Bettwäsche

Bettwäsche in einem Kaufhaus

Bettwäsche ist die Gesamtheit von Textilien, mit denen Bettware zum Schutz vor Abnutzung und aus Gründen der Hygiene bezogen wird. Bettwäsche umfasst Laken (auch: Leintücher, besonders in der Schweiz), Bezüge für Kopfkissen und Bettdecken, außerdem Allergiker-Encasements für Bettwäsche sowie Textilien zwischen Bettlaken und Matratzen (ungefüllte Matratzenschoner).

Geschichte

Ursprünglich wurden Strohmatten, Tierfelle und auch Tierhäute als Überzug für Betten genutzt. Erste Bettlaken sollen im Alten Ägypten aus Leinen angefertigt worden sein. Im Mittelalter war Bettwäsche nicht immer vorhanden, obwohl man gänzlich unbekleidet schlief. Von den Yeomen aus dem mittelalterlichen England ist überliefert, dass sie auf einem Strohlager schliefen; darauf breitete man Laken aus, dazu kam eine grobe Zudecke und ein Strohkissen oder wollenes Polster.

Auf den mittelalterlichen Burgen legte man bei den Betten weniger Wert auf saubere Bettwäsche als auf kostbare Bezüge. Die Kissen bestanden oft aus Samt und Seide und waren obendrein mit Pelz besetzt. Seit dem 17. Jahrhundert wurde Leinen zu Bettlaken und Kissenüberzügen verarbeitet. Seit 1860 wurde für die Herstellung Baumwolle aufgrund der einfacheren Verarbeitbarkeit verwendet. Da Bettwäsche früher nur einen rein funktionalen Nutzen hatte, war sie in Weiß gehalten, bevor Farben und Verzierungen hinzugefügt wurden.

Das Wort Laken geht auf das altsächsische Wort lakan (Tuch aus Leinen oder feiner Wollstoff) zurück, während das Wort Leintuch auf ahd. lînlachan / mhd. lîlachen verweist, das später in verschiedenen Dialekten zu Lei(n)lach(en) wurde.

Verwendung

Bettwäsche schützt die Bettware vor Verschmutzung. Sie ist aus hygienischen Gründen wichtig, da der Mensch beim Schlafen schwitzt und die Textilien mit Hautschuppen verschmutzt. Diese Schuppen werden von Hausstaubmilben gefressen, deren Ausscheidungen allergische Reaktionen (Hausstauballergie) beim Menschen verursachen können.

Daraus ergibt sich die Anforderung, dass die Bettwäsche leicht wechselbar und gut waschbar sein sollte. Überzüge haben immer häufiger Reißverschlüsse statt Knöpfe. Insbesondere in Hotels werden zur Minimierung des Arbeitsaufwandes meist Hotelverschlüsse verwendet.

Spannbettlaken

Die Entwicklung des Spannbettlakens (in der Schweiz: Fixleintuch) geht auf die 1950er/1960er Jahre zurück. Die Amerikanerin Bertha Berman reichte bereits 1957 ein Patentgesuch für ein Bettlaken ein, das mit einem Reissverschluss fixiert wurde. Das Patent wurde 1959 erteilt. Ein US-Patent für ein Spannbettlaken mit elastischen Einsätzen in den Ecken wurde danach 1962 von James L. Cobb beantragt und 1963 erteilt. Das ursprüngliche Design verfügte über Gummizüge in allen vier Ecken, wodurch das Laken sicher auf der Matratze hielt. Diese Innovation stellte eine praktische Verbesserung gegenüber herkömmlichen Bettlaken dar, die sich während der Nacht häufig lösten. Für die Schweiz nimmt das Unternehmen Schlossberg die Einführung des Fixleintuchs aus Jersey (1979) für sich in Anspruch.

Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Varianten eingeführt, darunter Spannbettlaken mit Gummizügen nur an Kopf- und Fußende sowie Ausführungen mit umlaufendem Gummizug für einen noch festeren Sitz. Diese Entwicklungen hatten einen bedeutenden Einfluss auf die Standardisierung von Bettwäsche in Europa und darüber hinaus.

Spannbettlaken werden für unterschiedliche Matratzentypen hergestellt, darunter Standardmatratzen, Boxspringmatratzen und Topper. Sie sind in einer Vielzahl von Stoffen erhältlich, beispielsweise aus Baumwollsatin oder Jersey, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften in Bezug auf Komfort und Atmungsaktivität bieten.

Bei annähernd quadratischer Matratze kann die Zuordnung schwierig sein. Hier hilft die „kluge Ecke“ – die eingenähte Waschanleitung gehört in die rechte obere Ecke, alternativ die linke untere Ecke.

Material

Nach Textilfaser

Nach Stoffart

Während die Bettlaken meist einfarbig gefärbt sind, werden Bezüge häufig mit Mustern bedruckt oder aus verschiedenfarbigen Garnen gewebt. Auch gibt es verschiedene Webmuster; diese werden bei unifarbener Bettwäsche besonders gut sichtbar.

Übliche Größen

Stecklaken

Das Stecklaken ist eine saugfähige, glatt liegende Krankenunterlage. Die nur im Mittelteil des Betts vorhandene Zwischenschicht (oft „Durchzug“ genannt) soll Laken und Matratze vor jeder Art von Verunreinigung schützen und leichter zu wechseln sein, wenn die kranke Person nicht aus dem Bett aufstehen kann.

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Wiktionary: Bettwäsche – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Bettzeug – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Bettwäsche. In: duden.de. Abgerufen am 22. Dezember 2022.
  2. ↑ Leitfaden zur umweltfreundlichen öffentlichen Beschaffung Bettwaren und Bettwäsche. (PDF) In: Umweltbundesamt. S. 13, 14, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 19. Juli 2021; abgerufen am 19. Juli 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. 1 2 Das kleine 1×1 der Bettwäsche. slewo.com, Abschnitt: Die Geschichte der Bettwäsche; abgerufen am 29. November 2014.
  4. ↑ Iossif Michailowitsch Kulischer: Allgemeine Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit. R. Oldenbourg, 1965, S. 161.
  5. ↑ Ulrich Wendt: Das Mittelalter. Die Ausbildung des großen Grundbesitzes: 600-1100. Walter de Gruyter, 2018, ISBN 978-3-11-159172-8, S. 73.
  6. ↑ Rosemarie Lühr: Etymologisches Wörterbuch des Althochdeutschen, Band 5: iba – luzzilo. Vandenhoeck & Ruprecht, 2014, ISBN 978-3-647-20771-1, S. 980.
  7. ↑ Patent US2907055A: Fitted bed sheet construction. Veröffentlicht am 6. Oktober 1959, Erfinder: Bertha Berman.‌
  8. ↑ Patent US3114156A: Fitted sheet. Veröffentlicht am 17. Dezember 1963, Erfinder: James L. Cobb.‌
  9. ↑ Rafael Rohner: Firma aus dem Tösstal erfand das Fixleintuch und tüftelt daran bis heute. In: Tages-Anzeiger. 8. April 2025, abgerufen am 4. Juni 2025.
  10. ↑ Andrea Stettner: Spannbettlaken haben „kluge Ecken“ – die es viel leichter machen, Ihr Bett zu beziehen. merkur.de
  11. ↑ Hans Bickel, Christoph Landolt: Duden Schweizerhochdeutsch. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-411-70418-7, S. 64.