Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur

Osterreich  Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur
Österreichische Behörde
Staatliche Ebene Bund
Stellung der Behörde Bundesministerium
Hauptsitz Wien 3, Radetzkystraße 2
Behörden­leitung Peter Hanke, Bundesminister
für Innovation, Mobilität und Infrastruktur
Haushaltsvolumen 9,82 Mrd. EUR (2022)
Website www.bmimi.gv.at
Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur
Sitz des Bundesministeriums in Wien

Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (kurz BMIMI oder Verkehrsministerium) ist das für Verkehrspolitik, angewandte Forschung und Technologieentwicklung zuständige Bundesministerium der Republik Österreich. Die zuvor als Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie bezeichnete Behörde führt ihre aktuelle Bezeichnung seit 3. März 2025.

Geschichte

Von 1896 bis 1918 wurden die Eisenbahnagenden, zuvor für die im Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder (österreichische Reichshälfte) Österreich-Ungarns im k.k. Handelsministerium wahrgenommen, vom k.k. Eisenbahnministerium betreut.

Nach einem kurzzeitigen eigenen Verkehrsministerium wurden von 1923 bis zum Ende der ersten Republik Handel und Verkehr als gemeinsames Ministerium geführt.

Zu Beginn der zweiten Republik wurde erneut ein eigenes Verkehrsministerium geschaffen. Anders als es der Wortlaut vermuten lässt, war dieses lediglich für Teilbereiche des Verkehrswesens, nämlich Eisenbahnen, Post, Schifffahrt und Kraftfahrlinienverkehr, ab 1950 zusätzlich für Luftfahrt, zuständig. Für den sonstigen Straßenverkehr (ebenso bis 1950 für Luftfahrt) war das Handelsministerium zuständig, wobei die Zuständigkeiten für den Straßenbau ab 1966 an das neu errichtete Bundesministerium für Bauten und Technik gelangten.

Mit dem Inkrafttreten des Bundesministeriengesetzes 1973 übernahm das Verkehrsministerium von Handelsministerium den Großteil der Straßenverkehrsagenden, nämlich

Die Zuständigkeiten für den Straßenbau verblieben beim Bautenministerium; als dieses 1987 aufgelöst wurde, wurde dafür das Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten zuständig.

Erst im Jahr 2000 wurde das Verkehrsministerium für Angelegenheiten der Bundesstraßen, insbesondere auch Angelegenheiten des Straßenbaus, Angelegenheiten der Unternehmungen, die durch Bundesgesetz mit dem Bau und der Erhaltung von Bundesstraßen betraut sind, und somit umfassend für den Verkehr zuständig. Gleichzeitig gelangten die Zuständigkeiten für den Wasserbau vom Wirtschafts- an das Verkehrsministerium.

Über längere Jahre, nämlich 1950–1956, 1966–1970 und 1984–1996, war das Verkehrsministerium auch für die Verstaatlichten Betriebe zuständig.

Von 1950 bis 1973 fielen auch die Angelegenheiten der Elektrizitätswirtschaft in die Zuständigkeit des Verkehrsministeriums.

Von 1996 bis 2000 war das Verkehrsministerium mit dem Wissenschaftsministerium vereinigt.

2020 wurde das Verkehrsministerium mit dem Umweltressort (seit 2000 bei Landwirtschaft angesiedelt) zusammengelegt und übernahm von dort auch die Energieagenden. Im Gegenzug wurde die Zuständigkeit für Post und Telekom an das Bundesministerium für Finanzen abgegeben.

2025 wurden die Zuständigkeiten für Klima- und Umweltschutz an das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft sowie für Energie und Güterbeförderung in Rohrleitungen an das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus ausgegliedert.

