In der Polymerchemie, Materialwissenschaft und Lebensmittelchemie bezeichnet „Bloom“ (deutsch Blüte) bezugsweise "Blooming" (deutsch Blühen) die Wanderung einer Komponente eines festen Gemisches an die Oberfläche eines Materials. Dieser Prozess ist ein Beispiel für Phasentrennung oder Phasenaggregation.

Blooming (Ausblühung) wird häufig bei Polymeradditiven wie Stabilisatoren beobachtet. Viele Polymere bestehen im Wesentlichen aus reinen Kohlenwasserstoffen, während Additive oft deutlich polarer sind. Dadurch werden sie aufgrund hydrophober Kräfte aus dem Polymer herausgedrängt. Das Blooming von Additiven kann erwünscht oder unerwünscht sein. So kann beispielsweise die Migration von Antioxidantien an die Oberfläche eines Polymers dazu beitragen, dessen Abbau zu verhindern. Umgekehrt ist das Auslaugen von Additiven aus Verpackungsmaterialien in Lebensmittel oder das Ausblühen von Additiven in biomedizinischen Anwendungen häufig ein ernstes Problem. In vielen Ländern gibt es Vorschriften, die sicherstellen, dass sowohl das Ausmaß des Bloomings als auch die verwendeten Materialien unbedenklich sind. Ein Beispiel hierfür ist das internationale Symbol für Materialien mit Lebensmittelkontaktzulassung: Das Weinglas-und-Gabel-Symbol.
Schwefelblüte bezeichnet die Migration von Schwefel, in der Regel als S8, an die Oberfläche eines Gummiprodukts – entweder vor oder nach der Vulkanisation. Das Auftreten von Blüte ist in der Gummiverarbeitung unerwünscht. Tritt Schwefelblüte vor der Vulkanisation auf, fehlt dem Gummi ein Teil des Vernetzungsmittels. Schwefelblüte nach der Vulkanisation weist auf eine unvollständige Vulkanisation hin. Um Schwefelblüte zu verhindern, verwendet die Gummiindustrie für die Schwefelvulkanisation amorphe, polymere Formen von Schwefel, die als „unlöslicher Schwefel“ bezeichnet werden. Dieser bleibt im unvernetzten Gummi unlöslich und verhindert dadurch Migration und Blütenbildung. In der Gummiverarbeitung können neben Schwefel auch andere Bestandteile „ausblühen“, darunter Antioxidantien, Fettsäuren und Vulkanisationsbeschleuniger.
Schokoladenblüte bzw. Schokoladenreif bezeichnet zwei Arten von weißlichem Belag, der auf der Oberfläche von Schokolade auftreten kann: Fettblüte, die durch Veränderungen der Fettkristalle in der Schokolade entsteht, und Zuckerblüte, die durch Kristallbildung infolge von Feuchtigkeitseinwirkung auf den Zucker verursacht wird. Schokolade mit „Blüte“ ist weiterhin essbar, kann jedoch ein unansehnliches Aussehen und eine veränderte Textur aufweisen.