
Birgitt Riegraf (* 1. Januar 1961 in Remseck am Neckar; auch Birgit Riegraf) ist eine deutsche Soziologin mit Schwerpunkten in den Bereichen Wissenschafts- und Hochschulforschung, Geschlechterforschung sowie deren Methoden und Methodologie, Ungleichheits- und Intersektionalitätsforschung sowie Staats-, Arbeits- und Organisationssoziologie. Von April 2018 bis April 2025 war sie Präsidentin der Universität Paderborn.
Birgitt Riegraf studierte Politische Wissenschaft, Soziologie, Psychologie, Religionswissenschaft sowie den interdisziplinären Ergänzungsstudiengang Qualitative Methoden in den Sozialwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Nach dem Studium war sie u. a. als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung tätig und Promotionsstipendiatin des Förderprogramms Chancengleichheit der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit und Frauen sowie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Im Jahr 1995 wurde sie an der Freien Universität Berlin im Fachbereich Politische Wissenschaft zum Thema Betriebliche Gleichstellungsmaßnahmen als Gegenstand mikropolitischer Aushandlungen in Unternehmen promoviert. Die Promotionsschrift wurde 1996 unter dem Titel Geschlecht und Mikropolitik. Das Beispiel betrieblicher Gleichstellung im VS Verlag für Sozialwissenschaften veröffentlicht. Im Anschluss an die Promotion war Riegraf in verschiedenen Funktionen an der Universität Bielefeld tätig. Dort habilitierte sie sich im Jahr 2004 an der Fakultät für Soziologie zum Thema New Public Management und Geschlechterverhältnisse. Eine Analyse zum qualitativen Wandel des Staates. Im Jahr 2009 wurde sie auf den Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie an die Universität Paderborn berufen. Von 2010 bis 2015 war sie Studiendekanin der dortigen Fakultät für Kulturwissenschaften; von 2015 bis 2018 Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Qualitätsmanagement. Seit April 2018 ist sie die erste weibliche Präsidentin der Universität Paderborn. In dieser Funktion spricht sie sich vor allem für mehr interdisziplinäre Forschung, eine stärkere Internationalisierung der Forschungsaktivitäten der Universität, aber auch für eine noch bessere regionale Vernetzung aus. Ein weiteres zentrales Anliegen ist eine über die Grenzen der Wissenschaftscommunity hinausgehende Sichtbarkeit der an der Universität erarbeiteten Forschungsergebnisse, um die Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Gesellschaft besser vermitteln zu können.
Riegraf ist Mitglied im Vorstand des NRW-Forschungskollegs Leicht – Effizient – Mobil sowie der Digitalen Hochschule NRW. Außerdem ist sie Mitglied der Redaktion der Feministischen Studien sowie Mitherausgeberin der Reihen Arbeitsgesellschaft im Wandel (gemeinsam mit Brigitte Aulenbacher) sowie Geschlechter und Gesellschaft (gemeinsam mit Beate Kortendiek, Katja Sabisch, Ilse Lenz, Helma Lutz, Michiko Mae, Michael Meuser, Ursula Müller, Mechtild Oechsle und Susanne Völker). Sie ist in verschiedenen Kommissionen als Gutachterin und Beraterin tätig, unter anderem als Mitglied des Beirates des Deutsch-Chinesischen Ökoparks in Qingdao sowie der unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission des Landes Niedersachsen. Seit dem Jahr 2014 ist sie Vertrauensdozentin der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Aktuell beschäftigt sich Riegraf mit Fragen zum Wandel des Wissenschaftssystems und der Hochschulorganisation, der Restrukturierung des öffentlichen Sektors sowie mit dem Themenkomplex Care bzw. Care-Arbeit (Stand: Februar 2019).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Riegraf, Birgitt |
| ALTERNATIVNAMEN | Riegraf, Birgit |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Soziologin |
| GEBURTSDATUM | 1. Januar 1961 |
| GEBURTSORT | Remseck am Neckar |