| ས་དམར་ Bji Gewog | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat | Bhutan |
| Distrikt | Haa |
| ISO 3166-2 | BT-13 |
Bji Gewog (Bje, Bjee, Dzongkha: སྦྱིས་) ist einer von sechs Gewogs (Block) im Dzongkhag Haa in Bhutan. Es ist der nördlichste der Gewogs im Distrikt Haa und grenzt im Norden an Chinas Chumbi Valley (Yadong). Das Gebiet ist überwiegend gebirgig; Flüsse münden im Westen in den Amo Chhu und im Osten in den Ha Chhu. China beansprucht einen großen Teil des Gewogs als sein Territorium und hat kürzlich mit dem Bau von Straßen und Dörfern in den Grenzgebieten begonnen.
Der Neunte Fünfjahresplan 2002 verzeichnete für Bji Gewog eine Fläche von 832 km² und 234 Haushalte in acht Dörfern. 2013, im 11. Plan wurde nur noch eine Fläche von 802,2 km². Die Gebietsverringerung von 30 km² könnte mit einer Gebietsabtretung der Kongbu Region an China zusammenhängen
Die Landschaft ist durch die Berge der Massang-Chungdung-Gebirgszüge (auch Jomolhari) geprägt. Der westliche Teil des Gewog gehört zum Einzugsgebiet des Amo Chu. Eine Reihe von Zuflüssen entspringt in den Bergen. Der Osten des Gewog gehört zum Einzugsgebiet des Haa Chhu. Der untere Teil des Haa-Tales, unterhalb des Damthang Camp ist stärker besiedelt.
Das Einzugsgebiet des Amo Chhu ist Teil des Torsa Strict Nature Reserve (Torsa national forest) ein „strict nature reserve“. In dem Gebiet gibt es keine permanente Besiedlung in dem Gebiet, aber für die Nutzung als Weidegründe durch nomadische Hirten gibt es mehrere Camps.
Die Flüsse die in den Amo Chhu münden sind, von Norden nach Süden: Shakhatoe (Sharkhatoe), Dramana, Langmarpo, Charitang (Sharitang), Gambala Chu und Yak Chhu.

Die Täler von Dramana und Shakhatoe gelten in Bhutan als umstrittenes Gebiet. Sie umfassen zusammen eine Fläche von 138 km². Seit August 2004 baut China eigene Straßen in der Region, ungeachtet der Proteste aus Bhutan. 2022 waren zahlreiche Straßen und Siedlungen fertig. 2010 erwähnte der Sekretär für internationale Grenzen jedoch nur Dramana als umstrittenes Gebiet ohne Hinweis auf Shakhatoe.
Der Langmarpo ist der längste der Zuflüsse. Der untere westliche Teil seines Tals, mit dem Bach Kongbu (chin.: 空布), wurde offenbar bis 2018 von Bhutan an China abgetreten. Der restliche Verlauf des Langmarpo Chu wurde nicht abgetreten, steht aber unter faktischer chinesischer Kontrolle; entlang des Flusses wurden eine Straße und mehrere Dörfer errichtet. China hat außerdem im östlichen Teil des Tals eine Straße in Richtung des Phutegang-Kamms gebaut, von dem aus man das Charitang-Tal überblicken kann. Weiter flussaufwärts befindet sich ein Hochplateau mit mehreren kleinen Seen in Höhenlagen zwischen 3700 und 4400 Metern. Es wird von den Bhutanern Sinchulung oder Sinchulungpa genannt. Es soll 42 Quadratkilometer groß sein und ist Teil des 269 Quadratkilometer großen Gebiets, das China in sein „Gesamtpaket“ („package deal“) zur Grenzregelung einbezogen hat. Das Gesamtpaket wird oft so dargestellt, als stelle es eine vollständige Beilegung des Grenzstreits dar, doch eine explizite Aussage hierzu fehlt. Weitere chinesische Eingriffe in die Täler von Langmarpo und Charitang stellen diese Aussage infrage.
Das Charitang-Tal bildete die traditionelle Handelsroute zwischen dem Chumbi-Tal und Bhutan. Am Fuße des Tals befindet sich in Dolepchen ein Lager, entlang des Weges ein Charitang-Gästehaus. Im oberen Bereich müssen die beiden Pässe Kyu La (Chu La) und Ha La überquert werden, bevor man ins Haa-Tal gelangt, wo sich das Lager Damthang befindet. Damthang ist mit der Stadt Haa durch eine Straße verbunden, die mit Motorfahrzeugen befahrbar ist.
Der Fluss Yak Chu im Süden entwässert ein beträchtliches Einzugsgebiet. China bezeichnet den Fluss als Lulin Chu (chinesisch 鲁林曲) und nutzt den Namen „Lulin“ für die Region des Charitang und des Yak Chu Basins.
Im Südwesten bildet der Fluss Amo Chu die Grenze des Bji Gewog. Laut bhutanischer Grenzdefinition beginnt das chinesische Chumbi-Tal in der Nähe des Sinchela-Passes. Von dort aus gehört das westliche Flussufer zu China, während das östliche Ufer Teil des Bji Gewog ist.
Südlich von Bji Gewog liegt Sangbay Gewog, wo China wiederum das Gebiet namens Doklam beansprucht, zu dem das Doklam-Plateau und das Torsa-Nala-Becken gehören.
Der Haa-Fluss entspringt vermutlich unterhalb des Khungdugang-Gipfels, der sich bis auf eine Höhe von 5710 m(18.730 Fuß) erhebt. Er ist nach dem Chomolhari der zweithöchste Gipfel des Massang-Chungdung-Gebirges. Zwei Bäche entspringen unterhalb des Berges, fließen nach Westen und Osten und vereinen sich in der Nähe des Lagers Damthang. Aus diesem Zusammenfluss entsteht der Haa-Chu-Fluss.
Unterhalb von Damthang weitet sich das Haa-Chu-Tal und beherbergt zahlreiche Dörfer mit landwirtschaftlichen Flächen. In einem nordöstlich verlaufenden Seitental befinden sich weitere Dörfer und ein Pfad nach Saga La, der den Übergang ins Paro-Tal nahe Drukyel Dzong ermöglicht.
Laut den demografischen Daten der Volkszählung von 2017 hat das Bji Gewog 3.230 Einwohner, die in 23 Dörfern leben. Dies stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber den Daten des Plans von 2002 dar. (Die einfachste Erklärung ist, dass die nomadischen Hirtenvölker der Region nun genauer erfasst werden.) Die Dörfer sind in fünf Chiwogs (Dorfverbände) unterteilt: Choompa Jamgoen (Chempa, ཅུམ་པ་_བྱམས་དགོན་), Gyensa Tokey (Gyansa, རྒྱན་ས་_ལྟོ་ཀེ་), Chenpa Geychhukha (Chumpa, ཅེན་པ་_དགེ་ཆུ་ཁ་), Tsenka Taloong (བཙན་ཀ་_རྟ་ལུང་), Yangthang (ཡངས་ཐང་).
Der Großteil der Bevölkerung lebt von Landwirtschaft und Viehzucht. Angebaut werden Weizen, Kartoffeln und Gemüse, und Überschüsse werden auf Märkten in der Stadt Haa verkauft.