
Bernhard Loibner (* 22. Juni 1965 in St. Veit an der Glan, Kärnten) ist ein österreichischer Komponist, Musiker elektronischer Musik und Medienkünstler.
Er wuchs in Villach auf, wohin seine Eltern kurz nach seiner Geburt übersiedelt waren. Sein Vater war Unfallchirurg, seine Mutter Krankenschwester und seit der Geburt ihrer Kinder Hausfrau. Er hat einen älteren Bruder. Seine Matura absolvierte er am BORG Klagenfurt, danach übersiedelte er 1985 nach Wien. Dort studierte er erst Tontechnik und absolvierte ab 1986 auch ein Studium der Datentechnik an der TU Wien das er 1990 abschloss.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit arbeitete er als IT-Spezialist in verschiedenen Medienunternehmen. Die Jahre 1998/99 verbrachte er in London wo er für die Economist Group arbeitete. Nach der Rückkehr nach Wien war er von 2000 bis 2002 als Universitäts-Assistent für visuelle Medien bzw. Digitale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien beschäftigt . Seither ist er Lehrer an der HTL Donaustadt und absolvierte dafür ein Lehramtstudium.


Nach frühen Versuchen in diversen Rockbands begann er Mitte der 1980er Jahre als E-Bassist mit seiner Band All Quiet on the Western Front ein Crossover aus Elektronik, Rockmusik und improvisierter Musik zu spielen. Die Gruppe veröffentlichte 1990 ein Album auf Vinyl und CD. Durch den Kontakt zu Heidi Grundmann und dem ORF Kunstradio wurde sein Interesse an Medienkunst geweckt und er entwickelte erst mit All Quiet On The Western Front und später u.a. mit dem Schriftsteller Robert Woelfl und dem US-amerikanischen Medienkünstler Tom Sherman Arbeiten in angrenzenden Medien z.B. Radiostücke, Klanginstallationen oder Projekte in elektronischen Medien.
Sein musikalisches Schaffen war in den Anfängen stark von der Arbeit mit Sampling geprägt. In den frühen 2000er Jahren begann seine Auseinandersetzung mit Computermusik und der visuellen Programmiersprache Max/Msp, mit der er neben Sample-basierten auch zunehmend synthetische Klangerzeuger programmierte und für seine Kompositionen und Konzerte einsetzte. Ab Mitte der 2000er Jahre weitete er sein Schaffen auf die visuelle Ebene aus und komponierte und veröffentlichte audio-visuelle Werke. Programmierung und Komposition versteht er dabei als ineinandergreifenden Prozess.
Seit den 2020er Jahren hat er die computerbasierte Klangerzeugung weitgehend für die Arbeit mit analogen modularen Synthesizern getauscht. Damit ist auch die Auseinandersetzung mit frei improvisierter Musik verstärkt in seinen Fokus gerückt.
Zu Loibners künstlerischen Arbeiten gehören, neben Livekonzerten elektronischer Musik, sowohl Kompositionen für zeitgenössischen Tanz und Theater als auch Video, Film und Radio. Seine experimentelle elektronische Musik und audiovisuellen Stücke wurden bei zahlreichen Konzerten, Aufführungen und bei Filmfestivals gespielt.
Zu seinen Gemeinschaftswerken gehören Arbeiten des Duos „Nerve Theory“, das mit dem US-amerikanischen Videokünstler Tom Sherman in den Bereichen Klang, Video und Stimme tätig ist, sowie gemeinsame Konzerte mit Didi Bruckmayr unter dem Pseudonym "Bruckner", dem Duo "KnuRRhahn, dem Saxophonisten Michael Fischer, dem Vienna Improvisers Orchestra und anderen. Auftragsarbeiten umfassen Filmmusiken für die Regisseurin Mara Matuschka und andere Performances.
Im Jahr 2009 wurde ihm das österreichische Staatsstipendium für Komposition zuerkannt.
Seine Musik und seine Videos wurden auf CD und DVD veröffentlicht und bei zahlreichen Live-Konzerten und Screenings vorgestellt u.a. Ars Electronica Linz, Elektra Montreal, Steirischer Herbst, Music Unlimited Wels, Moers Festival, Kortfilmfestival Leuven, File Sao Paolo.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Loibner, Bernhard |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Komponist, Musiker elektronischer Musik und Medienkünstler |
| GEBURTSDATUM | 22. Juni 1965 |
| GEBURTSORT | St. Veit an der Glan, Kärnten |