Bruchzeichen

Bruchzeichen sind mit (von Pflanzen abgebrochenen oder abgeschnittenen) Zweigen bruchgerechter Holzarten gelegte Zeichen, die von Jägern während der Jagd und bei bestimmten gesellschaftlichen Anlässen verwendet werden.

Ausführung

Es handelt sich regelmäßig um belaubte oder benadelte Zweige bestimmter Baumarten, den „gerechten Holzarten“, die traditionell vom Baum gebrochen und teilweise mit dem Jagdmesser bearbeitet werden. Die gerechten Holzarten sind Tanne, Fichte, Kiefer, Eiche und Erle (TaFiKiEiEr bzw. EFEKT). Sofern die bruchgerechten Holzarten nicht in der Nähe des Erlegungsortes gefunden werden können, so dürfen auch alle anderen Baum- und Straucharten für den Bruch verwendet werden.

Auch wenn das jagdliche Brauchtum das Brechen von Brüchen vorsieht, sollte der Jäger beim Gewinnen von Brüchen wenn möglich eine Gartenschere benutzen. Diese wird oft sowieso für kleinere Arbeiten am Bewuchs mitgeführt, wie Freischneiden von Sicht- und Schussschneisen, oder auch als „Rippenschere“. Die Arbeit wird durch die Schere erleichtert und am Baum, von dem der Bruch gewonnen wird, entsteht nur eine geringfügige Verletzung, im Gegensatz zu einem „zerfaserten“ Bruch, der das Eindringen von Keimen, Schädlingen und Pilzen begünstigt.

Arten von Brüchen

Es werden Mitteilungsbrüche und Brauchtumsbrüche unterschieden. Mitteilungsbrüche vermitteln Informationen für andere Jäger, Brauchtumsbrüche sind Gepflogenheiten bei bestimmten Anlässen.

Mitteilungsbrüche

Mitteilungsbrüche, die im „Gelände“ ausgelegt sind, werden, soweit sie nicht für andere von Wichtigkeit sind, nach Besichtigung abgeräumt, um für die Zukunft nicht für Verwirrungen zu sorgen.

Brauchtumsbrüche

Walter Frevert standardisierte 1936 im Auftrag des Reichsbundes deutsche Jägerschaft die verschiedenen deutschen Jagdbräuche im Buch: Das jagdliche Brauchtum. Sein Buch gilt heute noch als wichtigstes Standardwerk des jagdlichen Brauchtums.

Die Verwendung von Bruchzeichen durch den Jäger ist jagdliches Brauchtum. Da für alle Brüche natürliches Material Verwendung findet, besteht keine Gefahr, die Umwelt und das Jagdgebiet zu verunreinigen. Allerdings besteht die Gefahr, dass bei der heutigen intensiven und schnellen Forstwirtschaft Brüche übersehen oder verschoben werden. Deswegen sind Trassierbänder und Ähnliches auffälliger, müssen aber wieder eingesammelt werden.

Regional können Anwendung und Ausführung der Brüche variieren.

Sind an der Stelle, wo das Wild zur Strecke kam (erlegt wurde), keine gerechten Holzarten vorhanden, darf der Jäger, ohne das Brauchtum zu verletzen, die Holzart verwenden, die dort am häufigsten vorkommt (zum Beispiel Buche). Für den Festtagsbruch und den Trauerbruch sind jedoch die gerechten Holzarten zwingend.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Haseder, S. 126 ff.
  2. ↑ Das jagdliche Brauchtum, Walter Frevert, 5. Auflage, 1951, Paul Parey Verlag, Seite 65
  3. ↑ Das deutsche Waidwerk, Ferdinand von Raesfeld, 1952, Paul Parey Verlag, Seite 458