| Bryopa melitensis | ||||||||||||
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Bryopa melitensis (aus Reeve, 1873, Taf. 2, Fig. 5) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Bryopa melitensis | ||||||||||||
| Broderip, 1834 |
Bryopa melitensis ist eine Muschel-Art aus der Familie der Gießkannenmuscheln (Clavagellidae). Sie lebt eingegraben in festem Sediment oder Hartsubstrat. Das Bohrloch ist mit einer mineralisierten Röhre ausgekleidet, die über das Bohrloch hinaus ins freie Wasser ragt. Die Art kommt im Mittelmeer und den Kanarischen Inseln vor.
Auffälligstes Merkmal der Art ist eine aragonitische Kalkröhre, auch Krypta genannt, die sie im Lauf der Ontogenese bildet. Die Kalkröhre ist die Auskleidung eines Bohrloches, das sich die Muschel vermutlich chemisch und mechanisch in Hartsubstrat oder auch abgestorbenen Korallen anlegt. Die Röhre ragt kragenförmig über das Bohrloch hinaus ins freie Wasser. Die linke Klappe ist in die Kalkröhre zementiert, in die auch Karbonatpartikel integriert sind. Die freie Röhre (über dem Bohrloch) wird bis zu 20 mm lang, bei einem Durchmesser von 8 mm. Die freie Röhre weist außen 8 bis 16 kräftige Längsrippen auf. Die rechte Klappe wird bis etwa 20 mm lang. Sie ist in der Röhre frei beweglich und kann auch die Öffnung des Bohrloches bzw. der Röhre verschließen. Sie ist im Umriss rundlich bis eiförmig und weist konzentrische Undulationen auf. Die Schließmuskeln sind ungleich groß, der vordere Schließmuskel ist deutlich kleiner. Die Mantelbucht ist tief eingeschnitten.
Bryopa melitensis unterscheidet sich von allen anderen Bryopa-Arten durch die größere, aus der Bohrung herausragende sekundäre Röhre, die außen 8 bis 16 kräftige Längsrippen aufweist. Die ebenfalls im Mittelmeer vorkommende Art Bryopa aperta besitzt diese Rippen auf der Röhre nicht, bildet dafür aber mehrere Krägen und hat eine trichterförmige Öffnung.
Das Verbreitungsgebiet dieser Art ist das zentrale und östliche Mittelmeer. Nach Gómez & Pérez Sánchez soll die Art auch bei den Kanarischen Inseln vorkommen. Bryopa melitensis bohrt in Kalkstein oder Korallen im flachen Wasser, von etwa der Wasserlinie bis in 20 Meter Tiefe. Sie beginnen zunächst als normale, zweiklappige Muscheln, bevor die Tiere sich einbohren und eine sekundäre Kalkröhre bilden. Die hermaphroditischen Tiere sind Filtrierer, die von Detritus und sehr kleinen Organismen, die im Wasser schweben, leben.
Die Art wurde 1834 von William John Broderip als Clavagella melitensis erstmals beschrieben. Sie wird allgemein als gültige Art anerkannt. MolluscaBase nennt noch folgende Synonyme: Clavagella angulata R. A. Philippi, 1844, Clavagella laqueata G. B. Sowerby II, 1872, und Tiria pluta De Gregorio, 1885.