Zeitraum Wirtschafts- / Bautenministerium Verkehrsministerium Wissenschaftsministerium
1896HandelsministeriumMinisterium für öffentliche ArbeitenEisenbahnministerium
1918Staatsamt für Handel und Gewerbe, Industrie und BautenStaatsamt für Verkehrswesen
1920Bundesministerium für Handel und Gewerbe, Industrie und BautenBundesministerium für Verkehrswesen
1923–1938Bundesministerium für Handel und Verkehr
1945Staatsamt für Industrie, Gewerbe, Handel und Verkehr
1945–1949Bundesministerium für Handel und WiederaufbauBundesministerium für Verkehr
Bundesministerium für Elektrifizierung und Energiewirtschaft
1949–1956Bundesministerium für Verkehr und verstaatlichte Betriebe
1956–1966Bundesministerium für Verkehr und Elektrizitätswirtschaft
1966–1970Bundesministerium für Bauten und TechnikBundesministerium für Verkehr und verstaatlichte Unternehmungen
1970–1984Bundesministerium für VerkehrBundesministerium für Wissenschaft und Forschung
1985–1987Bundesministerium für öffentliche Wirtschaft und Verkehr
1987–1994Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten
1995–1996Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Kunstangelegenheiten vom Unterrichtsministerium
1996–1997Bundesministerium für Wissenschaft, Verkehr und Kunst
Öffentliche Wirtschaft an das Finanzministerium
1997–2000Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr
Kunstangelegenheiten an das Bundeskanzleramt
2000–2007Bundesministerium für Wirtschaft und ArbeitBundesministerium für Verkehr, Innovation und TechnologieBundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
2007–2008Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
2008–2014Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
2014–2018 Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
2018–2020 Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
2020–2022Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie
2022–2025 Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft
seit 2025 Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung

Aufgaben

Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur ist zuständig für:

Organisation

Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur gliedert sich wie folgt.

Geschäftsbereiche

Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur hat die folgenden nachgeordneten Dienststellen.

Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur hat die folgenden Beteiligungen.

Das BMIMI ist zusätzlich im Präsidium des Klima- und Energiefonds vertreten. Weiters fällt der Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung in die Zuständigkeit des BMIMI.

Darüber hinaus ist das BMK Initiator und Unterstützer verschiedener österreichischer Technologieplattformen zur Stärkung von Schlüsseltechnologien.

Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft

Die Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft mbH (Schig) mit Sitz in Wien hat einerseits behördliche Tätigkeiten, erbringt andererseits auch Leistungen am Markt.
Das Unternehmen ist als Benannte Stelle (Notified Body) anerkannt und führt in dieser Funktion Konformitätsbewertungen gegen die Anforderungen der Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI) durch.
Die Schig ist die für Verkehr zuständige Abwicklungsstelle des Klima- und Energiefonds.

Bundesminister

Literatur

Vorministerien:

Commons: Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bundesfinanzgesetz 2022. (PDF) Bundesministerium der Finanzen, S. 16, abgerufen am 5. März 2022.
  2. ↑ Besorgung der Geschäfte der obersten Bundesverwaltung, BGBl Nr. 120/1946
  3. ↑ Bundesgesetz über die Neuordnung des Wirkungsbereiches des Bundesministeriums für Handel und Wiederaufbau und des Bundesministeriums für Verkehr und verstaatlichte Betriebe in den Angelegenheiten der Luftfahrt, BGBl. Nr. 244/1950 letzte Seite.
  4. ↑ BGBl. Nr. 379/1973, § 13 Z 14 -16
  5. ↑ Bundesministeriengesetz-Novelle 2000, BGBl. I Nr. 16/2000.
  6. ↑ Bundesministeriengesetz 1986. Abgerufen am 23. April 2025.
  7. ↑ Provisorische Geschäfts- und Personaleinteilung. (PDF) Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), 1. April 2025, abgerufen am 28. April 2024.
  8. ↑ Nachgeordnete Dienststellen des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie. Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, abgerufen am 29. Januar 2020.
  9. ↑ Direkte Beteiligungen. Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, abgerufen am 22. Februar 2020.
  10. ↑ Im Land der Schlüsseltechnologien. Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 2019, abgerufen am 30. Oktober 2020.
  11. ↑ Zertifizierungsstelle nach ISO/IEC 17065

Koordinaten: 48° 12′ 38″ N, 16° 23′ 9″ O