


Brandeln ist ein historisches Kartenspiel „rein deutschen Ursprungs“ für drei oder vier Personen, wobei stets der, der die höchste Ansage macht, gegen die anderen spielt. Es ist eines der ältesten Kartenspiele, das die Begriffe Bettel (alle Stiche verlieren) und Mord (alle Stiche gewinnen) kennt. Es wird noch in Deutschland und Österreich gespielt. 1829 sagte man, „seiner anständigen Raffinement und Scharfsinn beschäftigenden von allem Hazardartigen weit entfernten Tendenz wegen, verdiente dieses Spiel als eine der angenehmsten Kartenunterhaltungen noch um vieles verbreiteter zu seyn, als es wirklich ist...“
Das Spiel wurde auch Brandl, Brändeln, Stichbrändeln, Stichbrandl, Brandelspiel, Brannten, Bränteln oder Betteln benannt. Laut Schmid war Brandeln „ein gewisser Kartenspiel“. Auch Schmeller bestätigt, dass brändeln bedeutet, eine Art Kartenspiel zu spielen, das auch Stichbrändeln genannt wurde.
Man verwendet ein Paket zu 32 Blatt (zum Beispiel französische oder doppeldeutsche Spielkarten) und entfernt daraus die Achter, d. h. man spielt mit 28 Blatt. Je nach Variante können sich Abweichungen ergeben.
In der Trumpffarbe gilt der Bube und danach die Sieben als höchster Trumpf, die Rangfolge lautet daher
Bube > Sieben > Ass > König > Dame > Zehn > Neun
In den anderen Farben ist die Rangordnung der Kartenwerte die für Stichspiele gewöhnliche:
Ass > König > Dame > Bube > Zehn > Neun > Sieben
Um Plätze und Angeben wird wie gewöhnlich gezogen. Geben, Ansagen und Ausspielen erfolgt linksherum. Jeder bekommt sieben Karten, erst zwei, dann drei, dann wieder zwei.
Der Spieler links vom Geber hat die Vorhand und erklärt sich als erster.
Auch kann der Ansagende durch 4, 5, 6 Stiche überboten werden, jedoch den Brandel, wodurch er überboten wird, selbst spielen.
Die Farbe, in welcher der Spieler brandelt, sagt er nicht eher an, als bis ihm das Spiel geblieben.
Sagt man einen Bettel an, so will man keinen Stich machen. Der Bettel überbietet 6 Stiche.
Die höchste, alles überbietende Spielart ist der Mord, wobei man alle 7 Stiche machen muss.
Der Spieler, der das höchste Gebot abgibt, spielt zum ersten Stich aus.
Es wird Farbe bedient oder mit Trumpf gestochen. Bei der Spielart Bettel, in der keine Trümpfe vorkommen, muss, wenn möglich, der Nachspieler überstechen.
Der Brandel von drei Stichen wird mit drei, der von vier, fünf und sechs Stichen mit vier, fünf und sechs, der Bettel mit sieben und der Mord mit acht Marken honoriert, welche dem Ansagenden jeder der Gegenspieler bezahlt, wenn er siegt.
Verliert der Ansager, so muss er an jeden der drei Gegenspieler den entsprechenden Betrag bezahlen.
Über- und Unterstiche werden nicht bezahlt.