
Ein Betonmast ist ein Freileitungsmast oder freistehender Sendemast aus Stahlbeton. Bei Betonmasten kann – anders als bei Betontürmen wie dem Stuttgarter Fernsehturm – das Innere in der Regel nicht betreten werden.
Betonmaste werden im Regelfall im Betonwerk nach dem Schleuderbetonverfahren gefertigt und am Aufstellungsort aufgerichtet, es gibt aber auch solche, die am Aufstellungsort gegossen werden.
Betonmaste werden in Deutschland normalerweise nur für Stromleitungen mit Betriebsspannungen bis etwa 30 kV verwendet, in Ausnahmefällen allerdings auch für 110-kV-Leitungen, sowohl für DHÜ- als auch für Bahnstrom-Leitungen. In Argentinien werden Hochspannungsleitungen (mit Ausnahme des 500-kV-Höchstspannungsnetzes) nahezu ausschließlich auf Betonmasten verlegt, und auch in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion werden Betonmaste gebaut, allerdings mit Stahltraversen. In der Schweiz werden Betonmaste mit Höhen bis zu 59,5 Metern (höchster Fertigbetonmast bei Littau) selbst für 380-kV-Freileitungen verwendet.
Betonmaste in Ortbetonbauweise werden und wurden auch für Konstruktionen mit über 60 Meter Höhe verwendet, wie ein 66 Meter hoher Mast einer 380-kV-Leitung beim Heizkraftwerk Reuter West. Solche Maste ähneln Industrieschornsteinen, und es gibt sogar Konstruktionen, welche auch als Schornstein dienen. In China wurden einige hohe Maste von Freileitungskreuzungen breiter Flüsse als Betonmast aus Ortbeton realisiert. Die höchsten dieser Maste gehören zur Jangtse-Freileitungskreuzung Nanking mit einer Höhe von 257 Metern.
Betonmasten sind auch bei Oberleitungen von Eisenbahnen zu finden, in Deutschland mit rundem, in Österreich mit rechteckigem Querschnitt.
Betonmasten als Sendemasten werden häufig als Funktürme für Mobilfunknetze und als Antennenträger für Fernseh- und Rundfunksender kleiner bis mittlerer Leistung verwendet.