Nach seiner Schulzeit studierte Bertram Hasenauer von 1992 bis 1997 an der Akademie der bildenden Künste Wien. Dort besuchte er die Meisterklasse bei Franz Xaver Ölzant. 1997 erhielt er vom österreichischen Bundeskanzleramt ein Arbeitsstipendium. Bertram Hasenauer vertiefte seine Studien an der Universität der Künste Berlin und von 1997 bis 1998 in London am Central Saint Martins College of Art and Design. 1999 erhielt er ein Atelierstipendium für Krakau. 2005 bekam er das österreichische Staatsstipendium für Bildende Kunst. 2009 nahm er ein Atelierstipendium im italienischen Paliano an. Hasenauer lebt und arbeitet in Berlin.
Werk
Im Mittelpunkt Hasenauers künstlerischer Praxis ist das Porträt, bzw. die Figur. Das Porträt begreift er nicht im herkömmlichen Sinne als Abbild, vielmehr interessiert ihn die Idee eines Porträts.
Hasenauers Bildschöpfungen befassen sich hauptsächlich mit menschlichen Figuren, die vor einem monochromen, weißen oder dunklen Hintergrund dargestellt sind, aber auch mit Landschaften sowie Datums- und Schriftbildern. Hasenauer bietet einen fein differenzierten Blick auf das Wesen der von ihm dargestellten jungen Personen. Das Spontane und Dynamische ist gewichen. Die Figuren wirken androgyn und scheinen im Raum zu schweben, was ihnen etwas Über-Reales verleiht. „Was zunächst wie ein Porträt erscheint, erweist sich als die Idee zu einer möglichen porträtierten Figur; was wie das Bild einer menschlichen Figur erscheint, entschwindet sofort in die vagen Sphären der Erinnerung an eine Figur.“ Als Arbeitsmaterial dienen Hasenauer teilweise Bilder aus Zeitschriften und Magazinen. Er trägt die Farbe wie einen dünnen Film auf eine fein strukturierte Grundierung auf. Die Dargestellten wirken melancholisch und abwartend.
„Der Begriff des „Magischen Realismus“ kann im Falle Bertram Hasenauers und seiner requisitenlosen Welt um die Spirale des Enigmatischen erweitert werden: Indem seine Arbeiten das Rätselhafte der menschlichen Existenz vor ihrem lediglich und leidlich magischen Charakter favorisieren, also statt einer Ode auf die Zauberkraft der Dinge eher von einem dezent formulierten Rest an Ungeklärtheit sprechen, flüstern, der den eigentlichen Reiz und die Anziehung des Daseins ausmachen sollte. In einer doch immer wieder feststellbaren, unerklärlichen Rätselhaftigkeit von Welt und Sein in uns, um uns und um uns herum.“
– Stephan Maier
Einzelausstellungen
2020 fine delay Galerie Anja Knoess, Köln, Deutschland
2019 „Other days“, Galerie Schloss Wiespach, Deutschland
2019 "Bertram Hasenauer" Das Bilderhaus Sammlung Dr. Neumann, Bad Aibling, Deutschland
2019 "Smoking in the woods" Galerie. Z, Bregenz, Deutschland
2018 "Bertram Hasenauer. Empty Pools", Galerie Thomas Fuchs, Stuttgart, Deutschland
2018 "Bertram Hasenauer. Tau". Malerei und Zeichnung", Galerie Brusberg, Berlin, Deutschland
2016 „The pines were tapped for resin“, Mario Mauroner Contemporary Art Salzburg, Salzburg, Österreich
2015 „You must have wanted the world to know“, Galerie Thomas Fuchs, Stuttgart, Deutschland
2014 Treffpunkt Kunst, ORF Studio Linz, Linz, Österreich
2014 September, Mario Mauroner Contemporary Art Salzburg
2014 Mario Mauroner Contemporary Art Vienna, Wien
2013 nichtvonmenschenhand, Kulturzentrum bei den Minoriten, Graz.
2011 Großer Kunstpreis des Landes Salzburg Zur Begründung führte die Jury aus: Bertram Hasenauer hat in zwei Jahrzehnten eine unverwechselbare künstlerische Handschrift, die international verstanden wird, entwickelt. Das Menschenbild wird anonym, ein Distanzieren vom Betrachter, keine unmittelbare Kommunikation findet statt. Innerhalb der neuen malerischen Figuration hat er eine eigene Position: Er erzählt keine Geschichten, dokumentiert jeweils einen Augenblick.
Literatur
Stephan Maier: Bertram Hasenauer. Der enigmatische Realismus. In: Kunstforum international, Band 205, 2010, S. 230–243
Galerie im Traklhaus (Hrsg.): Faistauer Preis für Malerei des Landes Salzburg 2005. Galerie im Traklhaus, Salzburg 2005
Gesellschaft der Freunde der Neuen Galerie Graz (Hrsg.): Bertram Hasenauer. Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz 2002