Der Überlieferung nach sollen die Brauchitsch von Polen aus in das Herzogtum Schlesien gezogen sein. Die Wappenlegende berichtet von einem Ahnenherr der einem springenden Hirsch zum Teil das Geweih abbrach. Stammhaus ist Brauchitschdorf (seit 1945 Chróstnik, frühere Namen vor der Umbenennung in Brauchitschdorf: Krostenik bzw. Crustenik) im Herzogtum Liegnitz, 1348–1453 Herzogtum Lüben. Erstmals urkundlich erwähnt wurde im Dezember 1259 ein Ritter Velislaus. Für seine geleisteten Dienste erhielt er von Boleslaw II. (Schlesien), Herzog von Liegnitz den Ort Chrostnik mit einem Stück Land als Schenkung. Velislaus begann mit dem Wiederaufbau des zerstörten Ortes Chrostnik, und er nannte sich als neuer Besitzer des Anwesens fortan "Herr von Brauchitsch". Die Stammreihe beginnt 1418 mit Hans von Brauchitsch, Gutsbesitzer auf Oberau. Im 15. Jahrhundert teilte sich die Familie u.a. in die Linien Oberau, Pohldorf, Kleinkriechen, Bielwiese, Rüstern, Rostersdorf in den Herzogtümern Wohlau und Liegnitz, sowie in die Linien Schreibendorf und Pangel im Herzogtum Brieg. Im 18. Jahrhundert kamen Familienzweige, anfangs mit dem gebürtigen Schlesier Heinrich von Brauchitsch (vormals Brauchitz) in Preußen und danach in der Provinz Brandenburg, zu Grundbesitz. Ein königlich-sächsischer Major Brauchitsch erlangte am 10. Februar 1812 zusammen mit seinen zwei Söhnen den Adel des Königreichs Sachsen.
Wappen
Das Wappen zeigt in Silber einen springenden rot bewehrten schwarzen Hirsch. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein gestürzter schwarzer Halbmond.
Bekannte Familienmitglieder
Ein Brauchitsch-Ritter oben rechts auf einer Darstellung der Schlacht bei Liegnitz (1241) aus dem 14. Jahrhundert
Christoph Franke u.a.: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelige Häuser A (Uradel), Band XXVIII, Band 138 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv. C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2005, S. 13–29. ISSN0435-2408
Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser, A (Uradel), 1979, Band XV, Band 71 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv. C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1979, S. 69–85. ISSN0435-2408
Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil A (Uradel). 1940, 39. Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1939.
Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel) 1904. 5. Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1903, S.143 ff. Digitalisat
Marcelli Janecki (Red. zug.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Band 1. Hrsg. Deutsche Adelsgenossenschaft. Vaterländische Verlagsanstalt, Verlag von W. T. Bruer, Berlin 1896, S. 262 ff. Digitalisat
Johannes Sinapius: Schlesische Curiositäten. Teil I: Hochadelige Geschlechter. Liegnitz, 3. Januar 1720, S. 294–295.
Weitere Literatur
Johannes Voigt: Namen-Codex der Deutschen Ordens-Beamten, Hochmeister, Landmeister, Großgebietiger, Komthure, Vögte, Pfleger, Hochmeister-Kompane, Kreuzfahrer und Söldner-Hauptleute in Preußen. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1843, S. 125. Digitalisat