| Black Keld | ||
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| Daten | ||
| Lage | England | |
| Flusssystem | Humber | |
| Abfluss über | River Ouse → Humber | |
| Quelle | Black Keld resurgence 54° 8′ 5″ N, 2° 2′ 27″ W | |
| Mündung | in den River WharfeKoordinaten: 54° 7′ 46″ N, 2° 2′ 18″ W 54° 7′ 46″ N, 2° 2′ 18″ W | |
Black Keld (196 m ü NN) ist eine Karstquelle an der östlichen Flanke des Wharfedale, die vom Great Whernside gebildet wird, zwischen Kettlewell und Conistone. Das ihr entspringende gleichnamige Gewässer mündet nach sehr kurzem Verlauf linksseitig in den River Wharfe. Sie liegt unterhalb des Gehöftes Cruts Barn bei Scargill Wood.
Das Einzugsgebiet des Black Keld wird auch als Black Keld Catchment bezeichnet und ist seit 1999 eine Site of Special Scientific Interest (SSSI) bzw. Wasserschutzgebiet des Joint Nature Conservation Committee (JNCC) und umfasst eine Fläche von 6,97 km².
Etwas abwärts mündet noch eine kleine Quelle namens White Keld in den Black Keld. Bisher ist nicht bekannt, ob diese Quelle auch zum Black-Keld-Langcliffe-Mossdale-Caverns-System gehört. Abwärts des White Keld sind weitere drei Kleinquellen (Spring in Wood, Pumphouse Spring, Spring Trap Cave).
Das Wort keld lässt sich mit dem deutschen Wort "Quelle" ̟übersetzen und ist auch mit diesem urverwandt. Er ist ein dialektaler Ausdruck in den nördlichen Regionen Englands. In Skandinavien (Dänemark und Norwegen) ist "Keld" sowohl ein Vorname als auch ein Nachname mit aber eben derselben Bedeutung. Es wird auch davon ausgegangen, dass das Wort keld über das Altnordische in das Mittelenglische eingedrungen ist. Eine weitere Annahme geht davon aus, dass keld auch von altnordisch "kaldr" für "kalt" kommen kann.
Diese Quelle entwässert unterirdisch über ein großes und teilweise unerforschtes Höhlensystem ein sehr großes Gebiet aus der Fläche des Gebirgsmassivs Great Whernside, Conistone Moor mit dem Mossdale Beck über die Mossdale Caverns, Grassingon Moor und das Höhlensystem des Langcliffe Pot. Das Black-Keld-System gilt als Site of Special Scientific Interest (SSSI).
Darüber hinaus gehen Geologen davon aus, dass die Höhlen auch Verbindungen zu den Yoredale-Limestones (=Kalkgestein) und der Wensleydale-Gruppe von Kalkmassiven haben. Weitere Vernetzungen werden vermutet (s. u.).
Das Höhlensystem des Black Keld durchsetzt ein Gebirgsmassiv, das aus unterschiedlichen Gesteinsarten besteht. Der gesamte Nationalpark Yorkshire Dales im Wesentlichen eine Karstlandschaft auf dem Boden eines Kalksteinmassivs, das von den Central Pennines gebildet wird. Neben Kalkstein finden sich zudem Sandstein und Schiefer. Der als Millstone Grit bezeichnete Sandstein hat in den Central Pennines die mächtigsten Ausprägungen.
Die Kalkschichten werden genannt Brigantian Middle Limestone, Simonstone Limestone, Hardraw Scar-/Gayle Limestones und Asbian Great Scar Limestone. Der Great Scar Limestone ist am tiefsten gelegen. Bis an den Mossdale Scar reicht der Namurian Grassington Grit (Sandstein, s. u.), der den tiefergelegenen Middle Limestone bedeckt. Diese gesamte Schichtung aus unterschiedlichen Kalkgesteinen mit Sandstein und Schiefer hat insgesamt eine Mächtigkeit von 280 m.

