Beschwitz

Wappen derer von Beschwitz (Genealogisches Handbuch des Adels).

Die Familie Beschwitz, auch Peschwitz, Petzschwitz o. ä., ist ein meißnisches Adelsgeschlecht, das 1635 in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde.

Geschichte

Über die Herkunft der Familie gibt es unterschiedliche Ansichten, so wird Petzschwitz in der Lommatzscher Pflege oder Pöschwitz bei Altenburg als Stammhaus vermutet. Als erster Vertreter wird 1227 Marquardus de Besvviz (Markward de Beswicz) genannt, und die Stammreihe führt fort unter der Bezeichnung Osterländischer Stamm mit Otto von Beczschwicz, urkundlich 1467, † 1505. Er besaß Lehen auf Bösau, Mödenitz, Grunau, Groß-Grimma, Zangenberg, Fokendorf und Gerstenberg.

Wilhelm von Petschwiz war Doktor beider Rechte und im Jahr 1510 Domherr zu Meißen und kursächsischer Rat. 1519 wurde er (Wilhelm von Betzschitz) zum kursächsischen Prokurator berufen.

Am 13. August 1635 wurden die beiden Brüder Moritz und Heinrich von Peschwitz in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Ersterer war Oberstleutnant im Dienst des Kaisers.

Der sächsische Oberst Hans Christoph von Beschwitz (* 29. September 1699 in Neidtschütz; † 28. Dezember 1768 in Neu-Liebel) war Stammvater zweier Hauptlinien derer von Beschwitz. Er war verheiratet mit Susanna Eleonore von Feilitzsch a. d. H. Treuen.

Schlossrest des 555 ha-Ritterguts Arnsdorf.

Sein Urenkel Ludwig Wilhelm Ferdinand Freiherr von Beschwitz (* 26. Dezember 1798 auf Arnsdorf (Striegistal); † 26. November 1874 in Dresden) begründete eine davon. Er war großherzoglich sächsischer Kammerherr und Ehrenritter des Johanniterordens. Er erhielt am 6. April 1857 die österreichische Freiherrenstandsbestätigung und am 10. Januar 1859 auch seitens des Königreichs Sachsen eine Bestätigung im Freiherrenstand.

Des vorherigen Hans Christophs Urururenkel und Begründer der zweiten Linie, Moritz Maximilian Freiherr von Beschwitz (* 14. März 1845 in Großschweidnitz bei Löbau), empfing am 16. September 1903 eine Eintragung in das Adelsbuch des Königreichs Sachsen als königlich sächsischer Rittmeister z. D. und Freiherr auf Arnsdorf, sowie am 28. Februar 1907 einen Eintrag als königlich sächsischer Kammerherr und Geheimrat auf Ober-Oderwitz. Er war auch Rechtsritter des Johanniterordens.

Seine Kinder waren Marie Elisabeth Catharina, Moritz Christoph Werner, Hans Christoph und Moritz Alexander Ulrich.

Besitzungen (Auswahl)

Bekannte Vertreter

Wappen

Wappen derer von Beschwitz (Wappen-Sammlung in Buntdruck).
Wappen derer von Beschwitz (Betschwitz) in Horst Appuhns Neuauflage von Siebmachers Wappenbuch, Abteilung Ritterschaft und Adel zu Meißen: Mitte.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Walter von Hueck: GHdA, Adelslexikon, Band I, Band 53 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1972, S. 362.
  2. ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser 1918. Jahrgang 19, Justus Perthes, Gotha 1917, S 63–64.
  3. ↑ Johann Friedrich Gauhe: Des heil. Röm. Reichs Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon, Johann Friedrich Gleditzsch seel. Sohn, Leipzig 1719, S. 1171.
  4. ↑ Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Meissen, Band 2, Meißen 1891, S. 122, Anmerkung 54.
  5. ↑ Ad. M. Hildebrandt: Der Deutsche Herold. Zeitschrift für Wappen-, Siegel- u. Familienkunde. Jahrgang XXII-Nr. 1, Hrsg. Herold (Verein), Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin Januar 1891, S. 4.
  6. ↑ AT-OeStA/AVA Adel RAA 313.27.
  7. ↑ Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Jahrgang 62, Justus Perthes, Gotha 1911, S. 27.
  8. ↑ Gothaisches Genealogischen Taschenbuch der Uradeligen Häuser 1918. Jg. 19, Justus Perthes, Gotha 1917, S. 63.
  9. ↑ Ernst Ullrich, Ernst Seyfert: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Güter und Wirtschaften im Freistaat Sachsen. [1925]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter und Güter bis zur Größe von ungefähr 15 ha herab mit Angabe der Gutseigenschaft, der Grundsteuereinheiten, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts, der einzelnen Kulturen. Hrsg. Mit Unterstützung der Ldw. K. des Freistaates Sachsen und anderer Behörden, nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band IX, 3. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1925, S. 326–345.
  10. ↑ Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1912. Jahrgang 62, Justus Perthes, Gotha 1911, S. 27–28.
  11. ↑ Walter von Hueck: GHdA, Adelslexikon, Band I, Band 53 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1972, S. 362–363.
  12. ↑ Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1912. Jahrgang 62, Justus Perthes, Gotha 1911, S. 27
  13. ↑ Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. A (Uradel). 1963. Band 30 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1963, S. 10 (Vorschau)
  14. ↑ Gothaisches Genealogischen Taschenbuch der Uradeligen Häuser 1918. Jg. 19, Justus Perthes, Gotha 1917, S. 63.
  15. ↑ Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon, Band I, Band 53 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1972, S. 363.