| Butschatsch | ||
|---|---|---|
| Бучач | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Oblast: | Oblast Ternopil | |
| Rajon: | Rajon Tschortkiw | |
| Höhe: | 271 m | |
| Fläche: | 9,98 km² | |
| Einwohner: | 12.171 (1. Januar 2022) | |
| Bevölkerungsdichte: | 1.220 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 48400–48401 | |
| Vorwahl: | +380 3544 | |
| Geographische Lage: | 49° 4′ N, 25° 23′ O | |
| KATOTTH: | UA61060070010075450 | |
| KOATUU: | 6121210100 | |
| Verwaltungsgliederung: | 1 Stadt, 36 Dörfer | |
| Verwaltung | ||
| Bürgermeister: | Vitaly Freyak | |
| Adresse: | майдан Волі 1 48400 м. Бучач | |
| Website: | https://buchachmiskrada.gov.ua/ | |
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Butschatsch (ukrainisch und russisch Бучач; polnisch Buczacz, hebräisch בוצ׳אץ׳, türkisch Bucaş) ist eine ukrainische Stadt mit etwas mehr als 12.500 Einwohnern. Sie liegt in der Oblast Ternopil 65 km südlich der Oblasthauptstadt Ternopil an beiden Ufern des Flusses Strypa auf der Podolischen Platte.


Butschatsch wurde im 13. Jahrhundert gegründet und war ab 1349 ein Teil des Fürstentums Halytsch-Wolodymyr.
Am Ende des 14. Jahrhunderts, eine polnische Quelle nennt das Jahr 1393, erhielt die Ortschaft das Magdeburger Stadtrecht.
Spätestens seit dem Jahr 1500 siedelten sich Juden an, die Anfang des 20. Jahrhunderts mehr als die Hälfte der Bevölkerung stellten. Daneben gab es starke ukrainische, polnische und armenische Minderheiten.
Die Stadt wurde 1260 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Sie gehörte zunächst zum Halitscher Land in der Woiwodschaft Ruthenien im Königreich Polen. Nach der Union von Lublin befand sich die Stadt von 1569 bis 1772 in der Woiwodschaft Ruthenien, einer administrativen Einheit der Adelsrepublik Polen-Litauen, wo sie bis zur Ersten Teilung Polens verblieb.
Im 17. Jahrhundert kämpften Polen, Türken und ukrainische Kosaken um die Stadt. 1672 und 1675 wurde die Stadt vom osmanischen Heer erobert, was aber nicht von Dauer war. Die jüdische Bevölkerung schloss sich den Polen an. Von 1772 bis 1918 gehörte Butschatsch, wie das Großherzogtum Krakau und die Herzogtümer Auschwitz und Zator zum Königreich Galizien und Lodomerien innerhalb der Habsburgermonarchie.
Der Pädagoge Naftali Herz Homberg gründete ein von 1788 bis 1806 bestehendes jüdisches Lehrerseminar. Für die Juden im Ort war Butschatsch ein Schtetl. Die Haskala verbreitete sich unter ihnen. Väter, die ihrerseits meist noch Jiddisch sprachen, schickten ihre Söhne zum weiteren Studium nach Wien, damit sie dort nicht Österreicher, sondern „Deutsche“ würden.
Unter dem polnischen Namen Buczacz gehörte sie bis 1918 zum österreichischen Galizien und war von 1850/1854 bis 1918 Sitz der Bezirkshauptmannschaft des Bezirks Buczacz, ab 1867 zudem der Sitz eines Bezirksgerichtes. Zwischen Polen und Ukrainern herrschte oft Abneigung. Die Bauern im Umland waren überwiegend Analphabeten, viele Antisemiten.

