NBDS Nr. 30–36

NBDS 30–36
SS 981–988
NS-Baureihe 3500
Lokomotive 30 der NBDS im Jahr 1913 in Gennep
Lokomotive 30 der NBDS im Jahr 1913 in Gennep
Lokomotive 30 der NBDS im Jahr 1913 in Gennep
Nummerierung: 30–36 (NCS)
981–988 (SS)
3501–3508 (NS)
Anzahl: 8
Hersteller: Beyer-Peacock, Hohenzollern
Baujahr(e): 1908–1920
Ausmusterung: 1938–1946
Bauart: 2’C n2/h2
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Fester Achsstand: 4240 mm
Gesamtachsstand: 8150 mm
Treibraddurchmesser: 1981 mm
Laufraddurchmesser: 1026 mm
Dienstmasse: 59,4 t
Dienstmasse mit Tender: 97,3 t
Reibungsmasse: 42,0 t
Radsatzfahrmasse: 14,0 t
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
Kesselüberdruck: 1451 kPa
ab 1922: 1314 kPa
Rostfläche: 2,5 m²
3507–3508: 2,6 m²
Strahlungsheizfläche: 13,5 m²
3507–3508: 13,4 m²
Rohrheizfläche: 129,2 m²
3507–3508: 96,4 m²
Überhitzerfläche: 36,5 m² (nur 3507–3508)
Steuerungsart: Walschaerts, innenliegend
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 483 mm
3507–3508: 510 mm
Kolbenhub: 660 mm
Zugbremse: Druckluft
Wasservorrat: 15,9 m³
3507–3508: 20 m³
Brennstoffvorrat: 5 t Kohle
3507–3508: 8,4 t

Die Lokomotiven 30–36 der niederländischen Eisenbahngesellschaft Noord-Brabantsch-Duitsche Spoorweg-Maatschappij (NBDS) waren sechs im Jahr 1908 von der englischen Lokomotivfabrik Beyer, Peacock & Co erbaute Schnellzug-Schlepptenderlokomotiven der Achsfolge 2’C (Ten-Wheeler) sowie zwei in den Jahren 1915 und 1920 vom deutschen Hersteller Hohenzollern gelieferte Nachbauten. 1919 gingen die Lokomotiven mit der Übernahme des Betriebs der NBDS durch die Maatschappij tot Exploitatie van Staatsspoorwegen (SS) in deren Fuhrpark über und erhielten die Nummern 981–987, die letzte von Hohenzollern gelieferte Lokomotive bekam die Nummer 988. Die SS bildete 1921 zusammen mit der Hollandsche IJzeren Spoorweg-Maatschappij (HSM) die gemeinsame Betriebsgesellschaft Nederlandsche Spoorwegen (NS), die schließlich 1938 zur heutigen niederländischen Staatsbahn Nederlandse Spoorwegen wurde. Die aufgrund ihrer ursprünglich dunkelblauen Farbgebung bei der NBDS mit dem Beinamen Blauwe Brabander versehenen Lokomotiven kamen als Reihe 3500 zu den NS. Von den NS wurden sie vermehrt im Güterverkehr eingesetzt, was zu Rahmenschäden führte. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg begann daher die Ausmusterung. Nach dem Krieg waren lediglich noch drei Maschinen in beschädigtem Zustand vorhanden. Die NS entschied sich, diese nicht mehr wiederherzustellen und musterte sie 1946 aus; es blieb keine Maschine erhalten.

Geschichte

Beschaffung und erste Einsatzjahre

Die 1869 gegründete private Noord-Brabantsch-Duitsche Spoorweg-Maatschappij (NBDS) betrieb die auch als Boxteler Bahn bekannte, etwa 100 km lange und grenzüberschreitende Strecke zwischen dem niederländischen Boxtel und dem deutschen Wesel. Bald nach ihrer Eröffnung 1878 wurde die Strecke Teil einer internationalen Fernverbindung, als die Deutsche Reichspost ab 1881 erste Bahnpostkurse für den Postverkehr zwischen dem Deutschen Reich und dem Vereinigten Königreich über die Strecke führte, zunächst bis Boxtel, aber bald durchgehend bis zum Fährhafen Vlissingen. Dem folgten bald Kurswagen im Personenverkehr zwischen Hamburg bzw. Berlin und Vlissingen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verkehrten schließlich bis zu vier D-Zug-Paare täglich über die NBDS-Strecke, von Vlissingen kommend führten sie Kurswagen unter anderem nach Berlin, Hamburg, Kopenhagen, Dresden, Basel, Wien und Triest.

