Als Sohn des Klempners Wilhelm Christian Friedrich Ludwig Beye und dessen Ehefrau Emilie Marie Auguste Minna geb. Berkling geboren, studierte Beye von 1911 bis 1914 an der Kunstgewerbeschule Magdeburg. Studienreisen führten ihn nach Basel, Prag und Amsterdam.
Bereits 1922 verließ Beye Berlin und war im Rheinland und in Westfalen tätig, wobei er auch als Hilfsarbeiter arbeitete. In den Jahren von 1925 bis 1928 lebte er in Paris und besuchte die Académie Colarossi. Beruflich betätigte er sich vor allem als Pressezeichner. 1929 kehrte er nach Magdeburg zurück und war hier bis 1933 für linksgerichtete Zeitungen ebenfalls als Pressezeichner tätig.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten fand bei Beye 1933 eine Hausdurchsuchung statt. Er begab sich daraufhin auf ausgedehnte Reisen die ihn zwischen 1934 und 1944 nach Spanien, Marokko, Italien und auf den Balkan, aber auch nach Mecklenburg und Tirol führten. Er blieb jedoch weiter obligatorisch Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Es sind aber lediglich zwei Ausstellungen bekannt, an denen er teilnahm. 1944 erhielt er von der deutschen Regierung den Auftrag, die Stadt Quedlinburg zu zeichnen.
1978/1979: Berlin, Altes Museum („Revolution und Realismus. Revolutionäre Kunst in Deutschland 1917 bis 1933“)
1983: Freital, Neue Galerie im Schloss Burgk („Druckgrafik der DDR. Arbeiten der alten Künstlergeneration“)
1983: Neubrandenburg, Haus der Kultur und Bildung („Maler bauen Barrikaden. Grafik der 20er Jahre“)
1985: Halle/Saale, Staatliche Galerie Moritzburg („Kunst im Klassenkampf. Proletarisch-revolutionäre und antifaschistische Malerei, Grafik und Plastik“)
1989: Berlin, Otto-Nagel-Haus („Krieg: Ahnung und Wissen“)
1989: Halle/Saale, Staatliche Galerie Moritzburg („Expressionismus. Die zweite Generation 1915-1925“)
1990: Berlin, Neue Berliner Galerie im Alten Museum („Die Kunst der frühen Jahre 1945 – 1949. Malerei und Grafik“)
Literatur (chronologisch)
Lothar Lang: Begegnungen im Atelier. Henschelverlag, Berlin, 1975, S. 172–176
Wolfgang Hütt: Einer aus dem Zuge der Wegbereiter. Ortsbestimmung und Entwicklungstendenzen im Werk Bruno Beyes. In: Bildende Kunst, Berlin, 1976, S. 11–14
Heinz Kruschel: Bruno Beye oder: Müssen Nutzen und Schönheit die ewigen Feinde sein?, Magdeburg 1981
Jörg-Heiko Bruns: Beye. Verlag der Kunst, Dresden, 1990 (Reihe Maler und Werk). ISBN 3-364-00176-6
Martin Papenbrock u. a. (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil II. Antifaschistische Künstler/Innen in Ausstellungen der SBZ und der DDR. VDG, Weimar, 2000, S. 200 <,l
Jörg-Heiko Bruns: Beye, Bruno. In: Guido Heinrich, Gunter Schandera (Hrsg.): Magdeburger Biographisches Lexikon 19. und 20. Jahrhundert. Biographisches Lexikon für die Landeshauptstadt Magdeburg und die Landkreise Bördekreis, Jerichower Land, Ohrekreis und Schönebeck. Scriptum, Magdeburg 2002, ISBN 3-933046-49-1.
Heinz Kruschel: B. B., der Augenmensch. Gedanken über den Maler Bruno Beye, Oschersleben 2002. ISBN 3-935358-42-3
↑Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000