Bernhard Geiger (geboren 30. April 1881 in Bielitz, Österreich-Ungarn; gestorben 5. Juli 1964 in New York City) war ein österreich-amerikanischer Indologe und Iranist.
Geiger begann zunächst mit Studien der Hebraistik, die er auf die Anregung seines Lehrers Leopold von Schroeder durch Iranistik und Sanskrit an der Universität Wien, der Universität Bonn, der Universität Prag, der Universität Göttingen und der Universität Heidelberg ergänzte. Er wurde 1903 zum Doktor der Philosophie promoviert.
Er habilitierte sich 1908 an der Universität Wien oder 1909 an der Göttinger Universität, wo Franz Kielhorn sein Lehrer war, mit einer Studie zu Patañjalis Werk Mahābhāṣya. Anschließend war er bis 1918 als Privatdozent an der Wiener Universität tätig. 1919 wurde er außerordentlicher Professor für Indologie und Iranistik.
Unter Geigers Studenten in Wien war von 1924 bis 1926 der spätere Theologe Hans Urs von Balthasar.
Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 wurde Geiger wegen seiner jüdischen Wurzeln auf Mitbetreiben seines Kollegen Erich Frauwallner, der Nationalsozialist war, entlassen und musste in die USA emigrieren.
Von 1938 bis 1951 wirkte Geiger als Professor am Tibetian-Iranian Institute in New York und von 1951 bis 1953 als Visiting Professor für Iranistik an der Columbia University. Er wurde besonders für seine Forschungen zu den vorislamischen Sprachen und Literaturen des Iran bekannt. Zum Beispiel erforschte Geiger die mitteliranischen Beschriftungen der Synagoge von Dura Europos.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Geiger, Bernhard |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Indologe |
| GEBURTSDATUM | 30. April 1881 |
| GEBURTSORT | Bielsko |
| STERBEDATUM | 5. Juli 1964 |
| STERBEORT | New York City |