
Bernhard Wachstein (geboren 31. Januar 1868 in Tluste, Galizien, Österreich-Ungarn; gestorben 15. Januar 1935 in Wien) war ein jüdischer Gelehrter (Gemeindegeschichte, Bibliographie, Epitaphie), der die Bibliothek der Wiener Israelitischen Gemeinde von Grund auf neu aufbaute, erweiterte und modernisierte sowie auf bibliographischem Gebiet, insbesondere zur Geschichte der österreichischen Judenschaft, bedeutende Grundlagenarbeiten lieferte.
Bernhard Wachstein ließ sich nach Absolvierung seiner talmudischen, philosophischen, historischen und bibliographischen Studien in Wien nieder. 1903 wurde er Bibliothekar der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, in der er und für die er 32 Jahre lang arbeitete. Als der Leiter der Bibliothek, Bernhard Münz, 1919 starb, wurde er dessen Nachfolger.
Wachstein befasste sich auch mit der Familienforschung, die in der jüdischen Geschichte einen hervorragenden Stellenwert einnimmt, und wurde ein bedeutender Kenner auf diesem Gebiet.
Bernhard Wachstein war mit der Lehrerin Marie Weiss verheiratet. Sein Sohn Max Wachstein (geboren 1905) überlebte die Haft im KZ Dachau und im KZ Buchenwald und wurde später Pathologe in den USA, seine Tochter Sonia Wachstein (1907–2001) wurde in Österreich Gymnasiallehrerin, floh 1938 vor der rassistischen Verfolgung und wurde Sozialarbeiterin in den USA.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wachstein, Bernhard |
| KURZBESCHREIBUNG | jüdischer Gelehrter und Bibliograph |
| GEBURTSDATUM | 31. Januar 1868 |
| GEBURTSORT | Tluste, Galizien |
| STERBEDATUM | 15. Januar 1935 |
| STERBEORT | Wien |