Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Boea hemsleyanaBlütenstand von Boea hemsleyanaSämlinge von Boea hemsleyanaFruchtstand nach dem Öffnen der Früchte von Boea hygroscopica
Erscheinungsbild
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Allgemein sind Boea-Arten vom Wuchstyp her ähnlich den Drehfrucht-Arten. Sie sind ein- bis mehrjährige, also monokarpe hapaxanthe Pflanzen oder ausdauernde, also pollakanthe, polykarpische Pflanzen und wachsen als immergrüne, krautige Pflanzen. Der größere Teil der Arten ist acaulescent, das bedeutet die Sprossachse ist gestaucht.
Laubblätter
Bei den meisten Boea-Arten sind die Laubblätter in grundständigen Rosetten angeordnet und in Blattstiel sowie -spreite gegliedert. Die Blattstiele sind nur kurz. Die einfachen, meist fein behaarten und leicht brechenden, leicht fleischigen Blattspreiten sind meist fast eiförmig bis verkehrt-herzförmig und am Rand gesägt.
Blütenstände und Blüten
Die Blüten befinden sich meist zu einigen bis vielen in zymösenBlütenständen auf seitenständigen, langen Blütenstandsschäften.
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind meist frei oder höchstens an ihrer Basis verwachsen. Die fünf Blütenkronblätter sind teilweise frei und gelegentlich paarweise verwachsen. Die Farben der Kronblätter reichen von blau über violett bis weiß. Es gibt zwei Paare Staubblätter. Die Nektarien sind ringförmig oder kurz becherförmig. Zwei Fruchtblätter sind zu einem eiförmigen bis zylindrischen, unterständigen, meist einkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Die Narbe ist je nach Art unterschiedlich.
Ökologie
Einige der Boea-Arten gehören auch als „Resurrection Plant“ (Auferstehungspflanzen), aufgrund ihrer Fähigkeit, extreme Austrocknung zu überstehen. Vor allem Boea hygrometrica und Boea hygroscopica besitzen spezielle Methoden, um ihre Zellwände zu verändern.
Systematik und Verbreitung
Die Gattung Boea wurde 1785 durch Philibert Commerson in Jean-Baptiste de Lamarck: Encyclopédie Méthodique, Botanique, Band 1, S. 401 aufgestellt. Die Typusart ist Boea magellanicaLam. Der Gattungsname Boea ehrt den französischen Geistlichen François Beau (1723 – 1804), den Schwager von Philibert Commerson. Synonyme für BoeaComm. ex Lam. sind: DorcocerasBunge und ChleterusRaf.
Die Gattung Boea gehört zur Subtribus Loxocarpinae aus der Tribus Trichosporeae in der Unterfamilie Didymocarpoideae innerhalb der Familie der Gesneriaceae.
Boea hemsleyanaB.L.Burtt (Syn.: Boea lanataHemsl. non Ridley): Sie kommt in Papua-Neuguinea und auf den Salomonen (nur auf den Inseln Guadalcanal, Florida) vor.
Boea hygroscopicaF.Muell. (Syn.: Boea hygroscopica var. bellendenkerensisDomin, Boea hygroscopica var. typicaDomin): Dieser Endemit kommt nur im australischen Bundesstaat Queensland vor. Sie kommt auf der Kap-York-Halbinsel und im nordöstlichen Queensland bis nach Rockhampton im Süden vor. Sie gedeiht in Höhenlagen von 60 bis 900 Metern entlang von Flussbetten, auf bemoosten Felsen im Regenwald, in offenen Wäldern und Galeriewald.
Boea kinnearii(F.Muell.) B.L.Burtt: Dieser Endemit kommt nur im australischen Bundesstaat Queensland vor.
Boea lawesiiH.O.Forbes (Syn.: Boea lanuginosaLauterb. & K.Schum., Didymocarpus lawesiiF.Muell.): Sie kommt in Papua-Neuguinea vor.
Boea magellanicaLam. (Syn.: Beaua tomentosaPourret ex C.B.Clarke nom. nud., Boea cardwelliiF.Muell. ex C.B.Clarke nom. nud., Boea commersoniiR.Brown, Boea pralinianaA.St.Hil., Boea warburgiiSchlechter): Sie kommt in Papua-Neuguinea, auf dem Bismarck-Archipel (Mussau, New Ireland, New Britain, New Lauenburg, Hastings), auf den Salomonen und vielleicht auf Java (als Boea commersonii) vor.
Boea mollisSchlechter: Sie kommt in Papua-Neuguinea vor.
Boea philippensisC.B.Clarke (Syn.: Boea elephantopoidesW.Y.Chun, Boea poilaneiPellegr., Boea pseudoglandulosaElmer ex Merr., Dorcoceras philippense(C.B.Clarke) Schlechter): Sie kommt in China (Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hainan, Hunan), in Vietnam, Laos, Sulawesi, auf den Kleinen Sunda-Inseln und auf den Philippinen (Luzon, Mondoro, Mindanao) vor.
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G. Jiang etal.: Planta, Volume 225, Issue 6, 2007, S. 1405–1420.
↑F. Navari-Izzo etal. 2006. Physiologica Plantarum, Unusual composition of thylakoid membranes of the resurrection plant Boea hygroscopica: Changes in lipids upon dehydration and rehydration, Volume 94, Issue 1, 1995, S. 135–142.
↑Boea bei Tropicos.org.Missouri Botanical Garden, St. Louis,abgerufen am 15.April 2017.
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Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018. online.