Das Höhlensystem, das von Black Keld drainiert wird, gilt als das ausgedehnteste, tiefste und auch gefährlichste Höhlensystem Großbritanniens. Bekannt sind bisher das System der Mossdale Caverns und ein mit diesem in Verbindung stehenden System, dessen wichtigste Öffnung der Langcliffe Pot ist. In beiden Höhlensystemen sind jeweils etwa 10 km an Gangstrukturen - also insgesamt 20 km Gesamtlänge - erforscht und bekannt.
Es wird davon ausgegangen, dass die Karstsysteme des Yoredale-limestone mit den Karstsystemen des Conistone Moor einschließlich der Mossdale Caverns, des Geat Whernside und des Langcliffe-Pot -Systems unterirdisch in Verbindung stehen und dabei die sie beinhaltenden Wasserläufe auch Sandststein- und Schieferschichten durchbrochen haben und enge Passagen (engl. "chokes") zwischen den Systemen gebildet haben.
Darüber hinaus wird vermutet von Höhlenforschern, dass das Black-Keld-System Teil eines weitaus größeren Höhlensystems ist, das vom Three-Counties-System bis zum Great Whernside reicht und dabei womöglich auch die Flusssysteme des Ribblesdale, des Littondale und des Wharfedale unterkreuzt. Auch Verbindungen mit dem Stump-Cross-Caverns-System werden vermutet.

Die Mossdale Caverns sind die unterirdische Fortsetzung des Mossdale Beck, der anfangs oberirdisch durch das Conistone Moor im Mossdale verläuft und an einer Felswand namens Mossdale Scar durch eine Schwinde (Ponor oder Gully) in das System der Mossdale Caverns eintritt. Die lokalen Gegebenheiten um diese Schwinde sind von ständigen Veränderungen gezeichnet. Der gangbare und kartierte Teil des Höhlensystems dehnt sich nach den bekannten Höhlenkarten nach Südosten aus. Allerdings findet sich in diesem System ein Schacht, in dessen Tiefe ein Fließgewässer zu verorten ist. Im Bereich der Schwinde ändert das Gewässer unterirdisch seine Richtung nach Nordwesten. Der Höhenunterschied zwischen der Schwinde und dem Black Keld beträgt etwa 750 ft., was etwa 230 m entspricht. Experimente mit Anfärbungen des Wassers mit Fluorscein wiesen bereits 1949 von der Arbeitsgruppe um Jack Myers et al. (Northern Pennine Club) eindeutig nach, dass das Wasser des Mossdale Beck im Black Keld wieder an die Oberfläche tritt. Nach der Schließung der Mossdale Caverns konzentrierte sich die Erforschung auf das Langcliffe-System.
Im Jahre 1829 begannen in dem nördlichsten Teil von Grassington Moor Bergarbeiter einen Schacht von 94,5 m in die tiefe zu treiben, wobei Schächte aus dem Torfabbau schon existierten und dieser Schacht wohl schon eine Tiefe von 73 m hatte. Die Bergarbeiter waren auf der Suche nach Blei und brachen bei ihrer Arbeit in ein natürlich präformiertes Höhlensystem ein, das eine Ost-West-Passage von 170 m Länge aufwies sowie weitere Gänge nach Nordwest und Ost. Von den Hauptgängen wurde ein Plan angelegt, es gab weitere Gänge, die nicht beachtet und nicht kartiert wurden, da die nach Blei suchenden Bergarbeiter dieses Höhlensystem für nutzlos befanden und sogar wohl Ausrüstung dort hinterließen. 1839 wurden in dieser Gegend auch die Arbeiten an den Torfgruben eingestellt. Eine Wiedereröffnung des Schachtes wurde nicht mehr für sinnvoll erachtet. In den 1930er Jahren begannen die Höhlenforscher Eli Simpson und Robert Leakey nach einem Drainagesystem aufgrund dieser Kenntnisse ergebnislos in Richtung Hebden zu suchen, was letztlich zur Verlagerung der Forschungsschwerpunkte und zur Entdeckung der Mossdale Caverns führte. Weitere Versuche, über andere Zugänge an diese Gänge heranzukommen, scheiterten. Bislang gelten diese Gänge als verloren.

