Bruno Richter

August Hermann Bruno Leopold Richter (* 8. Dezember 1872 in Halle an der Saale; † 9. Februar 1955 in Berlin) war ein deutscher Architektur-, Genre- und Landschaftsmaler, der insbesondere als Maler des Orients bekannt geworden war.

Leben

Richter studierte an der Akademie in Leipzig, der Kunstschule in Weimar und in München. Er arbeitete anschließend als Illustrator, Architektur-, Landschafts- und Genremaler in Berlin. Größere Bekanntheit erlangte er als einer der letzten deutschen Maler des Orients. Er bereiste unter anderem Griechenland, Arabien und Ägypten, und unternahm später ausgedehnte Reisen durch Nordafrika und den Nahen Osten.

Seine erste Orientreise unternahm er 1885, die zweite trat er 1896 an. Im Jahr 1905 begleitete Richter eine Delegation des Gesandten Christian von Tattenbach nach Fès. Seine Bilder aus dem Jahr handeln vor allem von Fès und Tanger. Reproduktionen sind im gleichen Jahr als Buch erschienen. 1906 und 1907 stellte Richter seine Aquarelle in Berlin aus. Im Jahr 1916 schenkte er der Deutsche Gesellschaft für Islamkunde, deren Mitglied er war, ein von ihm gemaltes Aquarell. Es zeigt die Moschee Mulai Idris in Fes. Das Bild wurde in der Bibliothek der Gesellschaft aufgehängt.

In der Zeit des Nationalsozialismus war Richter Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist seine Teilnahme an sieben Gruppenausstellungen sicher belegt, darunter 1940 die Große Deutsche Kunstausstellung in München.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt Richter sich häufiger in den Alpen auf. Werke von ihm kamen unter anderem in Museen in Bautzen, Halle und Stralsund. Er fertigte überwiegend Bildnisse in Öl und Aquarell. Aquarelle von Richter erreichen auf Auktionen nur selten die 1000-Euro-Marke.

Werke (Auswahl)

Bilder

Literatur

Commons: Bruno Richter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Richter, Bruno. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 28: Ramsden–Rosa. E. A. Seemann, Leipzig 1934, S. 284 (biblos.pk.edu.pl).
  2. ↑ Sterberegister Nr. 287/1955 des Standesamts Berlin-Schöneberg.
  3. ↑ Richter, Bruno. In: Hans Wolfgang Singer (Hrsg.): Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Band 6: Zweiter Nachtrag mit Berichtigungen. Literarische Anstalt, Rütten & Loening, Frankfurt a. M. 1922, S. 233 (Textarchiv – Internet Archive).
  4. ↑ Die Welt des Islams = Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Islamkunde. D. Reimer, Berlin 1916, S. XXIII (Textarchiv – Internet Archive).
  5. ↑ Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000; S. 533 und passim
  6. ↑ Richter, Bruno. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 4: Q–U. E. A. Seemann, Leipzig 1958, S. 62 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
  7. ↑ Bruno Richter, LotSearch, Auction Search & Price Archive, abgerufen am 24. Juni 2022.
  8. ↑ Service Status - Proof-of-Work. Abgerufen am 30. Juni 2026.
Personendaten
NAME Richter, Bruno
ALTERNATIVNAMEN Richter, August Hermann Bruno Leopold (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Landschafts- und Architekturmaler
GEBURTSDATUM 8. Dezember 1872
GEBURTSORT Halle an der Saale
STERBEDATUM 9. Februar 1955
STERBEORT Berlin