Die inzwischen aus schweren vierachsigen Durchgangswagen sowie Speise- und Schlafwagen bestehenden Züge überforderten die bislang vorhandenen NBDS-Schnellzuglokomotiven der Achsfolge 1’B, obwohl sie bereits mit Vorspannlokomotive fuhren. Die NBDS behalf sich zunächst mit der Anmietung weiterer Maschinen bei den Staatsspoorwegen. Die eigenen, wie auch die SS-Lokomotiven waren jedoch auf Dauer zu schwer für die lediglich auf 14 Tonnen Achslast ausgebaute Boxteler Bahn. Daraufhin entschied sich die NBDS zur Beschaffung neuer Maschinen, auch um die lukrativen Durchgangsverkehre der Post nicht an die konkurrierende SS zu verlieren. Nachdem ein Angebot des niederländischen Herstellers Werkspoor nicht die Forderung nach 14 Tonnen Achslast erfüllen konnte, ging der Auftrag über sechs neue Schnellzuglokomotiven 1907 schließlich an den englischen Hersteller Beyer, Peacock & Co. Äußerlich wie auch technisch entwarf der Hersteller typisch englische Maschinen mit glatten Linien und Innentriebwerk. Erstmals in den Niederlanden wurde die Achsfolge 2’C verwendet.

Im Oktober 1908 lieferte Beyer-Peacock alle sechs Maschinen aus, bis Jahresende waren alle in Betrieb und übernahmen nach ersten Probefahrten bald die D-Züge über die Boxteler Bahn. Mit den neuen Lokomotiven führte die NBDS eine neue Farbgebung ein, die Lokomotiven erhielten eine dunkelblaue Farbgebung, lediglich die Rauchkammer und der Schornstein wurden schwarz lackiert. Diese Farbgebung brachte den Maschinen bald den Beinamen Blauwe Brabander (auf Deutsch Blaue Brabanter) ein. Bereits seit Oktober 1908 führte die NBDS die beiden Nachtzüge, die im Anschluss an die Tagesfähre von Harwich ab Vlissingen verkehrten, über ihre eigene Strecke hinaus bis Oberhausen bzw. Haltern. Ab 1911 bespannten die NBDS-Lokomotiven den Nachtzug in Richtung Hamburg bis Münster.

Die neuen Lokomotiven bewährten sich schnell, das Personal der NBDS lobte besonders ihre Leistungsfähigkeit und den ruhigen Lauf, was ihnen erlaubte, bei Verspätungen auch etwas schneller als mit den offiziell zugelassenen 90 km/h zu fahren. Sie beeindruckten auch die Vertreter der konkurrierenden SS, die den internationalen Verkehr gerne vollständig über ihre eigenen Strecken geleitet hätte. Bereits im Februar 1909 lieh sich die SS die Lokomotive Nr. 35 zu Probefahrten aus, bei denen die Maschine in der Lage war, zwischen Vlissingen und Boxtel sowie Amsterdam und Emmerich auch mit schweren Zügen Verspätungen aufzuholen. Im November 1909 bestellte die SS daher bei Beyer-Peacock die ersten Maschinen der SS-Baureihe 700, die den NBDS-Lokomotiven ähnelten, allerdings als Vierzylinder-Lokomotiven ausgeführt wurden.

Nach wenigen Jahren zeigte sich, dass die sechs Lokomotiven für die zunehmende Zugzahl kaum mehr ausreichten. Beyer-Peacock lehnte es jedoch ab, ein Einzelexemplar nachzubauen, so dass schließlich im Dezember die Düsseldorfer Lokomotivfabrik Hohenzollern den Auftrag erhielt, der auch den Bau eines Reservekessels umfasste. Im März 1914 stockte die NBDS den Auftrag um eine weitere Lokomotive auf. Zudem sollte Hohenzollern die Nachrüstung der anderen Maschinen mit Überhitzern übernehmen, nachdem die Lokomotive Nr. 33 bereits einen solchen bei Hohenzollern im Rahmen des Zylindertauschs erhalten hatte. Ausgeliefert wurden die beiden Lokomotiven kriegsbedingt erst 1915 und 1920.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Sommer 1914 führte zur abrupten Unterbrechung des internationalen Verkehrs. Die KED Köln wies die NBDS am 31. Juli 1914 an, den gesamten Schnellzugverkehr über die deutsch-niederländische Grenze einzustellen. Einen Tag später musste die NBDS zudem den Betrieb ihres in Deutschland liegenden Streckenabschnitts zwischen Goch und Wesel an die Preußischen Staatseisenbahnen abgeben. Damit fehlte es weitgehend an Einsatzmöglichkeiten für die Schnellzuglokomotiven der NBDS, auch wenn weiterhin in beschränktem Umfang Personen- und Güterzüge grenzüberschreitend verkehrten. Die NBDS vermietete daher einige der Blauwen Brabander an die Nederlandsche Centraal-Spoorweg-Maatschappij (NCS), die damit Schnellzüge zwischen Utrecht und Groningen bespannte, für die der Bestand ihrer eigenen Lokomotiven Nr. 71 bis 78 nicht ausreichte.