1884 bekam die Stadt durch die Eröffnung der Bahnstrecke Stanislau−Husiatyn (heute noch verkürzt als Bahnstrecke Butschatsch–Jarmolynzi erhalten) unter der Führung der Galizischen Transversalbahn einen Bahnanschluss. 1891 wurde ein modernes Krankenhaus unter Leitung von Dr. Fabius Nacht eröffnet, einem Mitglied der Polnischen Sozialistischen Partei. Buczacz erhielt ein Gymnasium im Stil des Habsburgerreiches. 1905 wurde das Haus des polnischen Sport- und Kulturverbandes Sokół errichtet. Butschatsch galt auch seit einiger Zeit als „eine Stadt der Sozialisten“. Anselm Mosler führte die jüdische sozialistische Bewegung an und versuchte auch die Polen und Ukrainer zu mobilisieren, musste jedoch enttäuscht aufgeben.
Im Ersten Weltkrieg lag die Stadt im Bereich der Ostfront. Etwa die Hälfte der Häuser wurde bei Kämpfen zerstört oder schwer beschädigt. Bei Kriegsende im November 1918 war die Stadt nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie kurzzeitig Teil der Westukrainischen Volksrepublik. Im Polnisch-Ukrainischen Krieg besetzte Polen im Juli 1919 auch die letzten Teile der Westukrainischen Volksrepublik. Am 21. November 1919 sprach der Hohe Rat der Pariser Friedenskonferenz für die Dauer von 25 Jahren Ostgalizien Polen zu.

