Budi County

Budi County

Basisdaten
Staat Südsudan
Region
ISO 3166-2 SS
Koordinaten: 4° 15′ N, 33° 27′ O

Budi County ist eine Verwaltungseinheit des Bundesstaates Eastern Equatoria im Südsudan mit Hauptsitz in Chukudum.

Geographie

Der Name Budi leitet sich von den beiden ethnischen Gruppen Buya und Didinga ab, die das Gebiet bewohnen. Die Verwaltungseinheit liegt im Bundesstaat Eastern Equatoria und grenzt im Süden an Uganda und im Osten an Kenia. 1956 gehörte Budi zum Distrikt Kapoeta. Er wurde abgetrennt, als Groß-Kapoeta in die beiden Distrikte Kapoeta und Budi aufgeteilt wurde. Historisch gesehen war Budi die letzte Hochburg der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee und -bewegung (SPLA/M) während der Unabhängigkeitskriege. 1994 fand in Chukudum, dem Hauptort von Budi, der erste nationale Kongress der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM) statt, auf welchem die modernen Verwaltungsstrukturen der SPLM und des Südsudans geschaffen wurden. Tragischerweise kam John Garang De Mabior, der Anführer und Gründer der SPLM, 2005 bei einem Hubschrauberabsturz in Budi ums Leben.

Der Bezirk Budi weist zwei unterschiedliche ökologische Zonen auf. Das Hochland erstreckt sich von Norden nach Süden entlang der östlichen Grenze zum Bezirk Kapoeta. Das Tiefland fällt von Osten zum Fluss Kidepo im Westen ab. Im Hochland gibt es zwei Regenzeiten, März bis September und Oktober bis Februar, was die Landwirtschaft ertragreich macht und oft Überschüsse für den Verkauf ermöglicht. Im Tiefland gibt es eine einzige lange Pflanzsaison von März bis September, und es kommt häufig zu Nahrungsmittelknappheit. 2005 hatte Budi County einen 800 m langen Flugplatz in Chukudum. Es gibt keine befestigten Straßen, aber nach Kenia und Uganda gibt es in der Trockenzeit gangbare Wege. Mit der Didinga-Toposa-Friedensvereinbarung im Februar 2003 wurde die Straße Kapoeta-Lauro eröffnet. Weitere Straßenbauten führten zu einem wirtschaftlichen Wachstum.

Verwaltungsgliederung

Der Bezirk ist in die Payams Kimatong, Lotukei, Komiri (Chukudum), Loudo, Lauro, Ngarich und Nagishot unterteilt. Die Buya stellen etwa 20–30 % der Bevölkerung, die Didinga schätzungsweise 70–80 %. Die Bevölkerungsschätzungen von 2005 lagen zwischen 128.385 und 155.847, wobei die niedrigere Zahl als plausibler gilt. Die Buya bewohnen den größten Teil des Tieflandes der Payams Kimatong und Ngarich in der nördlichen Hälfte des Bezirks, die Didinga die übrigen südlichen Payams.

Eastern Equatoria State – Budi County in der Mitte

Wirtschaft

Sowohl die Buya als auch die Didinga leben von der Landwirtschaft und Viehzucht. Ihre Hauptanbauprodukte sind Sorghum, Mais, Hirse, Kartoffeln, Bohnen und Sesam. Zumindest bei den Didinga im Süden besteht das Potenzial, einen Überschuss an Feldfrüchten zu erzielen. Wildpflanzen kommen in den meisten Gebieten vor, insbesondere im fruchtbaren Kidepo-Tal. Dazu gehören Komok, Lalop (Wüstendattel), Nyyethit, Tamarinde, Leit und Palmfrüchte. Fisch und Wild spielen keine bedeutende Rolle in der Ernährung.

Die Buya messen ihren Reichtum hauptsächlich in Rindern, während die Didinga Rinder und Speicher mit gedroschenem Getreide in ihr Reichtumsmaß einbeziehen. Bei beiden Gruppen spielt Vieh eine zentrale Rolle im Leben der Menschen und ist wichtig bei Initiations- und Hochzeitsriten, wo es zur Ernährung geschlachtet oder als formelle Geschenke ausgetauscht wird.