Übergang an die Staatsspoorwegen

Bereits seit 1917 kooperierten die SS und die Hollandsche IJzeren Spoorweg-Maatschappij (HSM) als die zwei größten niederländischen Eisenbahngesellschaften, die sich bis dahin teils heftige Konkurrenz geliefert hatten. Die NBDS konnte daher nicht mehr erwarten, dass sie nach Ende des Weltkriegs in gleichem Umfang wie zuvor wieder internationale Verkehre erhalten würde. Die SS war zudem seit 1913 bereits an der NBDS beteiligt. Im März 1919 schloss die NBDS daher mit der SS einen Betriebsüberlassungsvertrag ab. Die SS übernahm zum 1. Juni 1919 den Betrieb der Boxteler Bahn und erwarb das gesamte Rollmaterial der NBDS zum Zeitwert. Die Blauwen Brabander gingen damit an die SS über und erhielten die neuen Nummern 981 bis 987. 1920 konnte die SS zudem die zweite von Hohenzollern gebaute Maschine übernehmen, deren Auslieferung sich kriegsbedingt verzögert hatte; sie erhielt die SS-Nummer 988.

Nach Kriegsende kam der Fährverkehr zwischen Vlissingen und England erst allmählich wieder in Gang, ab Ende Januar 1919 fuhren wieder Fährschiffe. Zunächst führte die SS jedoch noch keine durchgehenden Züge im Zu- und Abbringerverkehr, Fahrgäste mussten bereits in Roosendaal in weiterführende Züge umsteigen. Ab Oktober 1920 verkehrten wieder jeweils eine Tages- und eine Nachtfährverbindung täglich zwischen Vlissingen und Folkestone und die SS richtete wieder Anschlusszüge mit Kurswagen über die Boxteler Bahn ein. Damit bespannten die ehemaligen NBDS-Lokomotiven wieder die Schnellzüge zwischen Boxtel und Wesel bzw. Goch. Jedoch bereits 1923 endete der internationale Verkehr. Die Deutsche Reichsbahn leitete infolge der Ruhrbesetzung und der Übernahme der dortigen Eisenbahnstrecken in den Regiebetrieb durch die französischen und belgischen Truppen den Fernverkehr aus den Niederlanden großräumig über Bad Bentheim um. Zwar blieb die ehemalige NBDS-Strecke als Strecke in ausländischem Besitz vom Regiebetrieb verschont, jedoch waren alle anschließenden Strecken der Reichsbahn dem Regiebetrieb unterworfen. Nach dem Ende des Regiebetriebs kehrte der Schnellzugverkehr nicht wieder auf die Boxteler Bahn zurück. Die von SS und HSM inzwischen unter dem Namen Nederlandsche Spoorwegen (NS) gegründete Betriebsgemeinschaft führte die Züge nun über die Grenzbahnhöfe Venlo, Kranenburg, Emmerich und Bad Bentheim. Die Blauwen Brabander erhielten von der NS die neuen Nummern 3501 bis 3508.

Bereits 1920 war durch die SS ein Teil der nun als Reihe 3500 eingeordneten Lokomotiven, die bislang im Depot der NBDS in Gennep stationiert waren, nach Utrecht umbeheimatet worden. Dort bespannten sie zusammen mit den inzwischen als Reihe 3700 bezeichneten ehemaligen SS-Lokomotiven der Reihe 700 Schnellzüge zwischen Amsterdam und Amersfoort. Einige Maschinen waren zeitweise in Vlissingen stationiert. Die NS besaß jedoch mit der bereits über 100 Exemplare umfassenden Reihe 3700 genug leistungsfähige Schnellzugmaschinen und hatte zunehmend Schwierigkeiten, die aufgrund ihrer geringen Stückzahl und abweichenden Bauform eine Splittergattung darstellenden ehemaligen NBDS-Lokomotiven adäquat einzusetzen. Gelegentlich übernahmen sie aber auch weiterhin hochwertige Leistungen wie etwa den Pullmanzug Étoile du Nord. 1925 zog die NS alle acht Lokomotiven in ihrem Depot Roosendaal zusammen, das sie aber bald nach Nijmegen abgab. 1928 tauschte das Depot Nijmegen die Lokomotiven mit den Lokomotiven der Reihe 3600 des Depots Nijmegen. Beide Reihen bespannten Züge zwischen Maastricht und Nijmegen.

