Biakfruchttaube

Biakfruchttaube

Biakfruchttaube

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
Familie: Tauben (Columbidae)
Gattung: Flaumfußtauben (Ptilinopus)
Art: Biakfruchttaube
Wissenschaftlicher Name
Ptilinopus speciosus
Schlegel, 1871
Zeichnung von Joseph Smit

Die Biakfruchttaube (Ptilinopus speciosus) ist eine Vogelart der Taubenvögel, die zur Gattung der Flaumfußtauben (Ptilinopus) gehört.

Der Vogel kommt auf den Schouten-Inseln am Nordrand der Cenderawasih-Bucht vor der Nordküste Neuguineas vor, auf Biak, Numfor, Supiori und den Padaido-Inseln.

Die Art wurde früher als konspezifisch mit der Malvenstirn-Fruchttaube (Ptilinopus solomonensis) angesehen und als Unterart Ptilinopus solomonensis speciosus bezeichnet, aber im Jahre 2021 als eigenständig anerkannt.

Das Verbreitungsgebiet umfasst feuchte tropische Wälder bis in Höhenlagen von 2000 m. ü. M

Der lateinische Artzusatz kommt von lateinisch speciosus ‚prächtig, ansehnlich‘.

Merkmale

Die Art ist etwa 21 cm groß und wiegt 75–111 g, eine kleine, kurzschwänzige und sehr farbenprächtige Fruchttaube. Das Männchen ist dunkelgrün an Kopf und Oberseite, malvenfarben an der Unterseite mit hellgelbem, weiß umrandetem Brustband und breiter limonengelber unbefiederter Haut um das Auge herum. Zwischen Auge und Schnabel fällt seitlich an der Stirn ein kleiner heller, malvenfarbener Fleck auf. Unterhalb des Brustbandes folgt auf die weiße Begrenzung ein schmales grünes Band, dann ein großer malven- bis rosafarbener Fleck an Unterbrust und Bauch.

Weibchen und Jungvögel sind fast gänzlich grün mit gelben Federrändern am Bauch, die Unterschwanzdecken sind hellgelb, die Flugschwingen sind schwärzlich-grau, die Armschwingen haben breite grüne Ränder und der Schwanz trägt eine gelbe subterminale Binde. Die Iris ist beim Männchen matt goldgelb, beim Weibchen dunkel orange-gelb blassgelb, beim Jungvogel blassgelb. Die Orbitalhaut beim Männchen vor dem Auge zitronengelb, hinter dem Auge bläulich-grün, beim Weibchen bläulich-grün und gelb, beim Jungvogel blass grünlich bis purpurfarben. Der Schnabel ist grünlich, beim Jungvogel blass grün mit dunklerer Spitze, die Beine sind dunkel rötlich-purpurfarben, beim Jungvogel matt rötlich-braun.

Die Korallenfruchttaube (Ptilinopus rivoli) ist wesentlich größer, auch mit größerem Schnabel, aber sehr ähnlich gefiedert. Deren Männchen haben eine bis zu den Augen reichende helle purpurrote Kopfkappe, ein weißes Brustband, auch ist der purpurfarbige Bauchfleck auf die Bauchmitte begrenzt. Deren Weibchen sind durchgehend grün mit gelben Unterschwanzdecken, aber haben einen hellgelben Schnabel. Jungvögel der Rotlatz-Fruchttaube (Ptilinopus viridis) sehen ähnlich aus, aber die Altvögel unterscheiden sich deutlich durch hellroten Brustfleck, blassgrauen Schulterfleck und überwiegend weißliche Unterschwanzdecken sowie die rote Schnabelbasis. Weibchen der Prachtfruchttaube (Ptilinopus superbus) sind gleichfalls ähnlich gefiedert, haben aber gelbe Unterschwanzdecken und gelben Steiß. Als ähnlich kann auch die Knopffruchttaube (Ptilinopus insolitus) bezeichnet werden, die sich aber durch den Höcker am Schnabelansatz und an der Stirn sowie die Färbung der Unterseite deutlich unterscheidet.

Geografische Variation

Die Art ist monotypisch.

Stimme

Der Gesang wird als Folge von 7–8 doppelten „hoo“-Lauten beschrieben, die leicht schneller werden, wie „hoo-woo hoo-woo hoo-woo…“. Wahrscheinlich singt die Art gerne vor Sonnenaufgang, aber auch noch nachts.

Lebensweise

Die Art ist vermutlich ein Standvogel, die Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten. Das Nest ist eine wenig stabile Plattform aus Zweigen und Winden, das Gelege besteht aus einem weißen Ei.

Gefährdungssituation

Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur

Wikispecies: Biakfruchttaube – Artenverzeichnis
Commons: Biakfruchttaube – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 Biakfruchttaube (Ptilinopus speciosus) bei Avibase
  2. ↑ P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
  3. ↑ IOC Version 11.2 (Juli 2021)
  4. ↑ Phil Gregory: Birds of New Guinea Including Bismarck Archipelago and Bougainville. Lynx Edicions, Barcelona 2017, ISBN 978-84-941892-7-2
  5. ↑ J. del Hoyo und N. J. Collar: HBW and BirdLife International Illustrated Checklist of the Birds of the World. Band 1: Non-passerines, 2014 Lynx Edicions and BirdLife International, doi:10.1111/jofo.12102, ISBN 978-84-96553-94-1
  6. ↑ J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
  7. 1 2 3 4 J. del Hoyo, L. F. Baptista, N. Collar, P. W. Trail, G. M. Kirwan, N. C. García, H. M. Horblit und E. Garcia: Geelvink Fruit-Dove (Ptilinopus speciosus), version 1.0. In: S. M. Billerman und B. K. Keeney (Herausgeber): Birds of the World. 2022, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, Ptilinopus speciosus
  8. ↑ AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
  9. ↑ IOC World Bird List 15.2 Pigeons
  10. ↑ Ptilinopus speciosus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2025. Eingestellt von: BirdLife International, 202. Abgerufen am 7. Juli 2026.