Nach der Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit lag der Ort von 1921 bis September 1939 in der Woiwodschaft Tarnopol. Infolge des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes und des geheimen Zusatzprotokolls wurde Butschatsch im September 1939 von sowjetischen Truppen besetzt und lag daraufhin von 1939 bis 1941 in der Oblast Ternopol in der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik.
Im Juli 1941 besetzten deutsche Truppen den Ort. Die Sowjets sprengten beim Rückzug den Eisenbahntunnel, den jüdische Zwangsarbeiter unter deutscher Besatzung wieder aufbauen mussten. Zwei Dutzend Deutsche, unterstützt von 300 ukrainischen Polizisten und dem jüdischen Ordnungsdienst, deportierten etwa 5000 Juden in das Vernichtungslager Belzec und ermordeten bei Massenerschießungen etwa genauso viele direkt in der Stadt und Umgebung. Die mehrheitlich nicht gekennzeichneten Massengräber befinden sich auf dem nahen Berg Fedor, wo die Massenerschießungen durchgeführt wurden. Ein Mitte der 1940er Jahre aufgestellter Gedenkstein nennt 450 am 27. August 1941 an dieser Stelle ermordete Juden. Die Deutschen deportierten die Patienten im jüdischen Krankenhaus ins KZ Belzec, wer zu krank war, um deportiert zu werden, wurde im Krankenbett erschossen.
Als die Rote Armee im März 1944 die Stadt befreite, waren noch etwa 800 Juden am Leben, die die deutsche Besetzung in Verstecken und mit Hilfe nichtjüdischer Bewohner überstanden hatten. Etwa 700 von ihnen wurden ermordet, als die Deutschen Butschatsch kurz darauf zurückeroberten. Mánko Świerszczak, ein Friedhofsarbeiter, konnte vier Juden retten, indem er sie fast zwei Jahre lang bei sich versteckte.
Die Männer der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) beteiligten sich zu einem großen Teil an den Morden an Juden und der ethnischen Säuberung gegen Polen, bevor sie vergeblich dem Vormarsch der Roten Armee Widerstand leisteten. Endgültig von der deutschen Besatzung befreit wurde die Stadt erst im Juli 1944.
Die Sowjetmacht errichtete auf dem Berg Fedor ihr Heldengedenken. Nach dem Zerfall der Sowjetunion liegt Butschatsch seit 1991 in der Oblast Ternopil in der unabhängigen Ukraine. Der UPA gedenkt heute ein großes Kreuz auf dem Berg Fedor und ein ihr gewidmetes Museum, das Oresta Synenka Anfang der 1990er Jahre in den ehemaligen Räumen der sowjetischen Geheimpolizei eingerichtet hat. Auch dem Holodomor gedenkt inzwischen ein Mahnmal.
Mit einer allgemeinen Spendensammlung wurde ein Denkmal für Stepan Bandera, ein Politiker der OUN-B, errichtet, auch wenn sich dieser an den Morden an Juden in Ostgalizien aktiv beteiligt hatte, und im Januar 2006 sein Andenken in einer öffentlichen Veranstaltung gefeiert. Die Stadtverwaltung hat zugleich kulturelle Initiativen für das Gedenken an den jüdischen Schriftsteller Samuel Agnon unterstützt und eine Straße nach ihm benannt.
Die Stadt wird gegliedert in die Stadtteile Harwonez, Jurydyka, Koroliwka, Muljarka, Nahirjanka (ukrainisch Нагірянка, polnisch Nagórzanka – ehemaliges Dorf seit 1934 eingemeindet) und Piwdennyj.
Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Butschatsch (Бучацька міська громада Butschazka miska hromada), zu dieser zählen auch noch die 36 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer, bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Butschatsch (Бучацька міська рада/Butschazka miska rada) im Zentrum des Rajons Butschatsch.
Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons Tschortkiw.
Folgende Orte sind neben dem Hauptort Butschatsch Teil der Gemeinde:
| Name | ||||
|---|---|---|---|---|
| ukrainisch transkribiert | ukrainisch | russisch | polnisch | |
| Barysch | Бариш | Барыш | Barysz | |
| Beremjany | Берем'яни | Беремяны | Beremiany | |
| Biljawynzi | Білявинці | Белявинцы (Beljawinzy) | Bielawińce | |
| Bobulynzi | Бобулинці | Бобулинцы (Bobulinzy) | Bobulińce | |
| Browari | Броварі | Бровары (Browary) | Browary | |
| Dobropole | Доброполе | Доброполе | Dobropole | |
| Duliby | Дуліби | Дулибы | Duliby | |
| Jaslowez | Язловець | Язловец | Jazłowiec | |
| Kurdybaniwka | Курдибанівка | Курдыбановка (Kurdybanowka) | Kurdwanówka | |
| Kydaniw | Киданів | Киданов (Kidanow) | Kujdanów | |
| Lischtschanzi | Ліщанці | Лещанцы (Leschtschanzy) | Leszczańce | |
| Mateuschiwka | Матеушівка | Матеушовка (Mateuschowka) | Mateuszówka | |
| Nowi Petlykiwzi | Нові Петликівці | Новые Петликовцы (Nowyje Petlikowzy) | Petlikowce Nowe | |
| Nowosilka | Новосілка | Новосёлка (Nowosjolka) | Nowosiółka Jazłowiecka | |
| Oserjany | Озеряни | Озеряны | Jezierzany | |
| Ossiwzi | Осівці | Осовцы (Ossowzy) | Osowce | |
| Peredmistja | Передмістя | Предместье (Predmestje) | Przedmieście | |
| Perewoloka | Переволока | Переволока | Przewłoka | |
| Pidlissja | Підлісся | Подлесье (Podlessje) | Podlesie | |
| Pidsamotschok | Підзамочок | Подзамочек (Podsamotschek) | Podzameczek | |
| Pomirzi | Помірці | Помирцы (Pomirzy) | Pomorce | |
| Porochowa | Порохова | Порохова | Porchowa | |
| Poschescha | Пожежа | Пожежа | Pożeże | |
| Puschkari | Пушкарі | Пушкари | Puszkary | |
| Ripynzi | Ріпинці | Репинцы (Repnizy) | Rzepińce | |
| Rukomysch | Рукомиш | Рукомыш | Rukomysz | |
| Salischtschyky | Заліщики | Залещики (Saleschtschiki) | Zaleszczyki Małe | |
| Sarywynzi | Заривинці | Зарывинцы (Sarywinzy) | Żurawińce | |
| Schnyborody | Жнибороди | Жнибороды (Schniborody) | Żnibrody | |
| Schysnomyr | Жизномир | Жизномир (Schisnomir) | Żyźnomierz | |
| Selena | Зелена | Зелёная (Seljonaja) | Zielona | |
| Soroky | Сороки | Сороки (Soroki) | Soroki | |
| Stari Petlykiwzi | Старі Петликівці | Старые Петликовцы (Staryje Petlikowzy) | Petlikowce Stare | |
| Subrez | Зубрець | Зубрец | Zubrzec | |
| Swenyhorod | Звенигород | Звенигород (Swenigorod) | Dźwinogród | |
| Werbjatyn | Верб'ятин | Вербятин (Werbjatin) | Wierzbiatyn | |




In Butschatsch sind trotz der Kriege des 20. Jahrhunderts einige ältere Gebäude erhalten geblieben. Dazu gehören:
In der Stadt gibt es zwei Stadien, von denen eines verfallen ist. Die Stadt ist bekannt für ihre Fußballmannschaft Kolos, die 8 Mal in Folge zum Sieger der Oblast Ternopil wurde (1966–1973).

Butschatsch unterhält folgende Städtepartnerschaften:
Buczacz ist der Herkunftsort der jüdischen Familien Forlani und Karubiner in Maxim Billers Roman Biografie.