Bruno Frei (geboren 11. Juni 1897 als Benedikt Freistadt in Preßburg, Österreich-Ungarn; gestorben 21. Mai 1988 in Klosterneuburg, Österreich), auch Karl Franz, war ein politischer Journalist, Publizist, Autor und Marxist.
Frei kam aus kleinbürgerlichen Verhältnissen. Zu seinen Vorfahren gehörten Heinrich Heine und Karl Marx. Er sammelte bereits 1917 erste journalistische Erfahrungen in der linksliberalen Wiener Zeitung Der Abend und wurde von deren Herausgeber Carl Colbert gefördert. 1920 promovierte Frei in Philosophie an der Universität Wien. Danach war er bis 1925 als Korrespondent und dann bis 1929 als Redakteur und Auslandskorrespondent des Wiener Blatts Abend in Berlin tätig, wo er im Romanischen Café Egon Erwin Kisch und Anton Kuh näher kennenlernte. Ab 1923 war Frei Mitarbeiter der Weltbühne. Er hatte bereits damals „seinen eigenen, unverwechselbaren Stil: Sätze ohne buntschillerndes Wasser.“ 1928 trat Frei der SPÖ bei und besuchte er die Sowjetunion.
Von 1929 bis 1933 war er Chefredakteur der zum Verlagsimperium von Willi Münzenberg gehörenden Tageszeitung Berlin am Morgen, die auf eine breite Leserschicht zielte. Zahlreiche Autoren des linken Spektrums fanden hier eine Publikationsmöglichkeit.
Als Carl von Ossietzky am 10. Mai 1932 in Berlin-Tegel seine Gefängnisstrafe antrat, gehörte Frei zu der großen Gruppe von Intellektuellen, die ihn verabschiedeten. Nach dem Reichstagsbrand emigrierte Frei nach Prag, wo er als Chefredakteur der auf kommunistischer Linie liegenden Wochenzeitschrift Der Gegen-Angriff fungierte, die von Ende April 1933 bis zum 14. März 1936 erschien. Der Name war eine Reaktion auf Goebbels Zeitung Angriff. 1934 wurde Frei Mitglied der KPD. Auch hat Frei führend an der Erstellung des Braunbuches mitgewirkt.
Frei emigrierte dann nach Frankreich. Dort gab er von 1936 bis 1939 mit Heinrich Mann, Rudolf Breitscheid und Max Braun das Nachrichtenbulletin der Deutschen Volksfront in Paris, die Nouvelles d' Allemagne, heraus. 1939 wurde er verhaftet. Er kam in ein Gefängnis und in das berüchtigte Pyrenäen-Lager Le Vernet. 1941 gelang ihm aufgrund der Bemühungen des mexikanischen Generalkonsuls in Marseille, Gilberto Bosques, die Ausreise nach Mexiko. Frei war mit Anna Seghers und deren Familie engstens befreundet. Seghers hat sich um die Kinder von Frei während seiner Emigrationszeit gekümmert.
Frei war Mitbegründer des im mexikanischen Exil herausgegebenen Exilblattes Freies Deutschland sowie nach dem Bruch mit den deutschen Exil-Kommunisten in Mexiko gemeinsam mit Leo Katz Mitbegründer der Zeitschrift Austria Libre und Mitglied bei der Acción Republicana Austriaca en México. Er kehrte im April 1947 nach Wien zurück. 1948 übernahm er die Chefredaktion der neu gegründeten Tageszeitung Der Abend, die im kommunistischen Globus-Verlag erschien und im September 1956 eingestellt wurde. Er entfaltete eine breite publizistische Tätigkeit. So gab er gemeinsam mit Ernst Fischer und Viktor Matejka die kommunistische Kultur- und Intellektuellenzeitschrift Tagebuch heraus, deren Chefredakteur er bis 1964 war. Ende der 1950er Jahre berichtete Frei als Auslandskorrespondent aus China für das KPÖ-Zentralorgan Volksstimme. 1972 erschien seine Autobiographie Der Papiersäbel im S. Fischer Verlag (u. a. rezensiert von Jean Améry in der Zeit). Bruno Frei starb am 21. Mai 1988 im Alter von 91 Jahren in Klosterneuburg bei Wien.
Frei hatte zwei Kinder, Hans (1925–2015) und Elisabeth „Lisa“ Lang (* 1927).
„Liebe zur Wahrheit: das bedeutet bei Bruno Frei zunächst Genauigkeit und Akribie. … ein Autor, der der sich immer bemüht, auf den Grund der Dinge zu gehen, und dessen Urteile das Ergebnis der Verallgemeinerung von sorgfältig gesammelten und ausgewerteten Informationen sind.“ Fritz Klein
Doch er war kein Prophet, er fühlte sich nicht als Prophet. Er war ein kommunistischer Intellektueller, behaftet mit dem Minderwertigkeitsgefühl des „kleinbürgerlichen Elements“. „Habe ich mich jemals an einem Streik beteiligt? Beherrsche ich die Sprache des Volkes?“ fragt er sich. Nie saß er in den Zentren der Entscheidungsgewalt, nie machte er daher die Fehler der jeweiligen Parteiführung – doch er propagierte sie mit der masochistischen Disziplin des Partei-Intellekturellen.

Veröffentlichungen in anderen Publikationen:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Frei, Bruno |
| ALTERNATIVNAMEN | Freistadt, Benedikt (Geburtsname); Franz, Karl (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Journalist und Publizist |
| GEBURTSDATUM | 11. Juni 1897 |
| GEBURTSORT | Preßburg |
| STERBEDATUM | 21. Mai 1988 |
| STERBEORT | Klosterneuburg |