Bernd Rudow

Bernd Rudow (* 31. Dezember 1947 in Wittenberge) ist ein deutscher Psychologe und Arbeitswissenschaftler.

Leben

Nach dem Abitur 1966 an der Erweiterten Oberschule Wittenberge (heute Marie-Curie-Gymnasium) nahm Bernd Rudow 1968 das Studium der Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin auf, das er 1972 als Diplom-Psychologe mit dem Schwerpunkt Arbeits- und Ingenieurpsychologie abschloss. Im Anschluss daran lehrte und forschte Bernd Rudow bis 1976 an der Deutschen Hochschule für Körperkultur Leipzig (DHfK) zu Themen der Sportpsychologie, besonders zur Spielintelligenz und zur Eignungsdiagnostik.

An der Universität Leipzig, Institut für Arbeitsmedizin, begann Bernd Rudow 1976 mit der Forschung zum Stress, die in den folgenden Jahren zur Belastungs-, Beanspruchungs- und Gesundheitsforschung in mehreren Berufen (Lehrkräfte, Erzieherinnen, Sozialarbeiter, Straßenbahn- und Omnibusfahrer, Montagearbeiter u. a. m.) ausgebaut wurde.

1981 ging er an die Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR in Berlin. Hier war er bis 1988 in der pädagogisch-medizinischen Forschung vorrangig mit dem Thema „Lehrertätigkeit und Lehrergesundheit“ beschäftigt.

1980 wurde Bernd Rudow an der Technischen Universität Dresden, Sektion Arbeitswissenschaften, zum Dr. rer. nat. promoviert. 1986 folgte die B-Promotion (entsprach der Habilitation) an der Universität Leipzig, Sektion Psychologie. 1988 erging der Ruf an die Universität Leipzig zum Hochschullehrer für Pädagogische Psychologie.

Nach der Flucht aus der DDR im Mai 1988 nahm Bernd Rudow die Tätigkeit an der Universität Mannheim auf. Hier fanden im Jahre 1990 die Umhabilitation und die Ernennung zum Privatdozenten für Psychologie statt. Dann folgten Tätigkeiten als Gastprofessor, Wissenschaftlicher Mitarbeiter oder Lehrbeauftragter an den Universitäten Koblenz-Landau, Bonn, Heidelberg, Augsburg und Zürich (Schweiz) und Tampa (USA).

1995 nahm Bernd Rudow den Ruf auf eine C3-Professur für Arbeitswissenschaften an der Hochschule Merseburg an (Emeritierung 2013). Seitdem ist er vor allem in der angewandten Forschung tätig. Hier kooperierte er mit zahlreichen Unternehmen und Organisationen, z. B. mit Flughafen Frankfurt AG (Fraport), MVV Mannheim AG, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Krankenkassen (DAK, TK) Adam Opel AG und mit der Volkswagen AG.

Aus der jahrelangen Kooperation mit der Volkswagen AG ist das M4-Institut (Mensch-Maschine-Medium-Management) hervorgegangen, das er von 2003 bis 2012 leitete. Zudem gründete Bernd Rudow schon 1992 in Mannheim das Institut für Gesundheits- und Organisationsmanagement (kurz: IGO Prof. Dr. Rudow). Hier ist er bis heute Direktor. Darüber hinaus arbeitet er gegenwärtig als Dozent an mehreren Hochschulen.

Schwerpunkte

Die Lehrgebiete umfassen Arbeitswissenschaften, Verhaltenswissenschaften für Ingenieure und Betriebswirte, Wirtschaftspsychologie für Betriebswirte, Arbeits- und Ingenieurpsychologie für Wirtschaftsingenieure, Arbeits- und Organisationsmanagement, Bildungsmanagement und empirische Forschungsmethoden für Kita-Leitungskräfte. Ferner führt er Seminare oder Workshops zum Stress- und Burnout-Management, zum Arbeitsschutz, zur Kommunikation, Rhetorik und Präsentation, zum Konfliktmanagement sowie Mobbing und zur Suchtproblematik im Betrieb.

Bei der Durchführung der interdisziplinären Projekte arbeitete er vor allem mit der TU Chemnitz (Arbeitswissenschaft, Fabrikplanung), der Universität Oldenburg (Gesundheitspsychologie), der Universität Kassel (Wirtschaftsinformatik), der Humboldt-Universität zu Berlin (Ingenieurpsychologie) und der Universität Münster (Erziehungswissenschaften) zusammen.

Bernd Rudow leitete bzw. leitet gegenwärtig u. a. folgende Forschungsprojekte:

Ehrungen

Veröffentlichungen

Aus ca. 120 wissenschaftlichen Publikationen und diversen Projektberichten sind folgende, die ausgewählte Forschungsschwerpunkte widerspiegeln, hervorzuheben:

Personendaten
NAME Rudow, Bernd
KURZBESCHREIBUNG deutscher Psychologe und Arbeitswissenschaftler
GEBURTSDATUM 31. Dezember 1947
GEBURTSORT Wittenberge