Boguslavka (Meteorit)

Boguslavka
Hauptmasse des Meteoriten Boguslavka
Allgemeines
Offizieller Name
nach MBD
Boguslavka
Authentizität sicher
Lokalität
Land Russland
Föderationskreis Ferner Osten
Region (Kraj) Primorje
Fall und Bergung
Datum (Fall) 18. Oktober 1916
beobachtet ja
Datum (Fund) 21. Oktober 1916
Sammlung Die Hauptmasse des Meteoriten befindet sich im Besitz des Fersman-Museums (Stand 2026)
Beschreibung
Typ Eisenmeteorit
Klasse Hexaedrit
Gruppe IIAB
Masse (total) 256,78 kg
Referenzen

Boguslavka (russisch Богуславка) ist ein Eisenmeteorit mit einer Gesamtmasse von 257 kg. Er schlug am 18. Oktober 1916 um 11:47 Uhr Ortszeit 5 km vom Dorf Boguslavka entfernt in der Region Primorje in Russland ein. Das Fall-Ereignis konnte aus einer Entfernung von bis zu 500 Kilometern beobachtet werden. Der Fall wurde von lautem Dröhnen und donnerartigen Geräuschen begleitet. Hinter dem feuerrot leuchtenden Boliden blieb ein dichter, dunkler Staubschweif am Himmel zurück. Zwei Fragmente des Meteoriten (mit einer Masse von 198,6 kg und 58,1 kg) wurden drei Tage nach dem Fall geborgen. Mit einer Gesamtmasse von 256,78 kg ist Boguslavka hinter den Meteoriten Sikhote-Alin, Jianshi und Sterlitamak der viertgrößte Eisenmeteorit, bei dem der Niedergang beobachtet werden konnte.

Eine entscheidende Rolle bei der wissenschaftlichen Untersuchung des Meteoriten spielte der schwedisch-russische Geologe Helge Backlund. Er wurde vom Geologischen Museum der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg an die Fundstelle entsandt um Maßnahmen zur Untersuchung und Sicherung des gefallenen Meteoriten zu ergreifen. Backlund veröffentlichte noch im Jahr 1916 die wissenschaftliche Erstbeschreibung des Meteoriten.

Klassifikation und Zusammensetzung

Boguslavka ist ein normaler Hexaedrit. Seine Masse besteht überwiegend aus Kamacit und weist ausgeprägte Neumannsche Linien auf. Als Einschlüsse treten unter anderem die Mineralien Schreibersit, Troilit, Daubréelit und Cohenit auf.

Sammlung

Die Hauptmasse von 196,6 kg ist Teil der Meteoritensammlung der Akademie der Wissenschaften in Moskau und wird im Fersman-Museum ausgestellt. An der Oberfläche befinden sich markante Vertiefungen, sogenannte Regmaglypten. Der Großteil der kleineren Masse gelangte nach Odessa.

Eine Scheibe mit 2.892 Gramm befindet sich in der Meteoritensammlung des Naturhistorischen Museum in Paris.

Boguslavka-Meteorit im Muséum national d’histoire naturelle in Paris

Durch Tausch gelangte ein 220 Gramm schweres Stück des Meteoriten an die Smithonian Institution in Washington. Das Buseck Center for Meteorite Studies der Arizona State University besitzt ein Exemplar mit einer Masse von 155,4 Gramm.

Weitere Massen des Meteoriten befinden sich in institutionellen Sammlungen in St. Petersburg (391,4 g), Minsk (366 g), Duschanbe (345 g), Kopenhagen (258 g), Sydney (147 g), Perth (58 g), Novosibirsk (55,6 g) und Bologna (15,2 g).

Einzelnachweise

  1. ↑ Boguslavka. In: lpi.usra.edu. Abgerufen am 20. September 2026 (englisch).
  2. ↑ Eisenmeteoriten mit beobachtetem Fall. In: Meteoritical Bulletin Database. Abgerufen am 23. September 2026 (englisch).
  3. 1 2 Handbook of Iron Meteorites. (hawaii.edu [abgerufen am 22. September 2026]).
  4. ↑ Meteorites — Минералогический музей имени А. Е. Ферсмана РАН. Abgerufen am 20. September 2026.
  5. ↑ Boguslavka meteorite. In: mindat.org. Abgerufen am 20. September 2026.
  6. ↑ Catherine Caillet Komorowski: The meteorite collection of the National Museum of Natural History in Paris, France. In: Geological Society, London, Special Publications. Band 256, 3. Juli 2006, doi:10.1144/GSL.SP.2006.256.01.09 (researchgate.net [abgerufen am 22. September 2026]).
  7. ↑ Mineral Sciences Collections Search. Abgerufen am 22. September 2026.
  8. ↑ Specimen catalogue – Buseck Center for Meteorite Studies. ASU, abgerufen am 22. September 2026 (englisch).
  9. ↑ Метеориты Горного музея. 2. November 2023, abgerufen am 22. September 2026 (russisch).
  10. ↑ Catalogue of Western Australian Meteorite Collections. (gov.au).
  11. ↑ List of meteorites in the collections of the Central Siberian Geological Museum at the V.S.Sobolev Institute of Geology and Mineralogy SB RAS (SIGM). (usra.edu [PDF]).
  12. ↑ Quaderni del Museo Civico di Storia Naturale di Ferrara. (ferrara.it [PDF]).