Als Biaryle (nicht: Diaryle) bezeichnet man Verbindungen, bei denen zweiArylgruppen über eine Einfachbindung miteinander verknüpft sind. Das einfachste Biaryl ist Biphenyl. Verbindungen, in denen drei Arylgruppen über Einfachbindungen miteinander verknüpft sind, nennt man Teraryle und solche mit vierQuateraryle.
Synthese
Die Synthese kann durch verschiedene Methoden erfolgen:
Ullmann-Reaktion ausgehend von Arylhalogeniden und Kupferpulver. Es werden so vor allem symmetrische Biaryle hergestellt.
Die Herstellung von Biarylen mittels Kreuzkupplung ist ein wichtiges Werkzeug in der präparativen organischen Chemie und hat hier ganz besondere Bedeutung in der Synthese von Wirkstoff-Bibliotheken, um Struktur-Wirkungs-Beziehungen (SAR) zu untersuchen.
Reine Enantiomere von BINOL und BINAP – sowie entsprechende Derivate – haben Bedeutung als enantioselektive Katalysatoren in der gezielten Herstellung von enantiomerenreinen Naturstoffen und Arzneistoffen erlangt. BINOL dient beispielsweise als Ligand eines Lanthanoids in der Shibasaki-Aldolreaktion, um unmodifizierte Aldehyde enantioselektiv an Ketone zu addieren. Vom BINOL abgeleitete Heterobimetallkatalysatoren werden auch in der enantioselektiven Addition von Phosphornukleophilen an Imine eingesetzt.
↑J. Bülle, A. Hittermann: Das Basiswissen der Organischen Chemie. Thieme, Stuttgart 2000, S.308 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
↑H. Gröger, Y. Saida, H. Sasai, K. Yamaguchi, J. Martens, M. Shibasaki: A New and Highly Efficient Asymmetric Route to Cyclic alpha-Amino Phosphonates: The first Catalytic Enantioselective Hydrophosphonylation of Cyclic Imines Catalyzed by Chiral Heterobimetallic Lanthanoid Complexes. In: J. Am. Chem. Soc. 120, 1998, S. 3089–3103, doi:10.1021/ja973872i.
↑I. Schlemminger, Y. Saida, H. Gröger, W. Maison, N. Durot, H. Sasai, M. Shibasaki, J. Martens: Concept of Rigidity: How to Make Enantioselective Hydrophosphonylation of Cyclic Imines Catalyzed by Chiral Heterobimetallic Lanthanoid Complexes almost Perfect. In: J. Org. Chem. 65, 2000, S. 4818–4825, doi:10.1021/jo991882r.