Die Blauwen Brabander wurden jedoch immer öfter auch im Güterzugverkehr eingesetzt. Dies führte zu Überlastungsschäden an den vergleichsweise dünnen Blechrahmen. 1937 traten trotz zuvor begonnener Verstärkungen der Rahmen erste Rahmenbrüche auf. Die 1938 durch Umwandlung der bisherigen Betriebsgemeinschaft aus SS und HSM zur neuen Staatsbahn Nederlandse Spoorwegen (mit leicht geänderter Schreibweise) gewordenen NS musterten im gleichen Jahr mit den Lokomotiven 3502 bis 3504 und 3506 vier Maschinen der Reihe aus. 1939 folgte die Lokomotive 3507. Für die übrigen musste 1940 die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h gesenkt werden. Zusammen mit der Reihe 3600 mussten sie 1940 während des Westfeldzugs über die Boxteler Bahn und die Verbindung von Kaldenkirchen über Venlo und Eindhoven Nachschubzüge für die Wehrmacht ins belgische Neerpelt befördern. Die Lokomotive 3508 wurde 1944 bei einem Einsatz in Belgien schwer beschädigt. Zusammen mit den beiden übrigen, ebenfalls kriegsbedingt nicht mehr einsatzbereiten Lokomotiven, von denen die Lokomotive 3505 nach Kriegsende in Deutschland aufgefunden wurde, wurde sie 1946 ausgemustert. Die NS verwendete die Reihenbezeichnung 3500 bereits im gleichen Jahr für gebraucht aus der Schweiz von den SBB übernommene Lokomotiven der Reihe A 3/5 601–649 weiter.

Alle Maschinen wurden nach ihrer Abstellung verschrottet, es blieb keine erhalten. Im niederländischen Eisenbahnmuseum in Utrecht existiert ein 1:10-Modell einer Blauwen Brabander, das von einem niederländischen Eisenbahner in den 1930er Jahren gebaut wurde.

Technik

Äußerlich wie technisch waren die Lokomotiven mit ihren glatten Linien und Innenzylindern typische Vertreter des englischen Lokomotivbaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Beyer-Peacock orientierte sich bei dem Entwurf an den erfolgreichen Ten-Wheelern der Caledonian Railway, fügte mit dem Belpaire-Stehkessel aber auch neue Konstruktionselemente hinzu. Um die niedrige zulässige Achslast von 14,5 t einzuhalten, besaßen die für den Blechrahmen verwendeten Bleche eine Stärke von lediglich 27 mm. Zwischen den Rahmenwangen lagen die beiden Innenzylinder mit innenliegenden Walschaerts-Steuerungen, die zum ruhigen Lauf der Maschine beitrugen. Da die NBDS-Strecke vor allem auf ihrem deutschen Abschnitt einige Steigungsabschnitte aufwies, erhielten die Lokomotiven Kuppelräder, die mit 1980 mm etwas unter den in den Niederlanden bislang üblichen 2000 mm für Schnellzugmaschinen blieben. Beim Lichtraumprofil orientierte sich die NBDS an den deutschen Maßen, da die Lokomotiven über die NBDS-Strecke hinaus bis ins Ruhrgebiet und nach Münster fahren sollten. Der Schornstein endete daher bei 4250 mm über Schienenoberkante statt bei der ansonsten in den Niederlanden zulässigen Höhe von 4550 mm.

Die Lokomotiven wurden von Beginn an mit einseitig auf Kuppel- und Tenderräder wirkenden Westinghouse-Bremsen ausgestattet. Nachdem 1913 die Lokomotive 33 einen Zylinderschaden hatte, ließ die NBDS diesen bei Hohenzollern reparieren und die Lokomotive zugleich auf Heißdampf umbauen. Statt eines üblichen Schmidt-Überhitzers erhielt die Lokomotive einen Kleinrohrüberhitzer, dessen Rohre in die vorhandenen Flammrohre des Kessels passten. Die beiden von Hohenzollern gelieferten Maschinen bekamen einen normalen Schmidt-Überhitzer ab Werk. Ab 1917 wurden die übrigen Lokomotiven ebenfalls mit einem solchen Überhitzer ausgerüstet, die letzten erst zu SS-Zeiten. Auch die Nr. 33 wurde schließlich damit ausgestattet. 1922 senkte die NS den Kesseldruck auf 1314 kPa.

