
Ein Kapitell [] (auf der letzten Silbe zu betonen, von lat. capitellum „Köpfchen“ zu caput „Kopf“), früher auch (Säulen-)Knauf, ist der obere Abschluss einer Säule, einer Ante, eines Pfeilers oder eines Pilasters.
Das Kapitell ist plastisch meist deutlich ausgeformt. Es ist ein wichtiges ornamentales Element und oft floral, mit Voluten oder figurativ ausgeführt. Die Überleitung vom Rund der Säule zur quadratischen Deckplatte ist das formale Grundthema des Säulenkapitells. Im Laufe der Geschichte haben sich vielfältige Arten von Kapitellen ausgebildet.
In der Architektur der Antike und von der Renaissance bis zum Historismus wurden vor allem die fünf klassischen Kapitellformen verwendet: toskanisch, dorisch, ionisch, korinthisch und komposit. In den dazu korrespondierenden Säulenordnungen waren sie in ein System von formalen Regeln über Proportionen und Form der darunter befindlichen Säulen und des darüber liegenden Gebälks eingebunden.
In der griechischen Architektur werden die Kapitelle in drei Haupttypen unterteilt, die in der Säulenordnung festgelegt sind: das dorische, das ionische und das korinthische Kapitell. Erst in der römischen Zeit kamen das toskanische und das komposite Kapitell hinzu. In der Renaissance wurden diese fünf Formen kodifiziert, erstmals bei Sebastiano Serlio. Das dorische Kapitell hat – wie seine Ordnung – eine griechische und eine römische Ausprägung.
Alle klassischen Kapitelle bestehen aus dem Abakus, der oberen Deckplatte, und dem Echinus, der je nach Kapitellart, unterschiedlich gestaltet ist.
Die ägyptische Architektur hat die ersten bekannten Steinkapitelle hervorgebracht. Im Wesentlichen werden hier fünf Formen unterschieden:
In der Romanik waren besonders Figurenkapitelle beliebt.
In der persisch beeinflussten indischen Kunst gibt es – mit Ausnahme der einzeln stehenden Edikt-Säulen des Kaisers Ashoka – kaum echte Säulen; die meisten freitragenden Stützelemente sind eher als Pfeiler zu bezeichnen, bei anderen finden sich säulenähnliche Einschübe. Entsprechend finden sich hier – abgesehen von einigen wenigen Lotoskapitellen – überwiegend kämpferähnliche Abschlüsse.
Die mittelamerikanische Architektur kennt zwar in Ansätzen monolithische oder gemauerte bzw. aus Trommeln zusammengesetzte Rundstützen, diese haben jedoch weder ausgeformte Basen noch Kapitelle.








In der Heraldik ist das Kapitell eine seltene gemeine Wappenfigur im Wappen. Gezeigt wird der mit Kapitell bezeichnete Säulenkopf. Die im Wappen gezeigte Form ist in der Wappenbeschreibung näher zu erklären: Zum Beispiel römisches oder griechisches Kapitell oder ähnlich. Alle heraldischen Tinkturen sind möglich. Als Teil der Wappenfigur Säule kann das Kapitell mit einer Flamme oder einer Figur noch reichhaltiger geschmückt sein