Bruno Leoni

Bruno Leoni

Bruno Leoni (* 26. April 1913 in Ancona; † 21. November 1967 in Turin) war italienischer Rechtsphilosoph und Anwalt. Er gilt als Vertreter des klassischen Liberalismus.

Leoni war Herausgeber des politikwissenschaftlichen Journals Il Politico und Sekretär, später Präsident der Mont Pèlerin Society. Von 1942 bis zu seinem Tod lehrte er an der Universität Pavia.

Biografie

1913 in Ancona geboren, verbrachte er sein Leben in Turin (wo er lebte und sein Beruf als Anwalt ausübte), in Pavia (wo er von 1945 bis zu seinem tragischen Verschwinden und Tod 1967 an der Universität Pavia lehrte) und in Sardinien (wo er familiäre und freundschaftliche Beziehungen pflegte).

Als Schüler des italienischen Philosophen Gioele Solari, dessen wissenschaftlicher Mitarbeiter er war, wurde er 1942 außerordentlicher Professor für Staatslehre an der Universität Pavia. Jedoch sollte er während der Kriegsjahre einige Zeit von Studium und Lehre abgehalten werden. Im Laufe der Kriegsjahre sollte er Mitglied der sogenannten A Force, eine Geheimorganisation der Alliierten, die sich für die Befreiung und Rettung von Soldaten einsetzte.

Erst am Ende des Krieges 1945 konnte er seine akademischen Aktivitäten beginnen. Hierbei lehrte er auch Rechtsphilosophie und wurde Präsident der Fakultät für Politikwissenschaften (1948–1960).

Als Gründer des Fachmagazins Il Politico entwickelte er gleichzeitig eine intensive Aktivität als Publizist, wobei er zahlreiche Kommentare für die italienische Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore veröffentlichte. Als Mitglied der Mont Pèlerin Society (deren Sekretär und dann später Präsident er wurde) widmete er sich auch intensiv dem Zentrum für methodologische Studien in Turin, ebenso wie dem Zentrum für Recherche und Dokumentation "Luigi Einaudi".

Bedeutung

Innerhalb der Rechtsphilosophie des 20. Jahrhunderts wird Bruno Leoni als Vertreter des Klassischen Liberalismus verordnet. Als vielseitig gelehrter Jurist und Philosoph spielte er eine entscheidende Rolle für die Verbreitung von liberalen Werten und Überzeugungen in der italienischen Kultur, indem er Themen und Autoren des zeitgenössischen Liberalismus propagierte und neue gesellschaftliche Perspektiven mit Fokus auf Privateigentum und freien Markt eröffnete.

Mit seiner Arbeit bereitete er zudem den Weg für neue wissenschaftliche Entwicklungen wie die Neue Politische Ökonomie oder die generelle Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen wie Rechtswissenschaft, Philosophie, Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft. Nach seinem Tod im Jahr 1967 geriet er in Italien für längere Zeit nahezu in Vergessenheit. So wurde eines seiner wichtigsten Werke "Freiheit und das Recht" (erschienen 1961 in englischer Sprache) erst 30 Jahre später in das Italienische übersetzt. Dies mag auch an der Tatsache liegen, dass sein Denken viel mehr der amerikanischen Denktradition als dem europäischen Zeitgeist entsprach. Heute widmet sich unter anderem die italienische Denkfabrik Istituto Bruno Leoni seinem Andenken.

Ermordung

Im Alter von nur 54 wurde Bruno Leoni, unter tragischen Umständen, in Alpignano (zehn Kilometer westlich von Turin), ermordet. Der Täter, Osvaldo Quero, war ein Mitarbeiter seiner Anwaltskanzlei und war in Betrugsfälle und Unterschlagungen von Geldern verwickelt. Leoni, welcher ihn damit konfrontierte, wurde infolgedessen von Quero mit mehreren Schlägen auf den Kopf ermordet, sein Mörder versteckte ihn anschließend in einer Garage und versuchte eine Entführung vorzutäuschen, er flog jedoch sofort auf. Auf der Trauerfeier in Pavia hielt unter anderem Friedrich August von Hayek eine Rede.

Bibliographie

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Riscoprire Bruno Leoni. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. Februar 2019; abgerufen am 21. Februar 2019.
  2. ↑ Archos. Biografia: Bruno Leoni. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  3. ↑ La Stampa – Consultazione Archivio. Abgerufen am 22. Februar 2019.