Die beiden von Hohenzollern gelieferten Nachbauten unterschieden sich nur marginal von den Beyer-Peacock-Exemplaren. Sie erhielten etwas größere Frontfenster im Führerstand und getrennte Schutzbleche über den Radsätzen des Laufdrehgestells. In späteren Jahren wurde die Beyer-Peacock-Maschinen den Hohenzollern-Nachbauten diesbezüglich angeglichen. Die letzte, 1920 gelieferte Maschine erhielt einen Speisewasservorwärmer von Knorr, der dann durch die SS auch bei den übrigen Maschinen nachgerüstet und auf dem linken Umlaufblech montiert wurde. Ebenfalls durch die SS wurden über den Führerhausdächern Sicherheitsbügel angebracht, die die unabsichtliche Berührung der Oberleitung auf elektrifizierten Strecken beim Gebrauch der langen Schürhaken und anderer Werkzeuge verhindern sollten. Die verwendete Petroleum-Beleuchtung wurde bei zwei Lokomotiven durch die NS auf Gasbeleuchtung umgebaut, jedoch wieder zurück auf Petroleum umgestellt, nachdem sich die Versorgung weniger Maschinen mit Gas als aufwendig und damit teurer erwies.

Als für die relativ kurze Strecke der NBDS ausreichend eingeschätzt wurden die dreiachsigen Schlepptender, die die 1908 gelieferten Maschinen erhielten. Es zeigte sich aber, dass diese recht unruhig liefen und für verstärkten Verschleiß der Schienen sorgten. Im Zuge der Bestellung der beiden Nachbauten bei Hohenzollern bestellte die NBDS auch vier Güterzuglokomotiven der Achsfolge 1’D (Consolidation), die wie die beiden Nachbauten längere, vierachsige Tender mit größeren Vorräten erhielten und diese mit vier der 1908 gelieferten Blauwen Brabander tauschen sollten. Umgesetzt wurde dieser Tendertausch erst 1924 durch die NS.

Farbgebung

Mit ihren neuen Schnellzuglokomotiven führte die NDBS, die ihre Maschinen bislang wie die SS in hellgrün lackiert hatte, eine neue, auffällige dunkelblaue Farbgebung ein. Lediglich die Rauchkammer und der Schornstein wurden schwarz gestrichen. Abweichend von der bisherigen Praxis wurde auch der Dampfdom, der bislang in den Niederlanden meist eine glänzende Verkleidung aus Messing erhalten hatte, auch in der Lokomotivfarbe dunkelblau gestrichen. Messingfarben blieben lediglich die Krempe des Schornsteins und die Tenderglocke, die mittels Leine vom Zugführer bedient werden konnte und vor Einführung der durchgehenden Druckluftbremse zur Signalübermittlung an das Lokomotivpersonal genutzt wurde. Metallisch blieben die Radreifen und die Kuppelstangen, die jedoch rot ausgelegt wurden. Rote Zierlinien auf den Radkästen und dem Kessel sowie dem Führerhaus lockerten die Farbgebung auf. Nach Übernahme durch die SS erhielten die Maschinen deren hellgrüne Farbgebung, die 1920 gelieferte Lokomotive erhielt diese bereits ab Werk. 1931 führte die NS eine neue dunkelgrüne und damit weniger schmutzempfindliche Farbgebung ein, die auch die Lokomotiven der Reihe 3500 in den Folgejahren bei ihren regelmäßigen Untersuchungen erhielten.

Literatur

Commons: NBDS 30–36/NS 3500 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 85
  2. ↑ Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 122
  3. ↑ Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 124
  4. ↑ Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 127
  5. ↑ Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 125
  6. 1 2 3 4 5 6 Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 175
  7. ↑ Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 143
  8. ↑ Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 52
  9. ↑ Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 155
  10. 1 2 3 4 5 Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 186
  11. ↑ Martin van Oostrom: Stoomlocomotieven serie NCS 71-78 (NS 3600). Stichting Rail Publicaties, Rosmalen 1988, S. 67
  12. ↑ Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 184
  13. ↑ Martin van Oostrom: Stoomlocomotieven serie NCS 71-78 (NS 3600). Stichting Rail Publicaties, Rosmalen 1988, S. 73
  14. 1 2 3 Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 177
  15. ↑ spoorwegmuseum.nl: De Blauwe Brabander, abgerufen am 9. Mai 2026
  16. 1 2 3 Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 173
  17. 1 2 Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 176
  18. ↑ Hans Schlieper, Vincent Freriks: Die Boxteler Bahn. Werl 2014, S. 174