Blockadebrecher

Wie unsere Ostafrikaner Munition erhielten. Illustration des Blockadebrechers Marie im Ersten Weltkrieg

Als Blockadebrecher bezeichnet man Schiffe (selten andere Verkehrsmittel), denen es während eines Krieges gelingt, eine Seeblockade zu durchbrechen, um den Zielhafen bzw. die hohe See zu erreichen. Viele Blockadebrecher waren bewaffnet, um auch den Handelsverkehr der Gegner zu stören (Handelsstörer).

Geschichte

Die Vitalienbrüder, unter ihnen Klaus Störtebeker, begannen ihre Laufbahn auf Blockadebrechern bei der Belagerung von Stockholm.

Seeblockaden und Versuche, diese zu durchbrechen, gab es auch in größerem Maßstab, so zum Beispiel die französische Kontinentalsperre zur Zeit der Napoleonischen Kriege oder die Seeblockade der Konföderation während des Amerikanischen Bürgerkrieges.

Im Ersten Weltkrieg errichtete Großbritannien eine umfängliche Seeblockade in der Nordsee. Dennoch konnte die Blockade durch deutsche U-Boote und vereinzelt auch durch Überwasserschiffe, vor allem Hilfskreuzer und Hilfsschiffe, durchbrochen werden.

Im Zweiten Weltkrieg gelang es einer kleinen Anzahl deutscher Handelsschiffe, die vom Ausbruch des Krieges in weit entfernten ausländischen Häfen überrascht wurden, durch die anfangs noch recht durchlässige britische Seeblockade nach Deutschland zurückzukehren, das wohl bekannteste Beispiel war der Passagierdampfer Bremen.

Für die eigentliche Kriegführung und die Versorgung Deutschlands mit bestimmten Rohstoffen (wie insbesondere Kautschuk) waren jedoch die von 1941 bis Ende 1943 vom Marinesonderdienst auf der Route Japan–Europa eingesetzten Blockadebrecher von erheblich größerer Bedeutung. Umgekehrt wurden Chemikalien, Maschinenteile und andere kriegswichtige Güter von Europa nach Ostasien verschifft. In beide Richtungen wurden deutsche Frachtschiffe, aber auch italienische sowie erbeutete Schiffe eingesetzt. Der letzte Blockadebrecher, dem der Durchbruch noch gelang, war die Osorno, die im Dezember 1943 die Gironde erreichte. Danach musste die Zufuhr kriegswichtiger Rohstoffe von und nach Ostasien durch Überwasserschiffe wegen der nahezu lückenlosen Feindüberwachung unterbleiben. Schon seit 1942 wurde diese Aufgabe daher auch von großen deutschen U-Booten (Monsun-Boote) sowie italienischen und japanischen U-Booten (Yanagi-Mission) durchgeführt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde von deutscher Seite für erfolgreichen Durchbruch ein Abzeichen für Blockadebrecher gestiftet.

Bekannte Blockadebrecher

Sezessionskrieg

Banshee
USS Stettin captures the anglo-rebel steamer Aries

Erster Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

Einsatz von Blockadebrechern im Zweiten Weltkrieg

1940/41:

Seereise um das Kap Hoorn:

Seereise um das Kap der Guten Hoffnung:

1942:

1943:

Ab 1944 wurden keine Transporte mehr mit Blockadebrechern durchgeführt, da die Verluste der Schiffe stiegen und die Sicherung nicht mehr aufrechterhalten werden konnte. Bereits ab 1942 waren deutsche, aber auch japanische U-Boote für den Transport von kriegswichtigen Rohstoffen von und nach Ostasien eingesetzt worden.

Sonstiges

Auch in der Literatur findet sich das Thema des Blockadedurchbruchs wieder, etwa bei Jules Vernes Die Blockadebrecher, einer Abenteuer-Kurzgeschichte, die zur Zeit des Amerikanischen Bürgerkrieges spielt.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Jochen Brennecke: Schwarze Schiffe, weite See. 4. Auflage. Heyne, München 1975, S. 262 ff.
  2. ↑ Blockadebrecher 1941–1943 unter Leitung des Marinesonderdienstes auf der Route zwischen Japan und Europa.