Bodo Mrozek

Bodo Mrozek auf der Frankfurter Buchmesse 2011

Bodo Mrozek (* 1968 in West-Berlin) ist ein deutscher Historiker und Autor. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Berliner Kolleg Kalter Krieg.

Leben

Mrozek studierte Geschichte, Literatur- und Politikwissenschaft in West-Berlin und Amsterdam.

Während seines Studiums schrieb er als Journalist für überregionale Tageszeitungen. Er war Pauschalist bei dpa und den Berliner Seiten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Feuilleton-Redakteur beim Tagesspiegel und schrieb für Spiegel Online eine Kolumne über Begriffsgeschichte. Größere Bekanntheit erlangte Bodo Mrozeks zweibändiger Bestseller Lexikon der bedrohten Wörter. Darin versammelt er veraltende Wörter und erklärt deren Geschichte pointiert auf teils sprachhistorische, teils feuilletonistische Weise.

Als Historiker arbeitet Mrozek über Themen der Zeitgeschichte und der Kulturgeschichte. Er war Stipendiat der Deutschen Historischen Institute in Washington, London und Paris, am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung sowie Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), der Humboldt-Universität zu Berlin und der Université du Luxembourg. Fellowships und Gastaufenthalte führten ihn an die Universität Versailles, die Columbia University, die University of London (Queen Mary) und die University of Cambridge. Mrozek ist Mitherausgeber einer zweibändigen Popgeschichte. In seiner Forschungsmonographie Jugend – Pop – Kultur. Eine transnationale Geschichte analysiert er den Wandel von der Kriminalisierung einer internationalisierten Jugendkultur hin zu einer schichten- und altersübergreifenden Popkultur gegen nationalkulturelle Widerstände. Im Sommersemester 2018 vertrat er den Lehrstuhl für Theorie und Geschichte der populären Musik an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Bodo Mrozek lebt in seiner Heimatstadt Berlin.

Auszeichnungen

Ämter

Er ist Mitglied der Zentraljury und des wissenschaftlichen Beirats des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten sowie der wissenschaftlichen Beiräte der Zeitschrift Pop. Kultur und Kritik, der Buchreihe Perspectives on Sensory History (Penn State University Press) und des Transdisciplinary Research Center for Popular Music Cultures and Creative Economies (C:POP) der Universität Paderborn. 2017 und 2024/25 gehörte er den wissenschaftlichen Komitees internationaler Konferenzen an der Pariser Sorbonne an. Bei einem Sprachwettbewerb nach dem schönsten bedrohten Wort stand Mrozek 2006 einer Jury vor (mit u. a. den Schriftstellern Jakob Hein und Eva Menasse) und er gehörte 2010 der Jury für den kuriosesten Buchtitel an, der auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wurde. Von 1997 bis 2022 engagierte er sich im Vorstand der Informationsstelle Jugend unterm Hakenkreuz e.V.

Schriften

als Herausgeber

Anmerkungen

  1. 1 2 Home: Berliner Kolleg Kalter Krieg. Abgerufen am 15. März 2025.
  2. ↑ Dazu u. a. Webvideo: Bodo Mrozek im Gespräch über bedrohte Wörter mit Annika Kipp (Memento vom 26. September 2007 im Internet Archive); Bodo Mrozek im Interview mit der taz, 6. Dezember 2005; Bodo Mrozek im Interview mit Radio Corax.
  3. ↑ Vgl. dazu u. a. Geschichte der Popkultur: Als der Polizeireporter zum Konzert musste, Interview mit Bodo Mrozek, Spiegel Online, 10. April 2019.
  4. ↑ Vgl. dazu u. a. Bodo Mrozek gewinnt IASPM Book Prize, IASPM-DACH news, 7. Juli 2021.
  5. ↑ Thomas Hecken, »Pop. Kultur und Kritik«. Themenfelder, Ausrichtung, Herausgeber und Beiräte der Zeitschrift auf der Seite der Zeitschrift, 8. März 2013.
  6. ↑ Penn UP, »Perspectives on Sensory History«. Advisory Board (Memento des Originals vom 1. September 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf der Seite der Reihe.
  7. ↑ Wettbewerb verleiht „Käseigel“ für bedrohtes Wort, tagesschau.de, 18. Dezember 2006 (Archiv).
  8. ↑ Lernen aus der Geschichte: Lernort Wanderausstellung Juden im Widerstand