Brainwriting

Brainwriting ist eine Kreativitätstechnik zur systematischen Ideengenerierung in Gruppen. Im Unterschied zum Brainstorming erfolgt die Ideenproduktion hierbei primär schriftlich und individuell. Die Teilnehmenden entwickeln ihre Vorschläge unabhängig voneinander und halten diese zunächst für sich fest. Dadurch werden soziale Hemmungen reduziert und es entsteht ein Umfeld das konzentriertes und gleichberechtigtes Arbeiten begünstigt. Brainwriting wird in unterschiedlichen Anwendungsfeldern eingesetzt insbesondere in der Werbung, im Journalismus sowie im kreativen Schreiben und in der Produktentwicklung.

Die Abgrenzung zwischen Brainstorming und Brainwriting wird im Kontext des elektronischen Brainstormings zunehmend unscharf. Elektronisches Brainstorming findet mithilfe digitaler Kommunikation und Meeting Systeme statt und kombiniert Merkmale beider Methoden. Ähnlich wie beim Brainwriting werden Ideen schriftlich erfasst während gleichzeitig alle Beiträge in Echtzeit für die gesamte Gruppe sichtbar sind. Diese gleichzeitige Erfassung und Anzeige der Ideen ermöglicht eine parallele Beteiligung aller Gruppenmitglieder. Empirische Studien zeigen, dass insbesondere die Parallelisierung und die Möglichkeit zur anonymen Teilnahme typische gruppendynamische Hemmnisse des klassischen Brainstormings reduzieren können. Dazu zählen unter anderem Produktionsblockierungen Bewertungsangst und Dominanzeffekte einzelner Personen. Gleichzeitig fördert die unmittelbare Sichtbarkeit der Beiträge die kognitive Stimulation und erleichtert das Aufgreifen und Weiterentwickeln von Ideen anderer Teilnehmender. Elektronisches Brainstorming gilt daher als effektive Methode zur Steigerung der Ideenmenge und in vielen Fällen auch der Ideenqualität in Gruppenprozessen.

Regeln des Brainwriting

Beim Brainwriting wird ebenso wie beim Brainstorming darauf abgezielt hemmende Einflüsse auf die Ideengenerierung möglichst weitgehend zu reduzieren und gleichzeitig Bedingungen zu schaffen die kreative Kombinationsprozesse fördern. Die Teilnehmenden werden ausdrücklich dazu angehalten Ideen frei und ohne Einschränkungen zu formulieren sowie bestehende Vorschläge anderer aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Durch diese offene Herangehensweise soll ein möglichst breites Spektrum an Lösungsansätzen entstehen. Idealerweise kommt es während des Schreibprozesses oder der anschließenden gemeinsamen Betrachtung der Ideen zu einer wechselseitigen kognitiven Stimulation bei der Beiträge anderer als Ausgangspunkt für neue Assoziationen und Weiterentwicklungen dienen.

Der Brainwriting Prozess lässt sich in zwei aufeinanderfolgende Phasen gliedern. In der ersten Phase steht die Generierung von Ideen sowie die Bildung von Assoziationen im Vordergrund. Während dieses Abschnitts ist jede Form der Bewertung sowohl eigener als auch fremder Ideen ausdrücklich ausgeschlossen. Forschungsergebnisse zeigen, dass frühe Kritik zu Selbstzensur führen kann und dadurch die Anzahl sowie Originalität der Ideen reduziert wird. Das bewusste Aussetzen von Bewertungen trägt daher wesentlich zur Förderung divergenten Denkens bei. In der zweiten Phase erfolgt eine systematische Analyse und Bewertung der gesammelten Ideen. In diesem Schritt werden die Vorschläge kritisch geprüft miteinander verglichen und nach festgelegten Kriterien selektiert um besonders vielversprechende Ideen für die weitere Ausarbeitung herauszufiltern.

Vorteile

Nachteile

Brainwriting-Techniken

Quellen