgewalten, 1982, Layout) und Musiker wie Wolfgang Scheffler (Wolfgang Scheffler & Blue Ballads, 1994).
Hanke schuf zahlreiche Bildmarken und Signets, unter anderem für den Künstlerbund Dresden, das Lößnitzgymnasium in Radebeul, die Sächsische Wohnungsgenossenschaft Dresden. Sein in Zusammenarbeit mit Frank Voigt entworfenes Signet der Grafikwerkstatt Dresden (1986) war Teil der X. Kunstausstellung der DDR.
Bereits 1967 beschäftigte er sich erstmals mit der Strukturenfotografie, die „[s]ein Metier ist […] Hierin folgt Bernd Hanke einer konstruktiven Stilistik. Wir können in seinen fotografischen Arbeiten durchaus Elemente der Bauhaus-Ästhetik erkennen“, urteilte Reinhild Tetzlaff 2006. Ab 2003 stellte Hanke seine fotografischen Arbeiten auch aus. Unter anderem wurden 2004 und 2005 Ansichten aus New York City und Cleveland gezeigt, die während Hankes Studienaufenthalt in den USA im Herbst 2003 entstanden waren.
2012: Glut statt Asche (u. a. mit Hubertus Giebe, Christine Schlegel, Jürgen Schieferdecker) – mit drei Plakaten: DER faust …, DENKMAL nach!, Der dritte Weltkrieg hat keinen Namen
Bernd Hanke. In: Verband Bildender Künstler der DDR: IX. Kunstausstellung der Deutschen Demokratischen Republik. Verband Bildender Künstler der DDR, Berlin 1982, S. 399.
Bernd Hanke. In: Verband Bildender Künstler der DDR: X. Kunstausstellung der Deutschen Demokratischen Republik. Verband Bildender Künstler der DDR, Berlin 1987, S. 515.
↑Alexander Lange: Vorschau & Rückblick. Monatsheft für Radebeul und Umgebung. August 2020, S. 2 (online).
↑Dr. Ingrid Koch: # Ausschnitte des Sichtbaren. In: Stoba-Druck (Hrsg.): Bernd Hanke: Ausschnitte des Sichtbaren. #2026. Kalender. Stoba-Druck, Dresden 2025, Rückseite.
123Bernd Hanke. In: Perdita von Kraft (Hrsg.): Plakatwaende. Ostdeutsche Grafiker 1990–2000. Ausstellungskatalog. Brandenburgische Kunstsammlungen, Cottbus 2000, S. 65.
↑Hanke, Bernd. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, S. 312.
1234Heinz Weißflog: „… und es hat sich trotzdem gelohnt“. Zum 70. Geburtstag des Grafikers und Plakatkünstlers Bernd Hanke. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 10. Juni 2017, S. 11.
12Bernd Hanke. In: Verband Bildender Künstler der DDR: IX. Kunstausstellung der Deutschen Demokratischen Republik. Verband Bildender Künstler der DDR, Berlin 1982, S. 399.
123Bernd Hanke. In: Verband Bildender Künstler der Deutschen Demokratischen Republik: X. Kunstausstellung der Deutschen Demokratischen Republik. Berlin 1987, S. 515.
↑Alexander Lange: Vorschau & Rückblick. Monatshelft für Radebeul und Umgebung. August 2020, S. 4 (online).
↑Michael G. Fritz: Von Häusern und Räumen. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 10. April 2018, S. 9.
↑Bernd Hanke. In: Rat des Bezirkes Dresden; Verband Bildender Künstler der DDR, Bezirksvorstand Dresden (Hrsg.): 11. Kunstausstellung des Bezirkes Dresden. Dresden 1985, S. 183.
↑Reinhild Tetzlaff: Neuere Fotografien von Bernd Hanke im Sächsischen Landtag und bei art+form. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 19. Juli 2006, S. 14.
↑Ausstellung Indirekt proportional mit Henry Rademacher im Druckmaschinenwerk Planeta Radebeul, vgl. Wolfgang Zimmermann: Ausstellung "Indirekt proportional", Fotos aus New York. Zwei Künstler gleichzeitig in der KBA Planeta. In: Sächsische Zeitung, 5. Oktober 2004, S. 15.
↑Rhythmus.Kreatur.Stadt im Kleinen Haus, Dresden, vgl. Karin Weber: Eine Ausstellung mit Fotografiken von Bernd Hanke. In: Leipziger Volkszeitung, 21. Mai 2005, S. 17.
↑Premierenplakat zu Heinar Kipphardts Bruder Eichmann 1984; Plakat Mit wem lebt der letzte Sieger des Wettbewerbs 100 Beste Plakate, 1988. objekt.db.dhm.de, abgerufen am 31. März 2026.
↑Heinz Weißflog: Ausstellung von 24 Künstlern zu „Rissen in der Zeit“ in den Deutschen Werkstätten Hellerau. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 14. April 2010, S. 11.