Blutblumen

Blutblumen

Die immergrüne Haemanthus albiflos mit breiten Laubblättern und Blütenstand.

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Unterfamilie: Amaryllidoideae
Tribus: Haemantheae
Gattung: Blutblumen
Wissenschaftlicher Name
Haemanthus
L.

Blutblumen (Haemanthus) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Der Trivialname Blutblumen ist die direkte Übersetzung des botanischen Gattungsnamens Haemanthus. Die etwa 22 Arten sind vor allem in Südafrika verbreitet und viele davon sind Florenelemente der Capensis.

Beschreibung und Ökologie

Habitus mit zwei Laubblättern während der Vegetationszeit im Juni von Haemanthus pubescens im Habitat
Blütenstände während der Trockenzeit im März von Haemanthus pubescens im Habitat
Illustration von Haemanthus amarylloides: Links: Im Winter mit zwei Laubblättern. Rechts: Im blattlosen Zustand mit Blütenstand
Illustration von Haemanthus carneus: In der Vegetationszeit mit zwei Laubblättern und im blattlosen Zustand mit Blütenstand
Illustration von Haemanthus humilis: Links: Im Sommer mit zwei Laubblättern. Rechts: Im blattlosen Zustand mit Blütenstand
Illustration von Haemanthus lanceifolius: In der Vegetationszeit mit zwei Laubblättern und im blattlosen Zustand mit Blütenstand
Illustration von Haemanthus pubescens
Illustration von Haemanthus pumilio: In der Vegetationszeit mit zwei Laubblättern und im blattlosen Zustand mit Blütenstand
Illustration von Haemanthus sanguineus: In der Vegetationszeit mit zwei Laubblättern und im blattlosen Zustand mit Blütenstand

Blutblumen-Arten sind meist laubabwerfende oder seltener immergrüne, ausdauernde krautige Pflanzen. Als Überdauerungsorgane bilden sie Zwiebeln. Sie bilden auffällig dicke, lange, sprossbürtige Wurzeln. Im Winter grün sind: H. amarylloides, H. barkerae, H. canaliculatus, H. coccineus, H. crispus, H. dasyphyllus, H. pubescens, H. sanguineus und H. unifoliatus. Im Sommer grün sind: H. humilis, H. montanus. Immergrün sind H. albiflos, H. deformis, H. pauculifolius. Je nach Art bilden ausgewachsene Pflanzen ein, zwei, vier oder selten sechs grundständige, aufrechte oder flach ausgebreitete Laubblätter, die ledrig oder etwas fleischig sind. Bei einigen Arten sind die Laubblätter behaart.

Es werden dicke, fleischige Blütenstandsschäfte gebildet. Auffällig ist der doldige Blütenstand wegen der mindestens vier becherförmigen, oft intensiv gefärbten Hochblätter, die für die Anlockung von Bestäubern sehr wichtig sind. Dagegen sind die sechs Blütenhüllblätter etwas reduziert und relativ unscheinbar; sie sind schmal und rot bis rosa, selten weiß. Die zwittrigen Blüten sind dreizählig. Außer bei H. carneus sind die Staubblätter lang. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen, mit nur ein oder zwei Samenanlagen je Fruchtknotenkammer. Der gerade Griffel endet in einer winzigen Narbe. Der ganze Blütenstand wirkt als Blume, blütenbiologische Einheit, zur Anlockung der Bestäuber. Die Blüten produzieren viel Nektar und Pollen.

Es werden Beeren gebildet, die viele Samen enthalten; das haben sie mit den Scadoxus gemeinsam und unterscheidet die beiden von den übrigen Gattungen der Tribus. Die eiförmigen bis kugeligen Beeren werden bei Reife weiß, orange, rosa bis rot und sie sind meist aromatisch. Die eiförmigen, fleischigen Samen sind rot, grün oder opalartig schimmernd.

Systematik und Gefährdung

Die Gattung Haemanthus wurde durch Carl von Linné aufgestellt. Der Gattungsname Haemanthus leitet sich von den altgriechischen Wörtern: αἷμα haima für „Blut“ und ἄνθος ánthos für „Blüte“ oder „Blume“ ab und bezieht sich auf die blutroten Blütenstände (siehe Bilder in der Galerie unten) der als erstes im frühen 17. Jahrhundert beschriebenen Art Haemanthus coccineus.

Die beiden nah verwandten Gattungen Scadoxus und Haemanthus gehören zur Tribus Haemantheae in der Unterfamilie Amaryllidoideae innerhalb der Familie der Amaryllidaceae. Viele der Arten, die man früher zu dieser Gattung zählte, werden heute der Gattung Scadoxus zugerechnet.

Die etwa (11 bis) 22 Arten sind vor allem in Südafrika verbreitet und viele davon sind Florenelemente der Capensis.

In der Gattung gibt es etwa (11 bis) 22 Arten:

Nutzung

Wenige Arten (beispielsweise Haemanthus albiflos, Haemanthus coccineus, Haemanthus deformis, Haemanthus montanus) werden als Zierpflanzen verwendet. Einige Arten werden in der Volksmedizin verwendet.

Bilder

Haemanthus coccineus: Blütenstände, die als Blume wirken, blüht während die Pflanze keine Laubblätter besitzt:

Haemanthus sanguineus im Habitat. Sie blüht während die Pflanze keine Laubblätter besitzt:

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 Artenliste zu Haemanthus in der Red List of South African Plants. Abgerufen am 19. Oktober 2014
  2. 1 2 Haemanthus. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 19. Oktober 2014.
  3. ↑ Artenliste in der Amaryllidaceae-Website. (Memento des Originals vom 4. Mai 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. ↑ Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5, S. 422–423.
Commons: Blutblumen (Haemanthus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien