Budapesti Spartacus SC

Budapesti Spartacus
(Bp. Spartacus)
Logo von Budapesti Spartacus SC
Name Budapesti Spartacus Sport Club
Vereinsfarben Rot-Weiss
Gründung April 1952 in Budapest, Ungarn
Auflösung 1990
Vereinssitz Kőbánya
Abteilungen 20
Dachverband Sportverband Spartacus

Budapesti Spartacus SC (kurz Bp. Spartacus, auch „Szpari“ oder „Spari“) war ein Sportverein (Mehrspartenverein) aus Kőbánya, dem zehnten Stadtbezirk der ungarischen Hauptstadt Budapest. Wie viele Sportklubs im sozialistischen Ungarn verfügte der Verein über zahlreiche Abteilungen in verschiedenen Sportarten.

Der Sportverband Spartacus wurde im April 1952 nach sowjetischem Vorbild gegründet. Er diente als zentraler ungarischer Sportverband der gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten des Kleingewerbes. Bis Ende 1952 wurden 235 Abteilungen in 43 regionalen Vereinen registriert. In den folgenden Jahren setzte sich die Zunahme der Anzahl der Spartakus-Vereine fort, und dieser Prozess wurde erst durch den Volksaufstand 1956 gestoppt. Einige der Spartacus-Sportvereine, die damals aufgelöst wurden, wurden 1957 wieder gegründet, so dass 1957 48 Spartacus-Vereine registriert wurden (bspw. Nyíregyháza Spartacus FC). Mitte der 1970er-Jahre erreichte er seinen Höhepunkt und galt als viertgrößter ungarischer Sportverband.

Als Hauptstadtklub und zentralem Sportklub des Verbandes wurden regelmäßig die besten Sportler der Zweigvereine im ländlichen Raum an den Budapesti Spartacus delegiert. 1968 fusionierte der Verein mit einem weiteren Zweigverein, der Budai Spartacus SE.

In seiner Blütezeit betrieb Budapesti Spartacus über zwanzig Abteilungen. Zu den erfolgreichsten zählten die Schwimmer, darunter die mehrfache Olympiasiegerin Krisztina Egerszegi, aber der Verein brachte auch herausragende Athleten in Wasserball, Tischtennis, Ringen, Kanufahren, Schach und Tennis hervor. Nach der politischen Wende wurde der Gesamtverband parallel zum Ende der Gewerkschaftsbewegung ebenfalls aufgelöst, einzelne Vereine und Abteilungen existierten als eigenständige Vereine weiter.

Bedeutende Abteilungen

Der Verein unterhielt außerdem zahlreiche weitere Sportsektionen, darunter Leichtathletik, Schwimmen, Turnen, Judo, Ringen, die teils Olympia-Medaillengewinner hervorbrachten.

Medaillengewinner

Olympiasieger

Weltmeister

Europameister

Team

Tischtennis
Schach

Frauen-Handball

Die 1954 gegründete Frauen-Handballabteilung erreichte Anfang der 1960er Jahre seine größten Erfolge: Sieben ungarische Meisterschaften wurden in acht Jahren gewonnen, 1965 erreicht der Klub das Finale des Europapokals der Landesmeister, der heutigen Champions League, welches allerdings mit 14:6, 7:10 an den dänischen Vertreter HG Kopenhagen ging. Bereits ein Jahr zuvor wie auch ein Jahr danach kam Spartacus bis ins Halbfinale des wichtigsten europäischen Wettbewerbs für Handballvereine.

Nach einer längeren Durststrecke konnte der Klub in den 1980er Jahren noch einmal kurz an die alten Erfolge anschließen. Im Europapokal der Pokalsieger erreichte Spartacus 1981 das Endspiel, welches die Mannschaft 18:17 und 22:17 gegen Bane Sekulić Sombor gewann. Auch 1982 kam der Klub bis ins Finale des Pokalsieger-Wettbewerbes, musste sich dieses Mal allerdings RK Osijek beugen.

Erfolge

EHF Champions League

Europapokal der Pokalsieger

Bajnokság/Ungarische Meisterschaft

Einzelnachweise

  1. ↑ írta: thac: A Szpari - a Budapesti Spartacus története - Futball és történet. In: futballtortenet.blog.hu. 18. März 2015, abgerufen am 18. März 2026 (ungarisch).
  2. ↑ Budapesti Spartacus SC – Table Tennis Media. In: tabletennis.media. 4. Februar 2023, abgerufen am 17. März 2026 (englisch).
  3. ↑ Magyarfutball.hu: Budapest, Budapesti Spartacus SC (bajnoki múlt). In: magyarfutball.hu. Abgerufen am 18. März 2026 (ungarisch).
  4. ↑ https://women.volleybox.net/de/budapesti-spartacus-sc-t10868/tournaments
  5. ↑ Elhunyt Pazár Sándor, a Bp. Spartacus korábbi elnöke. In: ma.hu. 6. Januar 2021, abgerufen am 18. März 2026.