
Die Besenginsterheide ist eine Vegetationsgesellschaft, die durch den vorherrschenden Besenginster charakterisiert wird. Besenginsterheiden sind in Mitteleuropa, immer auf sauren Böden, mit Schwerpunkt im Nordwesten, verbreitet, sie kommen im Flachland und in den Mittelgebirgen vor. Im pflanzensoziologischen System werden sie meist in einen Verband Sarothamnion (scoparii) Oberd. 1957 und darin in eine Assoziation Rubo plicati-Sarothamnetum scoparii Weber 1987 gestellt.
Ginsterheiden generell wurden von verschiedenen Vegetationskundlern verschieden in ihr System einsortiert. Heute überwiegt die Abtrennung einer eigenen Klasse Cytisetea scopario-striati Rivas-Mart. 1974 mit einer Ordnung Spartio juncei-Cytisetalia scoparii Mucina in Mucina et al. 2016. Die Ginsterheiden haben ihren Verbreitungsschwerpunkt im mediterranen Südwesteuropa, auf der Iberischen Halbinsel. Mitteleuropa erreichen sie nur randlich und an Arten verarmt in Form der Besenginsterheide. Aufgrund der relativen Artenarmut ist eine Charakterisierung anhand von Charakterarten, die eigentlich bevorzugt werden sollte, hier nahezu unmöglich.
Die namensgebende Strauchart Besenginster wurde von Carl von Linné als Spartium scoparium erstbeschrieben und danach von verschiedenen Botanikern in die Gattungen Sarothamnus und Genista gestellt. Lange Zeit wurde der Name Sarothamnus scoparius (L.) W.D.J.Koch für die Art bevorzugt. Nach neuerer taxonomischer Auffassung entspricht die alte Gattung Sarothamnus der Sektion Spartopsis innerhalb einer weit gefassten Gattung Cytisus, die Art wird daher, wie schon einmal 1822, Cytisus scoparius (L.) Link genannt. Da die Pflanzensoziologen (oder Syntaxonomen) ihre Namen in solchen Fällen nicht anpassen, blieb es in der Vegetationskunde bei den alten Namen Sarothamnion und Sarothamnetum.
Weber zufolge gehören Vegetationsbestände mit viel Besenheide nicht seiner Gesellschaft an. Für diese hatte Gustave Malcuit 1928 eine Gesellschaft Calluneto-Cytisetum, von Oberdorfer 1957 verändert zu Calluno-Sarothamnetum beschrieben, die Weber zufolge verschiedene Einheiten vermenge und außerdem schlecht charakterisiert sei, da die Brombeerarten nicht berücksichtigt seien. Einige Vegetationskundler sehen das anders und halten an ihr fest.
Neben dem charakteristischen und namensgebenden Besenginster sind die Besenginsterheiden, wie typisch für entsprechende Vegetation auf nährstoffarmen sauren Böden, recht artenarm. Als typische Arten angegeben werden noch die Brombeerarten Rubus plicatus, Rubus gratus und Rubus nemoralis, begleitet manchmal vom Faulbaum (Rhamnus frangula) und Jungwuchs der Baumarten Stieleiche und Sandbirke. Da der Besenginster keine Ausläufer bildet, sondern sich nur aus Samen verjüngt und die einzelnen Sträucher nicht sehr alt werden, sind Besenginsterheiden meist, untypisch für Gebüschgesellschaften, mit einer dichten Krautschicht ausgeprägt. In dieser Krautschicht überwiegen auf sauren Standorten weit verbreitete Grasarten wie Rotes Straußgras (Agrostis capillaris), Weiches Honiggras (Holcus mollis) und Drahtschmiele (Avenella flexuosa). Über die Stellung der Besenheide (Calluna vulgaris) besteht keine Einigkeit. Während Weber Bestände mit viel Besenheide hier falsch eingeordnet findet, halten Andere diese Art für durchaus charakteristisch für Besenginsterheiden. Typisch für die Gesellschaft und mögliche Charakterart ist außerdem die Ginster-Sommerwurz (Orobanche rapum-genistae), eine Art, die auf den Wurzeln des Besenginsters parasitiert. Die Sommerwurz ist aber recht selten und wenig stet, im Flachland fehlt sie ganz.
Flächige Ginstervorkommen bilden, wegen des geringen Maximalalters der einzelnen Ginsterbüsche von nur etwa 10 Jahren, sehr heterogene Bestände aus unterschiedlichen Altersstadien mit einem ausgeprägten räumlichen und zeitlichen Wechsel von dichten und offenen Bereichen. In den lückigen Bereichen sind einerseits die Reste von grünlandähnlichen Rasengesellschaften, aus denen sie hervorgegangen sind, andererseits aber auch die Anfänge der folgenden Sukzessionsstadien zu beobachten. In sehr dichtwüchsigen Ginsterheiden werden auch die Gräser ausgeschattet, es verbleibt eine Bodenvegetation aus Moosarten.
Besenginsterheiden waren typisch für die Schiffelwirtschaft, auch Rottwirtschaft genannt, also einer Form des Brandfeldbaus im Rahmen einer Feld-Heide-Wechselwirtschaft in den westlichen Mittelgebirgen Deutschlands, vor allem in der Eifel. Dafür wurde der poetische Name „Eifelgold“ geprägt. Bei der Rottwirtschaft wurde ein Acker nach seiner ein bis vier Jahre dauernden Nutzung für den Anbau von Hafer, Buchweizen, Kartoffeln oder einem Gemisch aus Roggen und Dinkel bis zur Wiederbewaldung mit einem Eichen-Niederwald brach liegen gelassen. Auf den brachliegenden Feldern wuchsen spontan Gehölze, Gräser und Kräuter auf. Der Besenginster entwickelte sich optimal etwa im fünften bis siebten Brachejahr. Später wurde das Holz genutzt und Reisig und Ginster für erneuten Ackerbau abgebrannt. Oft wurden die Eichenstöcke bei der Rodung geschont.
Wenn Land knapp wurde, ging man zur intensiveren Schiffelwirtschaft über. Nun wurde die Fläche nach der Ackernutzung intensiv beweidet, so dass sich kein Wald regenerieren konnte. Hier konnten sich dann auch dauerhafter ausgedehnte Besenginsterweiden in den Brachflächen bilden. Besenginster gilt als charakteristische Art des Brandfeldbaus. Er toleriert mäßige Beweidung der Brachestadien ohne weiteres, wobei er buschig neu austreibt. Ebenso typisch war er für die Hauberge genannte Eichen-Niederwaldwirtschaft der westlichen Mittelgebirge. Wie typisch für die Familie, fixiert der Besenginster Luftstickstoff, er wirkt daher etwas düngend, was bei Acker- und Waldbau gleichermaßen erwünscht war. Diese düngende Wirkung ist in den Böden nachweisbar.
Die ausgedehnten Besenginsterheiden insbesondere der Eifel werden als sichere Anzeiger für ehemaligen Brandfeldbau angesehen. Seine Keimung wird durch Bodenbearbeitung, insbesondere aber durch Brand, stark gefördert.
Neben der Entstehung durch Brandfeldbau können Ginsterheiden, wenn auch seltener, direkt aus brach gefallenem beweidetem Land, besonders Borstgrasrasen und Zwergstrauchheiden, hervorgegangen sein. In Ackerbrachen entstehen sie unter den Bedingungen der modernen Landwirtschaft aber nicht mehr neu, weil die heutigen Äcker dafür durch starke Düngung zu nährstoffreich sind.