Bernhard Kagan

Bernhard Kagan

Bernhard Kagan (* 15. August 1866 in Grodno; † 27. November 1932 in Berlin) war ein deutscher Schachspieler, -publizist, -verleger und -mäzen in Berlin.

Leben und Wirken

Herkunft

Kagan wurde in der damaligen russischen Gouvernementshauptstadt Grodno im heutigen Belarus als Sohn des Großkaufmanns Leon Kagan und der Zipora Finkelstein geboren. Er war jüdischer Religion und seit 1912 mit Elisabeth Schneeweiß verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.

Schachspieler

Kagan beteiligte sich vorwiegend an lokalen Turnieren: 7. 1898, 7.–9. 1902, 6. 1903, geteilter 2. 1923, 7.–10. 1925. Er war geteilter 4. in Hannover 1902, 6.–7. in Ostende 1907, 10. in Prag 1908. Die Vossische Zeitung attestierte ihm 1932 in einem Nachruf, ein „Schachspieler von Meisterstärke“ gewesen zu sein.

Kagan (stehend) im Berliner Turnier 1918

Veranstalter

Noch während des Ersten Weltkriegs und danach organisierte Kagan 1918–1920 in Berlin einige Turniere. Im am stärksten besetzten Turnier im Kerkau-Palast vom 28. September bis 11. Oktober 1918 spielten Emanuel Lasker, Akiba Rubinstein, Carl Schlechter und Siegbert Tarrasch. 1921 organisierte er Aljechins Matche gegen Teichmann und Sämisch.

Mäzen

Während des Ersten Weltkrieges unterstützte er in Deutschland internierte russische Schachspieler, darunter Bogoljubow, Romanowski, Selesnjow.

Verleger

Kagan war Autor einer Reihe von Schachmonografien. In den Jahren 1917 bis 1927 gab er Kagans Schachkatalog heraus. Von 1921 bis 1932 war er Redakteur der zunächst quartalsweise, später monatlich erscheinenden Zeitschrift Kagans Neueste Schachnachrichten. Im Anhang zu dieser Zeitschrift gab es jeweils einen Überblick zu zahlreichen Schachturnieren jener Zeit.

Publikationen (Auswahl)

Commons: Bernhard Kagan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Herrmann A. L. Degener: Kagan, Bernard. In: Wer ist’s? Zeitgenossenlexikon. X. Ausgabe. Degener, Berlin 1935, S. 773 (archive.org).
  2. ↑ Name Index to Jeremy Gaige's Chess Tournament Crosstables, An Electronic Edition, Anders Thulin, Malmö, 1. September 2004 (Memento vom 19. April 2014 im Internet Archive)
  3. ↑ Schachmeister Riemann und Kagan †. In: Vossische Zeitung. Nr. 572 (Abend-Ausgabe), 29. November 1932, S. [8] (dfg-viewer.de).
  4. ↑ Saweli Jurewitsch Dudakow: Kaissa i Wotan. Jerusalem/Moskau 1909, S. 100. ISBN 978-5-98575-356-1. (Digitalisat)
Personendaten
NAME Kagan, Bernhard
KURZBESCHREIBUNG deutscher Schachspieler, -publizist, -verleger und Mäzen in Berlin
GEBURTSDATUM 15. August 1866
GEBURTSORT Grodno
STERBEDATUM 27. November 1932
STERBEORT Berlin