Bundesschatz ist die Bezeichnung für festverzinsliche Wertpapiere, die von der Republik Österreich zwischen 2002 und 2020 und wieder ab 2024 herausgegeben werden.
Bei Anlagebeträgen in beliebiger Stückelung ab 100 Euro gibt es Laufzeiten zwischen einem Monat und bis zu 10 Jahren. Der Erwerb von Bundesschätzen ist direkt über ein gebührenfreies Konto bei der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur möglich. Vorausgesetzt ist, dass der volljährige Erwerber eine Privatperson ist, bei Nutzung des Online-Zuganges über die Vollversion der ID Austria verfügt und seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt innerhalb der Europäischen Union hat. Neben dem Online-Zugang besteht auch eine Möglichkeit auf dem Postweg ein Konto zu eröffnen und ohne Online-Zugang zu verwalten.
Aufgrund des negativen Leitzinses der Europäischen Zentralbank wurden die Zinsen auf Bundesschätze im Juli 2019 auf 0 % gesenkt. Da eine weitere Absenkung der Zinsen aus rechtlichen Gründen nicht möglich war, wurden ab Juni 2020 keine neuen Veranlagungen zur Verfügung gestellt; die noch nicht fälligen Anlagen wurden aber nicht getilgt oder umgetauscht, sondern laufen bis zur Fälligkeit noch weiter. Da die Laufzeit bis zu zehn Jahren betrug, dürften die letzten Tilgungen aus der ersten Phase erst 2030 erfolgen.
Finanzminister Magnus Brunner gab im August 2023 bekannt, dass Bundesschätze als Unterstützung für Geldanleger reaktiviert werden. Ein konkretes Datum für die Reaktivierung nannte er damals nicht. Am 23. März 2024 wurde von der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur angekündigt, dass Bundesschatz bis Ende April 2024 wieder starten wird. Am 22. April 2024 startete das Produkt.
In der zweiten Phase ab 2024 handelt es sich um eine modernisierte Form des bis 2020 bestehenden Bundesschatzes, für das ein komplett neues technisches System entwickelt wurde. Im Unterschied zu Bundesanleihen ist beim Erwerb von Bundesschatz kein Wertpapierdepot bei einem depotführenden Institut notwendig. Zudem weist Bundesschatz – im Unterschied zu Bundesanleihen – keinerlei Kursrisiko auf und orientiert sich in der Ausgestaltung eher an einem Online-Sparbuch.
Seit Anfang Juni 2025 steht der Bundesschatz auch allen rund 5.000 österreichischen öffentlichen Einheiten des Sektors Staat als Veranlagungsmöglichkeit offen. Welche Einrichtungen dem Sektor Staat zugeordnet werden, definiert die Statistik Austria. Dazu zählen unter anderem Bundesländer, Gemeinden, Städte, Sozialversicherungsträger sowie weitere staatliche Einrichtungen wie Universitäten, Museen oder Wohnbaufonds. Diese können Bundesschätze mit Laufzeiten von einem, drei, sechs oder zwölf Monaten sowie als täglich fällige Veranlagung („Tagesschatz“) erwerben.
Der Bundesschatz wird als besonders sichere Anlageform beworben, da die Republik Österreich als Emittentin über eine sehr hohe Bonität verfügt. Ziel des Angebots ist es, öffentlichen Einrichtungen eine risikoarme und kostengünstige Veranlagung liquider Mittel zu ermöglichen. Darüber hinaus können Veranlagungen öffentlicher Stellen in Bundesschätze die gesamtstaatliche Schuldenquote Österreichs senken, da sie bei der Maastricht-Verschuldung intrasektoral angerechnet werden.
Am 22. April 2026 feierte der Bundesschatz sein zweijähriges Bestehen. Seit der Neuauflage wurden mehr als 170.000 Konten eröffnet und über zehn Milliarden Euro veranlagt. Damit erhöhte sich das veranlagte Volumen innerhalb des zweiten Jahres um rund sechs Milliarden Euro und hat sich somit mehr als verdoppelt.