
Die Bitwertigkeit legt den Stellenwert eines einzelnen Bits fest, den es durch seine Position innerhalb einer Binärzahl (auch Dualzahl genannt) haben soll. Sie beginnt mit und steigt je Position/Stelle um jeweils eine Zweierpotenz an.
Bei der Adressierung im Speicher werden die Bitwertigkeiten über die Bitnummerierung definiert.
Im Rahmen der Signalübertragung legt die Bitreihenfolge die Wertigkeit jedes Bits fest.
Unabhängig hiervon ist die Byte-Reihenfolge und kommt erst bei Dualzahlen mit mehr als acht Bit (einem Byte) Wortbreite zu tragen.

Bei der hardwarenahen Programmierung von Mikroprozessoren und bei der seriellen Datenübertragung (bitweisen Datenübertragung) spielt die Reihenfolge der Bits eines Datenwortes eine entscheidende Rolle bezüglich dessen Wertes. Sie beginnt entweder mit der niedrigsten oder höchsten Wertigkeit (englisch significance):
Bei der Notation einer Dualzahl als Reihung von 0 und 1 hingegen, werden typischerweise die Bit-Stellen gemäß ihrer aufsteigenden Wertigkeit horizontal von rechts nach links aufgetragen. Somit steht die Ziffer mit der höchsten Wertigkeit am linken Ende der Reihe.
Für die Addressierbarkeit der Stellen zum Beispiel innerhalb eines 8-Bit-Registers bedient man sich allerdings der Nummerierung oder Indizierung der Bit-Stellen und auch sie kann entweder mit der niedrigsten oder höchsten Wertigkeit beginnen:
| 150dez in LSb0 | LSb | |||||||
| Bitnummer | 0 | |||||||
| Bitwertigkeit | 128 | 64 | 32 | 16 | 8 | 4 | 2 | 1 |
| Inhalt des Bit | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 | 1 | 0 |
Sind die Bits innerhalb einer Binärzahl gemäß LSb0 nummeriert, dann hat das Bit mit dem niedrigsten Stellenwert (englisch least significant bit) die Nummer 0 (= ist das Bit mit dem Index 0).
Ist bei einer Binärzahl mit den Stellen die Bitposition 0 die niedrigstwertige, dann ist deren Wert mit zu multiplizieren. Der Gesamtwert der Binärzahl ist:
| 150dez in MSb0 | LSb | |||||||
| Bitnummer | 7 | |||||||
| Bitwertigkeit | 128 | 64 | 32 | 16 | 8 | 4 | 2 | 1 |
| Inhalt des Bit | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 | 1 | 0 |
Sind die Bits innerhalb einer Binärzahl gemäß MSb0 nummeriert, dann hat das Bit mit dem höchsten Stellenwert (englisch most significant bit) die Nummer 0 (= ist das Bit mit dem Index 0).
Ist bei einer Binärzahl mit den Positionen die Bitposition 0 die höchstwertige, dann ist deren Wert mit zu multiplizieren. Der Gesamtwert der Binärzahl ist:
Das höchstwertige Bit (MSb) zeigt im Einerkomplement, Zweierkomplement und anderen Zahlenformaten mit Vorzeichenbit auch an, ob die entsprechende Dezimalzahl positiv oder negativ ist. Beim Zweierkomplement zählt die Null dabei zu den nicht-negativen Zahlen, sodass man mehr negative als positive Zahlen darstellen kann. Bei anderen Zahlenformaten wie dem Einerkomplement oder Gleitkommazahlen nach IEEE-754-Standard gibt es zwei Darstellungen der Null (+0 und −0).
Dieselben Annahmen wie im Artikel „Byte-Reihenfolge“ seien vorausgesetzt.
Für die meisten in der Praxis verwendeten Rechner besteht die kleinste adressierbare Einheit aus mehr als einem Bit, z. B. aus einem Byte, das 8 Bits enthält. Mithin lässt sich ein einzelnes Bit nicht unmittelbar adressieren.
Fügt man einer Byte-Adresse jedoch ein Bit-Offset BitOffset ∈ 0,1, …,7 bei, so wird ein einzelnes Bit eindeutig spezifizierbar. Diese Art der Spezifikation wird Bit-Adressierung genannt. Sie lässt sich über den Umweg von Registerverschiebungen verwirklichen.
Die Begriffe links/rechts haben bei solchen Shift-Befehlen nichts mit links/rechts wie weiter oben beschrieben zu tun, sondern orientieren sich ausschließlich an der üblichen Sicht:
In der Form ByteAdresse * 8 + BitOffset hat die Bit-Adressierung folgende Eigenschaften:
| Adress- Inkrement | Links -Shift | Rechts -Shift |
|---|---|---|
| Big-Endian | –1 | +1 |
| Little-Endian | +1 | –1 |
Platziert man in der horizontalen Darstellung die niedrigen Adressen links und die hohen rechts, so lassen sich für 32 Bit (d. h. 4 Byte) lange Bit-Arrays oder vorzeichenlose Ganzzahlen die Konventionen der Bit-Nummerierung folgendermaßen gegenüberstellen:
| Aufsteigende Offsets | Byte-Offset | 0 | 1 | 2 | 3 |
|---|---|---|---|---|---|
| Bit-Offset | 0, 1, …, 7 | 0, 1, …, 7 | 0, 1, …, 7 | 0, 1, …, 7 | |
| Bitnummer bei Big-Endian und | MSb0 | 0, 1, …, 7 | 08, …, 15 | 16, …, 23 | 24, …, 31 |
| LSb0 | 31, …, 24 | 23, …, 16 | 15, …, 08 | 7, …, 1, 0 | |
| Bitnummer bei Little-Endian und | LSb0 | 0, 1, …, 7 | 08, …, 15 | 16, …, 23 | 24, …, 31 |
| MSb0 | 31, …, 24 | 23, …, 16 | 15, …, 08 | 7, …, 1, 0 |
Die Nummerierung der Bits bei Big-Endian mit MSb0 und Little-Endian mit LSb0 (beide farblich unterlegt) entspricht somit der Bit-Adresse.
Dagegen nummerieren die Konventionen LSb0 bei Big-Endian und MSb0 bei Little-Endian die Bits im Register gegenläufig zu ihrer Adresse, was mit einer (mit den Adressen aufsteigenden) Indizierung in einem Array antikorreliert.