Der englische Begriff Best Supportive Care (BSC) steht in der Onkologie für bestmögliche unterstützende (= supportive) Behandlungsmaßnahmen bei Krebspatienten. Im Zusammenhang mit klinischen Studien wird dieser Begriff sehr häufig benutzt. Ein gleichwertiger deutschsprachiger Ausdruck, der den englischsprachigen Begriff wiedergibt wie beispielsweise beste Begleitbehandlung, bestmögliche unterstützende Fürsorge oder optimale symptomatische Therapie oder bestmögliche supportive Therapie hat sich bisher nicht etablieren können.
«Supportive Behandlungsmaßnahmen für Krebspatienten umfassen das multi-professionelle Bemühen um die individuellen allumfassenden physischen, psychosozialen, spirituellen und kulturellen Bedürfnisse und sollten zu jedem Zeitpunkt der Krankheit für Patienten allen Alters und unabhängig von der gegenwärtigen Behandlungsintention der gegen die Krankheit gerichteten Maßnahmen verfügbar sein.»
Die Auslegung dieser Definition lässt jedoch einen erheblichen Gestaltungsspielraum zu, so dass diese Definition von vielen Autoren als unzureichend betrachtet wird.
Generelle Aspekte von Best Supportive Care sind:
Verbessern der Voraussetzungen für die Durchführbarkeit onkologischer Therapien
Vermindern des Auftretens unerwünschten Nebenwirkungen von potenziell toxischen Therapien
Erhalt oder Steigern der Lebensqualität des Patienten
Lindern krankheitsbedingter Symptome
Verbessern der Prognose der Behandlungsergebnisse
Beschreibung
Bei klinischen Studien zur Erprobung neuer Arzneimittel werden die Teilnehmer in den meisten Fällen in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe erhält den neuen zu testenden Wirkstoff, die andere Gruppe nicht. Statt des Wirkstoffes kann die zweite Gruppe beispielsweise ein Placebo erhalten. In vielen onkologischen Studien erhalten beide Patientengruppen – man spricht in diesem Zusammenhang auch von ‚Armen‘ – zusätzlich den Best Supportive Care, das heißt die bestmögliche unterstützende Fürsorge. Letzteres ist vor allem dann der Fall, wenn die für die Studie ausgewählten Patienten therapieresistent („austherapiert“) sind. Die Behandlung hat dann – meist auch in dem Arm, der den Wirkstoff erhält – keinen kurativen Anspruch mehr, sondern einen palliativen.
Bei klinischen Studien mit schwerwiegenden Erkrankungen, wie beispielsweise Krebserkrankungen oder AIDS, ist es aus ethischen Gründen grundsätzlich geboten beiden Patientengruppen die beste bekannte zugelassene Therapie (den „Goldstandard“) zukommen zu lassen. Bei austherapierten Patienten ist der Best Supportive Care zu gewährleisten.
Beispielsweise werden beim Bronchialkarzinom unter Best Supportive Care all jene Maßnahmen verstanden: «die jeder Arzt, der einen Patienten betreut, in den Grundzügen beherrscht und Patienten unabhängig vom Stadium der Erkrankung und unabhängig von anderen Therapien zur Verfügung stellt». Im weitesten Sinn ist Best Supportive Care alles, was einem Menschen in der Bewältigung seiner Krankheit hilft.
Zu Beginn einer Studie wird der Best Supportive Care in aller Regel definiert. Beispielsweise als: Als Maßnahmen zur bestmöglichen Linderung von Symptomen und Verbesserung der Lebensqualität. Dies soll die Vergleichbarkeit der Ergebnisse in beiden Gruppen sicherstellen. Da andererseits in jeder Studie Best Supportive Care anders definiert sein kann, können sich Probleme beim Vergleich unterschiedlicher Studien ergeben. Best Supportive Care ist weder ausreichend genau definiert, noch standardisiert. Auch innerhalb einer Studie kann die Vergleichbarkeit zwischen Wirkstoff- und Kontrollgruppe angezweifelt werden, wenn die Studie nicht verblindet ist und die Wirkstoffgruppe, beispielsweise durch die Applizierung des neuen Wirkstoffes, häufiger mit ärztlichem Personal in Kontakt kommt, als die Kontrollgruppe.
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