Die zwei bekanntesten Zugänge zu diesem Höhlensystem sind der Langcliffe Pot (488 m üNN; 54.13550, -2.007954) und der ca. 350 m von diesem nordöstlich gelegene Oddmire Pot (54.13807, -2.01106). Beide Zugänge haben unterirdisch einen Verbindungsgang. Das Langcliffe-System drainiert kleine Gewässer, die auf der Westflanke des Great Whernside entstehen und führt sie dem Black-Keld-System zu. Der Ort des unterirdischen Zusammenflusses dieser Systeme mit dem Abfluss der Mossdale Caverns ist bisher nicht bekannt. Das Langcliffe-System hat 5 bekannte Zugänge n der Grenze zu der schicht des Middle Limestone und ist geprägt von Schächten, die die wasserundurchlässigen Schichten durchdringen und in den Great Scar Limestone führen. Die Gänge sind oft nicht höher als 1 m. Eine Höhlenkarte weist nach Süden weisende Gänge auf.
Der Quelltopf des Black Keld ist die Stelle, an der das Karstwasser der Mossdale Caverns und des Langcliffe-Systems wieder an die Oberfläche tritt und als gleichnamiges Flüsschen in den River Wharfe mündet. Das Tauchen im Gangsystem hinter dem Quelltopf ist wegen des schwarzen Wassers sehr schwierig. Kurz hinter der Düse befindet sich schon ein Kuppelraum, der Lake 1 genannt wird. 119 m weiter befindet sich Lake 2, wobei bei Niedrigwasser die Passage zwischen beiden Hohlräumen trockenen Fußes möglich ist. Ein Sumpf folgt Lake 2 von 60 m Länge. Weitere Sümpfe bis hin zu Sumpf 7 folgen, wobei mehrere Gänge von Süden und Osten teilweise überkopf münden. Engstellen (sog. chokes) machen weitere Passagen dorthin bisher unmöglich. In der Hauptrichtung folgt ein weiterer See und nach 2 km Verlauf endet der erforschte Teil des Gangsystemes. Dieses Ende wird bezogen auf die Oberfläche auf eine Entfernung von 500 m zum Langcliffe Pot geschätzt.

Der White Keld ist 300 m südlich des Black Keld gelegen und eine nur temporär schüttende Quelle. Er hat auch eine Düse und ein dahinter befindliches Gangsystem. Das Wasser des White Keld ist allerdings klar. Es wird vermutet, dass der White Keld ein ehemaliger Abfluss des Langcliffe-Systemes sein könnte. Eine Verbindung konnte bisher nicht nachgewiesen werden und es wird davon ausgegangen, dass er heutzutage vom Langcliffe-System unabhängig Oberflächenwasser abtransportiert. Eine weitere südlich davon gelegene Quelle namens Spring Trap Cave ist die Mündung einer größeren Zahl kleinerer Gänge und unterirdischer Sümpfe, die bisher im Wesentlichen unerforscht geblieben sind. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass Grundstückseigentümer sich der Erforschung der Höhlen gegenüber sehr ablehnend verhalten.

Die Zugänge zum Lancliffe System befinden sind auf Privatgrund und sind sog. Accessland, welches für die Öffentlichkeit vom Eigentümer zugänglich gehalten werden muss. Geregelt wird dies durch den Countryside and Rights of Way Act 2000 (CRoW, gen. auch "the Act"), wobei für den Zugang zu Höhlen keine eigene Regelung existiert. Grundsätzlich soll gelten, dass Höhlengängern als Freizeitaktivität der Zugang zu Höhlen gewährleistet sein soll und Eingriffe in die Landschaft der Genehmigung bedürfen sollen. Die Höhlenforschergesellschaften sind hierbei um einen Ausgleich zwischen Eigentümern und Höhlengängern (sog. Caver) bemüht, wobei der Umgang zwischen Eigentümern und Höhlengängern nicht immer konfliktfrei verläuft und wohl auch schon mitunter gewalttätig eskaliert sein soll. Dies betrifft insbesondere die Zugänge zum Langcliffe-System. Von der Höhlenforschergesellschaft Council for the Northern Caving Community (CNCC) wird eine Warnung bezüglich der Betretung des Geländes herausgegeben.
Bezüglich Black Keld und White Keld bleibt festzuhalten, dass sie sich nicht auf Accessland befinden und Versuche, die Systeme zu ertauchen, eine Absprache mit dem Eigentümer erfordern. Unerlaubte Versuche, dies zu tun haben schon zu Betretungsverboten geführt.