
Brigitte Bee alias Brigitte Brühl (* 20. Mai 1953 in Langenselbold als Brigitte Elsässer) ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie veröffentlicht seit 1980 Lyrik-Bücher, Prosa, Kinder- und Unikat-Künstlerbücher, Hör- und Sprechstücke und Texte für das Musiktheater. Worterfindungen, Sprachexperimente und Klangmalereien sind dabei ihr Spezialgebiet.
Nach dem frühen Tod des Vaters musste die Mutter den Lebensunterhalt alleine verdienen. Aufgrund einer Lungenerkrankung war Bee als Kind häufig krank. Das Abitur machte sie 1972 am Karl-Rehbein-Gymnasium in Hanau. Zum Studium ging sie an die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Im Jahr 1973 begann eine sechsjährige Ehe mit Jean-Gaston Brühl, einem Frankfurter Künstler und Fotografen. Mit ihm kam sie in Verbindung zur Frankfurter Künstlerszene. Ein Germanistikstudium schloss sie mit dem Zweiten Staatsexamen für das Lehramt ab. Wegen ihrer Erkrankung war es nicht möglich, den Lehrerberufs auszuüben; so machte sie danach das Examen als Diplompädagogin.
Ab 1981 arbeitete Brigitte Bee als freie Autorin bei Frankfurter Zeitungen (Auftritt, Pflasterstrand, FR, Umbruch) und begann mit dem Schreiben von Lyrik. Eine Begegnung mit dem Künstler Wolfgang Klee führte zu einer langjährigen Künstler-Partnerschaft. Ab 1980 veröffentlichte sie ihre Lyrik in Literaturzeitschriften und gab erste Kleinauflagen, Kinder- und Unikat-Kunstbücher mit Wolfgang Klee heraus. Brigitte Bees Zusammenarbeit mit Wolfgang Klee und seinem Sohn Franz Klee führte 1990 zur gemeinsamen Gründung der Musiktheaterwerkstatt „…dein Hackfleisch“ (heute: Frankfurter Musiktheaterwerkstatt). Franz Klee vertonte Texte von Brigitte Bee, u. a. „das Lybyrynth“. Unter musikalischer Leitung von Franz Klee kam es aus dem Ensemble zur Entwicklung von zahlreichen Stücken der neuen Musik. Sie wurden unter der Regie von Wolfgang Klee auf die Bühne gebracht. Letztes Stück in Zusammenarbeit mit Brigitte Bee war 2006 die Aufführung des Musiktheaterstücks „Das große Lybyrynth“ im Stadttheater Bern und dem Gallustheater Frankfurt/Main.
Der Schriftstellerkollege und Filmemacher Bernhard Bauser filmte viele Aufführungen von „…Dein Hackfleisch“ und machte Poesiefilme mit Wolfgang Klee und Brigitte Bee u. a. 1998/99 Ich war einmal am Meer und 2015 Die strömende Stille der Landschaft 2018 wurde eine neue Version veröffentlicht von Stimmenaufnahmen von spontanen Übersetzungen der Bee-Gedichte.
Brigitte Bee war 1984 mit ihrer ersten Lesung „Nachtschwärzen“ eine der Preisträgerinnen beim George-Orwell-Preis im Schloss Philippsruh Hanau. Bei ihrer Mitarbeit in der Klosterpresse Frankfurt/M. war sie 1985 Mitgründerin der „Freien Frankfurter Kunstausstellung“ und der „Galerie für schwarze Kunst“ im Karmeliterkloster Frankfurt. Sie gab ab 1987 kurzzeitig die Künstlerzeitschrift „Kunst-Biotop“ heraus und war Mitgründerin des „Walter-Schadt-Preises“. 1991 gründete sie den Künstler- und Autorenbuchverlag „Klosterpresse“. 1999 bis 2010 war sie Leiterin des Frankfurter Literaturtelefons des VS Hessen.
Ab 2000 erfolgte mit anderen Künstlern die Gründung des Stimmenarchivs von Schriftstellern aus Frankfurt und Umgebung. Von 2000 bis 2011 arbeitete sie als Dozentin für kreatives Schreiben, autobiografisches und meditatives Schreiben. Sie gründete die Frankfurter Schreibwerkstatt und war Herausgeberin der Zeitschrift „Projekt-Schreibwerkstatt“. Seit 2012 lebt Brigitte Bee in Bad Orb.
Bee, Brigitte: Vier Künstlerinnen in Fft.: Ilse Hannes – Schamanin im blinden Land. In: Auftritt 1988, H. 2, S. 15f. |ISG, S2/9.522
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bee, Brigitte |
| ALTERNATIVNAMEN | Brühl, Brigitte; Elsässer, Brigitte (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Schriftstellerin |
| GEBURTSDATUM | 20. Mai 1953 |
| GEBURTSORT | Langenselbold |