Bischapur

Koordinaten: 29° 46′ 40″ N, 51° 34′ 15″ O

Karte: Iran
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Bischapur​
Die Ruinen von Bischapur

Bischapur („[schöne] Stadt des Schapur“, auch Veh-Shapur, eigentlich „gut/besser [ist] Schapur“) war eine sasanidische Residenzstadt. Sie liegt in der iranischen Provinz Fars etwas westlich von Schiras, 23 km nördlich des modernen Kazerun auf einer Straße von der Persis nach Elam, die wiederum Istachr mit Ktesiphon verband.

Geschichte

Der Ort war schon in elamitischer und parthischer Zeit besiedelt, wurde nach einer Inschrift im Jahr 266 aber von Schapur I. neu gegründet. Die Stadt erhielt nach dem hippodamischen Prinzip einen rechteckigen Grundriss mit einem schachbrettartigen Stadtplan. Es wird vermutet, dass dies auf römische Gefangene der Schlacht von Edessa zurückgeht, die beim Bau der Stadt eingesetzt wurden.

Die ersten Ausgrabungen fanden in den 1930er Jahren durch Roman Ghirshman und Georges Salles statt.

Archäologie

Die Überreste von Bischapur bestehen heute aus drei Komplexen. Es gibt die eigentliche Stadt, es gibt eine Festung und es gibt nicht weit im östlich gelegenen Nebental an den südlichen Felswänden sechs Felsreliefs, die vor allem Schapur I. aber auch andere Herrscher feiern. Hans Henning von der Osten nahm an, dass diese Reliefs in hellenistischer Machart iranische Inhalte verkörpern, die ebenfalls auf gefangene römische Steinmetzen hinweisen. In einigem Abstand dazu im selben Tal weiter im Osten hoch über dem Tal in der nördlichen Bergkette gibt es auch eine Höhle mit einer acht Meter hohen Kolossal-Statue Schapurs I. Dies war vielleicht das Grabmonument des Herrschers.

Mosaikdetail aus der Palastanlage Schapurs I., 3. Jahrhundert

Die eigentliche Stadt ist bisher nur zum kleinen Teil erforscht. Vor allem die Ruinen des Palastes von Bischapur stehen heute noch bis zu einer beachtlichen Höhe. Zentrum des Komplexes war eine kreuzförmige Anlage, die wohl aus einem Hof und vier Iwans bestand (von den Ausgräbern als Kuppelsaal rekonstruiert, doch scheint dies aus statischen Gründen nicht möglich). Es handelt sich um den Thronsaal des Palastes, in dessen Wände sich Nischen befanden, die einst sicherlich Statuen des Herrschers enthielten. Der ganze Palast war mit Mosaiken dekoriert, die mit dem Kult des griechischen Dionysos in Zusammenhang gebracht wurden, stilistisch (eindeutig) hellenistischen Einfluss zeigen und vermutlich ebenfalls von römischen Gefangenen entworfen und erstellt wurden.

Die Felsreliefs

Schapur I. mit Gordianus III., Philippus Arabs und Valerianus
Commons: Bischapur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ www.pleiades.stoa.org.
  2. ↑ Erich Kettenhofen: www.h-net.org Review of Wiesehöfer, Josef; Huyse, Philip, Ērān ud Anērān: Studien zu den Beziehungen zwischen dem Sasanidenreich und der Mittelmeerwelt. Beiträge des Internationalen Colloquiums in Eutin, 8.-9. Juni 2000. H-Soz-u-Kult, H-Net Reviews. November, 2006.
  3. ↑ Michael Alram: Die Kunst im Sasanidenstaat. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): 7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran. Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 263–295, hier: S. 266.
  4. ↑ Hubertus von Gall: Die Mosaiken von Bishapur und ihre Beziehungen zu den Triumphreliefs des Shapur I. In: Archäologische Mitteilungen aus Iran. Neue Folge 4, 1971, S. 193–205.
  5. ↑ Vgl. Michael Alram: Die Kunst im Sasanidenstaat. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): 7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran. Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 263–295, hier: S. 270–272.
  6. ↑ www.spiegel.de.
  7. ↑ Michael Alram: Die Kunst im Sasanidenstaat. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): 7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran. Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 263–295, hier: S. 272.