Eine im Dezember 2009 von International Relief and Development (IRD), dem American Refugee Committee (ARC) und der Mines Advisory Group (MAG) durchgeführte Bestandsaufnahme der Lebensgrundlagen ergab, dass 5.000 Binnenvertriebene und 2.528 Rückkehrer in dem betroffenen Gebiet lebten. Diese Menschen hatten kaum Mittel zum Überleben und litten unter chronischer Mangelernährung. Sie besaßen nur geringe Kenntnisse in der Landwirtschaft, insbesondere im Anbau, der Unkrautbekämpfung, der Bewässerung, der Ernte und dem Verkauf ihrer Feldfrüchte. Die ausbleibenden Regenfälle im Jahr 2009 hatten das Problem verschärft.

Unruhen

Der Bezirk geriet 1987 unter die Kontrolle der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA). Während des Bürgerkriegs wurde die Unsicherheit durch Kämpfe zwischen der SPLA und den Rebellenkräften von Kommandant Peter Lorot, Viehdiebstahl und Angriffe von Milizen verschärft. Die Kämpfe mit Lorots Truppen vertrieben etwa 16.800 Menschen aus Chukudum in nahegelegene Dörfer im Hochland. Die „Chukudom-Krise“ („Chukudom Crisis“) wurde im August 2002 im Rahmen einer Friedenskonferenz des New Sudan Council of Churches beigelegt. Während der Krise wurden in den Feldern um Chukudum Landminen verlegt. Viehdiebstähle durch die Logiri von Torit und die Toposa von Kapoeta trugen weiterhin zur Unsicherheit bei. Die Lord’s Resistance Army aus Uganda unter der Führung von Joseph Kony gehörte zu den bewaffneten Gruppen, welche die allgemeine Unsicherheit verschärften. Ein Bericht aus dem Jahr 2005 wies auf Spannungen zwischen den Didinga und der SPLA hin; Dorfbewohner fürchteten die Soldaten, und junge Frauen versteckten sich in den Hügeln, um Vergewaltigungen zu entgehen.

Die Sicherheitslage ist weiterhin schlecht. Vor dem Referendum im Januar 2011 erklärte Bezirkskommissar Charles Adtul, die Bevölkerung des Lotukei Payam habe nicht wählen können, da sie sich nach einem Angriff am 24. Dezember 2010, bei dem fünf Menschen getötet und drei verletzt wurden, nicht in die Gebiete anderer Gemeinden traute. Im Februar 2011 gerieten zwei katholische Priester der Diözese Torit bei Ngarera auf der Straße zwischen Camp 15 und Chukudum in einen Hinterhalt. Mehr als sechs Männer in Militäruniformen eröffneten das Feuer auf ihr Fahrzeug, bevor sie von einem herannahenden Minibus vertrieben wurden. Wenige Tage später wurden zwei Polizisten bei einem Hinterhalt auf der Straße zwischen Loriyok und Chukudum getötet, 16 weitere konnten fliehen.

Einzelnachweise

  1. ↑ GeoNames: Budi, South Sudan. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  2. 1 2 3 4 5 Budi County. United Nations Information Management Unit for Sudan, 2005, archiviert vom Original am 27. September 2011; abgerufen am 14. Juli 2011 (englisch).
  3. ↑ Restoring food security and livelihood in Budi County, Eastern Equatoria and Twic East County, Jonglei State. International Relief and Development (IRD), 2011, abgerufen am 14. Juli 2011 (englisch).
  4. ↑ Mareike Schomerus: Southern Sudan at odds with itself: Dynamics of conflict and predicaments of peace. Pact Sudan and the UK Department for International Development, 2005, archiviert vom Original am 27. September 2011; abgerufen am 14. Juli 2011 (englisch).
  5. ↑ Referendum Process Faces Security Challenges in Budi County. In: Sudan Catholic Radio Network. 12. Januar 2011, abgerufen am 14. Juli 2011 (englisch).
  6. ↑ Torit Priests Ambushed near Chukudum. In: Sudan Catholic Radio Network. 2. Februar 2011, abgerufen am 14. Juli 2011 (englisch).
  7. ↑ Insecurity Soars in Budi County. In: Talk of Sudan. 8. Februar 2011, archiviert vom Original am 17. März 2012; abgerufen am 14. Juli 2011 (englisch).